Eltern fragen - SCHAU HIN! gibt Tipps
Hier schildern Eltern alltägliche Familiensituationen rund um das Thema Kinder und Medien und ihre eigenen Wege, diese zu lösen. Der anschließende SCHAU HIN! Tipp zeigt, welcher Lösungsweg empfehlenswert ist und was Eltern beachten sollten. Haben Sie noch Fragen? Dann wenden Sie sich an SCHAU HIN! Mediencoach Kristin Langer.

TV: „Was mach‘ ich, wenn…
… es abends, vor dem Schlafengehen, Streit gibt, wann der Fernseher oder der Computer ausgeschaltet wird?“
E1: Wir schauen abends gemeinsam das Sandmännchen. Danach soll meine Tochter (vier) eigentlich ins Bett. Aber es gibt praktisch jeden Abend Streit und Geschrei. Was kann ich da machen, um das zu vermeiden?
E2: Wir haben das auch eine Zeitlang durchgemacht. Irgendwann wurde es besser, weil wir klar gemacht haben, dass wir nicht von dieser Regel abweichen werden. Jeden Abend haben wir nach dem Sandmännchen den Fernseher ausgeschaltet, ganz konsequent. Nach einer Weile hat unser Sohn das dann verstanden.
E3: Unsere Tochter schaltet nach dem Sandmännchen den Fernseher selbst aus. Das klappt ganz gut. Es darf dann auch niemand anders ausschalten, weil das sozusagen „ihr Job“ ist.
E4: Wenn unser Sohn abends noch länger fernsehen möchte, versuchen wir ihn abzulenken und spielen noch kurz zusammen oder lesen vor. Meistens wird er dann etwas ruhiger.
Tipp SCHAU HIN!:
Kein Fernsehen direkt vor dem zu Bett gehen – gerade die jüngeren Kinder bleiben dann durch die Bild- und Tonreize zu aufgedreht.
Das Ende der Sandmännchen Sendung ist ein guter Zeitpunkt, um den Fernseher auszuschalten. Danach sollten Eltern zum Abschluss des Tages einen festen Ablauf schaffen, bei dem der Fernseher keine Rolle spielt. Das kann das Vorlesen, das Erzählen über die Erlebnisse des Tages oder eine Hörgeschichte sein. Kinder freuen sich auf solche Rituale und akzeptieren dann auch leichter, dass der Fernseher ausgeschaltet wird.
E1: Wir haben ein ähnliches Problem, allerdings geht es dabei ums Internet. Mit meinem Sohn (wird bald fünf Jahre alt) schaue ich abends gerne noch ein paar Clips auf www.youtube.de an. Aber wenn wir einmal anfangen, will er dann gar nicht mehr aufhören. Es werden ja auch immer neue Clips angezeigt. Das ist natürlich verführerisch. Wenn er dann ins Bett gehen soll, gibt es oft Reibereien.
E2: Wir legen immer vorher fest, wie viele Clips wir anschauen wollen – meisten fünf Stück, da ja alle immer nur ein paar Minuten dauern. Wenn wir dann beim Surfen noch weitere Clips finden, die spannend sind, setzen wir diese auf unsere Merkliste und können sie an einem anderen Tag anschauen.
E3: Wir legen auch vorher einen bestimmten Zeitraum fest. Sonst wollen die Kinder ewig Videos schauen. Nach einer halben Stunde wird der Computer dann ausgemacht. Manchmal meckern sie dann, aber nach ein paar Minuten sind sie wieder friedlich und suchen sich eine andere Beschäftigung.
Tipp SCHAU HIN!:
Generell kann das gemeinsame Ansehen von kurzen Filmen am Computer ein schönes Gemeinschaftserlebnis von Eltern und Kindern sein. Verabreden Sie bereits bevor Sie den Computer anmachen, wie lange Videos geschaut werden dürfen. Wird die verabredete Zeit konsequent eingehalten, lernen Kinder zu akzeptieren, dass an dieser Abmachung auch nicht mehr zu rütteln ist.
Im beschriebenen Fall raten wir aber davon ab, Clips auf YouTube anzusehen. Denn dann lernen Kinder, wie YouTube funktioniert und dass es völlig normal ist, YouTube zu nutzen. YouTube ist aber keine kindgerechte Plattform. Beim Anschauen von Videoclips wird oft auf andere, möglicherweise nicht kindgerechte Clips hingewiesen, auf die Kinder ungeschützt zugreifen können. Daher empfehlen wir Angebote wie www.pikcha.tv und www.clipklapp.de, die spezielle Filmangebote gerade auch für jüngere Kinder anbieten. Für Vorschulkinder geeignet sind auch „Die Seite mit dem Elefanten“ sowie die Angebote unter www.kikaplus.net. Schauen Sie sich die Filme auf jeden Fall vorher an, die Sie Ihren Kindern zeigen wollen.
… die Hausaufgaben wegen Fernsehen oder PC zu kurz kommen?“
E1: Als ich Kind war, gab es meine Lieblingsserien immer einmal in der Woche. Mittlerweile laufen die jeden Tag. Und meine Tochter (zwölf) möchte die am liebsten auch täglich sehen und ihren Tagesablauf danach ausrichten. So haben wir oft Streit, weil sie fernsehen möchte und dadurch ihre Hausaufgaben vernachlässigt. Kann ich etwas tun, um diesen Streit zu vermeiden?
E2: Wir nehmen die Sendungen immer auf, wenn wir nicht zu Hause sind oder Sachen für die Schule gemacht werden müssen. Allerdings häufen sich da dann über die Woche oft viele Sendungen an und dann wollen die Kinder die natürlich am Wochenende sehen.
E3: Wir bleiben da konsequent: Wenn keine Zeit ist oder wenn die Hausaufgaben noch nicht gemacht sind, dann bleibt der Fernseher aus und sie verpassen halt mal eine Folge. Die Serien werden eh alle paar Wochen wiederholt, dann passt es vielleicht mal zeitlich.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder angefangen haben, eine Serie zu sehen, möchten sie oft wissen, wie diese weitergeht. Aber auch Kinder haben Pflichten. Und Hausaufgaben gehören dazu. Wenn Kinder beginnen, sich für eine bestimmte Serie zu interessieren, empfehlen wir, von Anfang an mit ihnen darüber zu reden, wie das in den Tagesablauf passt. Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen sein, wann und wie lange die Kinder fernsehen dürfen und wann die Hausaufgaben gemacht werden. Wenn das konsequent umgesetzt wird, lernen Kinder, dass sie sich auf die Abmachungen verlassen können, und es kann helfen, Streit zu vermeiden. Der SCHAU HIN! Fernsehstundenplan kann dabei helfen. Eine Auswahl an kindgerechten TV-Angebote gibt es unter www.flimmo.de.
E1: Mein Sohn ist zehn Jahre alt. Er spielt überhaupt nicht am Computer, schaut dafür aber sehr gerne fern, nach der Schule, am Nachmittag. Hausaufgaben macht er abends, da ist er leistungsfähiger. Das bringt das ganze Familienleben durcheinander, soll ich das hinnehmen?
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder haben unterschiedliche Tagesrhythmen. Manche sind abends eben fitter und Kinder nutzen das Fernsehen am Nachmittag gerne, weil sie dann nichts tun müssen. Ihrem Kind tut es gut, wenn Sie das zulassen können und schauen, wie sich das Familienleben auf diesen Rhythmus einstellen kann.
E1: Meiner Tochter (elf Jahre) ist nach sieben Stunden Schule richtig erledigt. Danach kommen noch Hausaufgaben und Hobbys. Sie würde am liebsten ihre ganze Freizeit vor dem Computer verbringen und spielen. Sie spielt am liebsten eine Simulation, da ist sie eine Ladenmanagerin. Aber sie soll ja auch noch an die frische Luft gehen und draußen mit Freunden spielen. Wie viel Zeit darf sie denn mit Computerspielen verbringen?
Tipp Schau HIN!:
Wie lange Kinder am Bildschirm spielen dürfen, hängt auch ein wenig vom Spiel selbst ab. Bei manchen Spielen lassen sich die Spielstände speichern, so dass am Tag darauf an derselben Stelle weitergespielt werden kann. Bei anderen Spielen ist es schwieriger, eine Aufgabe nach einer bestimmten Zeit zu unterbrechen. Daher raten wir Eltern, mit ihren Kindern über die Spiele zu sprechen, bevor sie angeschafft werden. Worum geht es in dem Spiel? Lassen sich Spielstände abspeichern? Wie kann sichergestellt werden, dass die Hausaufgaben dabei nicht zu kurz kommen? Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen darüber sein, ob ein Spiel gekauft wird und wann und wie lange es gespielt werden darf. Gute Spiele finden Eltern unter www.spielbar.de und www.spieleratgeber-nrw.de.
Für die elfjährige Tochter scheint das Spielen am Computer eine wichtige Entspannung zu sein. Sie kann im Spiel ihre Rollen, die sie während des Tages eingenommen hat, austauschen und neu gestalten. In der Schule muss sie machen, was andere ihr sagen. Beim Spielen kann sie bestimmen, was passiert. Das ist ein gutes Gefühl. Außerdem kann es nach einem Tag mit Schulkameraden erholsam sein, auch mal etwas ganz für sich allein zu tun. Elfjährige Kinder sollten am Tag nicht länger als 60 Minuten vor dem Bildschirm verbringen. Das schließt die Zeit vor dem Fernseher, im Internet und an der Spielkonsole ein. Empfehlungen auch für andere Altersgruppen finden Sie in den 10 Goldenen Regeln von SCHAU HIN!.
… alle Kinder ein Handy, Konsole oder Fernseher haben, nur meine Kinder nicht?“
E1: Meine Tochter (acht) möchte einen Nintendo. Ich bekomme zu hören: „Alle in meiner Klasse haben einen, nur ich nicht!“ Ich will ihr jetzt aber keinen Nintendo kaufen, das kostet ja auch einiges an Geld. Ist das richtig oder bin ich zu geizig?
E2: Wenn angeblich alle anderen Kinder einen haben, dann gibt es doch bestimmt eine gute Freundin, die ihrer Tochter ihren Nintendo mal ein paar Tage leihen kann. So haben wir das gemacht, dann konnte ich wenigstens sicher sein, dass das Interesse am Nintendo keine Eintagsfliege ist.
E3: Das haben wir auch gemacht. Unser Sohn musste außerdem auf seinen Nintendo sparen. Damit er merkt, die Dinge gibt es nicht einfach so, Geld schneit nicht vom Himmel. Das hat er auch konsequent durchgezogen.
Tipp SCHAU HIN!:
Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon einen Nintendo haben, müssen Eltern sich nicht verpflichtet fühlen, ihren Kindern auch so ein Gerät zu kaufen. Das gilt auch für andere Spielkonsolen, Handys und Fernseher. Eltern sind auch nicht geizig, wenn sie nicht möchten, dass so ein Gerät ins Haus kommt oder wenn ihnen das Gerät zu teuer ist. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Deshalb müssen sie einverstanden sein, wenn ein neues Gerät gekauft werden soll. Das gilt auch für den Fall, dass Kinder sich das Geld für das Gerät selbst zusammensparen.
Gut finden wir die Idee, sich von Freunden ein Gerät für ein paar Tage zu leihen. Eltern können dann sehen, ob und wie das neue Gerät den Familienalltag verändert und bereits vor dem Kauf Verabredungen zur Nutzung des Geräts mit ihren Kindern treffen.
Sobald Eltern und Kinder beginnen, gemeinsam nach (machbaren) Lösungen zu suchen, geht es um sehr viel mehr, als nur um den Einkauf von Technik. Es entsteht eine Gemeinsamkeit und ein Miteinander zu einem Thema, das die ganze Familie betrifft und sicher alle interessiert – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
… ich ein schlechtes Gewissen habe, weil andere Kinder angeblich viel mehr fernsehen dürfen als meine Kinder?“
E1: Meine Tochter (neun) behauptet immer wieder, ihre Freundinnen in der Schule dürfen zu Hause viel mehr Fernsehen als sie. Deshalb könne sie bei vielen Gesprächen gar nicht mitreden. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, weil meine Tochter weniger darf als andere Kinder?
E2: Das ist bei uns das gleiche, mein Sohn (sieben) behauptet auch immer, dass andere mehr dürfen. Ich versuche da einen Kompromiss zu finden. Wenn ich das Gefühl habe, eine bestimmte Sendung ist gerade Gesprächsthema bei seinen Freunden, darf er die sehen, damit er mitreden kann. Schließlich soll er ja nicht zum Außenseiter werden. Auch wenn ich manchmal finde, er schaut zu viel fern.
E3: Ich bleibe konsequent. Kinder behaupten ja immer, dass andere mehr dürfen, das habe ich als Kind auch gemacht. Ich lege fest, was und wie lange meine Kinder fernsehen dürfen.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern müssen kein schlechtes Gewissen haben, weil andere Kinder angeblich mehr dürfen. Entscheidend ist, dass sie gegenüber ihren Kindern ihren eigenen Standpunkt finden und diesen vermitteln und durchsetzen. Dabei sollten sie sich nicht davon leiten lassen, was andere Kinder angeblich zu Hause dürfen oder nicht dürfen. Eltern sollten klare Regeln vereinbaren, wann, wie lange und was Kinder im Fernsehen ansehen dürfen. Die festgelegten Zeiten können sie dann in den SCHAU HIN! TV-Stundenplan eintragen. Dieser hilft Kindern, sich tatsächlich an die Zeiten zu halten. Mehr Infos rund um das Thema TV finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website
… ich einen Babysitter brauche, aber nur der Fernseher oder das Computerspiel zur Verfügung stehen?“
E1: Wenn ich mal rasch etwas erledigen und eine halbe Stunde aus den Haus muss, dann erlaube ich manchmal meinem Sohn (elf), in der Zeit ein Computerspiel zu spielen. Ich höre aber immer wieder, man soll Medien nicht als Babysitter einsetzen. Ist das dennoch OK, wenn ich mir so helfe?
E2: Ich sehe das sehr gelassen. Meine Tochter (13) nutzt elektronische Medien sowieso sehr eigenständig. Die würde das nie akzeptieren, dass ich ihr dabei über die Schultern schaue. Da kann ich ebenso gut einkaufen gehen, wenn im Fernsehen eine ihrer Lieblingssendungen läuft.
E3: Ich habe zwei Kinder, eine Tochter (sieben) und einen Sohn (fünf). Manchmal mache ich das so, dass beide zusammen eine bestimmte Kindersendung im Fernsehen schauen dürfen, während ich weg bin. Dann muss mir meine Tochter aber versprechen, dabei zu bleiben. Ich möchte nicht, dass meine Kinder alleine fernsehen.
E4: Ich habe gar keine andere Wahl. Mein Sohn ist zehn. Wenn er aus der Schule kommt, ist er meist ein bis zwei Stunden alleine, bevor ich nach Hause komme. Wir sprechen an solchen Tagen morgens ab, was er sich anschauen darf und wann der Fernseher wieder ausgemacht wird. Ich habe den Eindruck, er hält sich dran, wirklich kontrollieren kann ich das nicht. Ob es richtig ist, weiß ich nicht. Aber was soll ich tun? Ich gehe arbeiten, da muss manchmal der Fernseher als Babysitter herhalten.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich sollten gerade jüngere Kinder unter zehn Jahren nicht alleine fernsehen oder am Computer spielen. Es kann immer sein, dass Kinder auf das gesehene anders reagieren, als man das erwartet. Aber manchmal scheint es keine andere Lösung zu geben. Dann sollten Eltern darauf achten, dass das eine Ausnahme bleibt und das Kind möglichst kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem sollten sie eine bestimmte Sendung verabreden. Gut gefällt uns die Lösung, die Geschwister gemeinsam schauen zu lassen. Welche Sendungen für Kinder in Frage kommen, können Eltern auf www.flimmo.de nachlesen.
Ältere Kinder möchten auch mal alleine sein und nicht das Gefühl haben, beobachtet und kontrolliert zu werden. Eltern können das ruhig zulassen, wenn ihre Kinder zehn Jahre und älter sind. Sie können ihren Kindern signalisieren: „Ich muss mich jetzt um meine Angelegenheiten kümmern. Du kannst so lange fernsehen. Ich vertraue Dir, dass Du keinen Blödsinn machst“. Sie sollten ihren Kindern aber zugleich signalisieren, dass sie danach wieder etwas gemeinsam unternehmen.
… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?“
E1: Wenn am Wochenende oder in den Ferien schlechtes Wetter ist, möchte meine Tochter (zehn) am liebsten zu Hause bleiben und lange fernsehen oder am Computer spielen. Ich kann verstehen, dass sie dann keine Lust hat, etwas zu unternehmen. Ist eine Ausnahme bei solchen Bedingungen dann nicht ok?
E2: Ich finde schon, dass das ok ist. Was sollen die Kinder denn sonst machen? Es muss halt eine Ausnahme bleiben. Ins Kino gehen kostet immer gleich eine ganze Menge Geld - Eintritt, etwas zu trinken, vielleicht noch Popcorn.
E3: Ich sehe das anders. Ein verregneter Tag ist ja nicht so selten, dass man wirklich von einer Ausnahme sprechen kann. Wenn es regnet, können meine Kinder (acht und elf) gerne ihre Freunde zu uns einladen und mit denen gemeinsam spielen. Oder wir machen in der Familie gemeinsam einen Spielenachmittag. Da maulen sie am Anfang etwas, weil sie es gar nicht so richtig "cool" finden. Aber wenn wir erst mal angefangen haben, macht es ihnen doch Spaß.
Lehrer1: Wir merken in der Schule sofort, wenn Kinder - zum Beispiel nach einem verregneten Wochenende - zu viel vor dem Bildschirm gesessen haben. Vor allen Dingen, wenn sie keinen Ausgleich haben. Die sind dann unruhiger und unkonzentriert, der Unterricht mit ihnen ist dann viel mühseliger. Wenn Kinder am nächsten Tag in die Schule müssen, sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht nur vor dem Bildschirm sitzen
Tipp SCHAU HIN!
Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Eltern sollten sich für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen überlegen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.
Mehr Spieletipps finden Eltern auf der mobilen SCHAU HIN! Website.
… beim Essen ständig Handy, Nintendo oder Fernseher im Einsatz sind?“
E1: Meine Tochter ist dreizehn und hat ein eigenes Handy. Wenn wir gemeinsam essen, ist sie damit beschäftigt, mit ihren Freundinnen SMS auszutauschen, das sei jetzt wichtig und könne nicht verschoben werden, meint sie. Mich stört das, ich würde es eigentlich gerne verbieten. Ist das richtig?
E2: Mich stört das auch, meinen Mann aber nicht so sehr. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, geht er ja auch ran und führt längere Gespräche.
E3: Das Handy ist bei uns kein Problem, dafür spielt mein Sohn liebend gerne mit seinem Nintendo beim Essen. Ich finde es schade, dass wir das Essen nicht dazu nutzen, uns miteinander zu unterhalten. Aber ich möchte auch nicht, dass es jedes Mal Streit wegen des Nintendos gibt.
Tipp SCHAU HIN!
Das gemeinsame Essen ist für Kinder ein wichtiges Familienerlebnis. Sie erleben dabei Geborgenheit und können sich mit Geschwistern und Familie austauschen. Eltern sollten die gemeinsamen Mahlzeiten als Familienzeit aufrecht erhalten und schützen.
„Störer“ wie das Handy, die Spielkonsole oder der Fernseher sollten dabei ausgeschaltet bleiben. Das gilt für Kinder wie für Eltern. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, sollten Eltern Vorbild sein. Sie können die Anrufer bitten, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzurufen oder einfach gleich den Anrufbeantworter einschalten und nach dem Essen abhören. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern durchsetzen, was Sie unbedingt tun sollten.
… ich mein Kind am Wochenende morgens fernsehen lassen möchte, damit ich noch schlafen kann?“
E1: Unsere Kinder (vier und sechs) stehen auch am Wochenende sehr früh auf. Damit wir noch mal eine Stunde unsere Ruhe haben, dürfen sie dann fernsehen. Sind sie dafür schon im richtigen Alter?
E2: Ich finde es auch verführerisch, die Kinder dann mit dem Fernseher etwas „ruhigzustellen“. Aber wir versuchen, sie mit etwas anderem zu beschäftigen, sodass Fernsehen eine seltene Ausnahme bleibt. Hörbücher funktionieren z.B. sehr gut.
Tipp SCHAU HIN!
Gerade kleinere Kinder sollten überhaupt nicht alleine fernsehen. Hier sind beispielsweise Hörbücher, malen oder mit Legosteinen spielen sicher die sinnvollere Alternative. Wenn Kinder etwas älter sind (etwa acht) und eine Sendung schon kennen, und wenn die Eltern wissen, wie ihre Kinder auf die Sendung reagieren, können sie am Sonntagmorgen auch mal eine halbe Stunde alleine fernsehen. Die Eltern sollten aber in der Nähe sein, damit sie sofort mitbekommen, wenn ihre Kinder anders reagieren als sonst.
… mein Kind Sendungen schauen möchte, die nicht für sein Alter geeignet sind?“
E1: Meine Tochter (vier) schaut gerne diese Barbie-Sendung und will nichts anderes sehen? Ist die Sendung für dieses Alter geeignet?
E2: Bei uns zu Hause ist es dasselbe Thema mit „Star Wars Clones“. Unsere Söhne (vier und sechs) sind ganz verrückt danach. Besonders für den Kleineren finde ich die Sendung nicht geeignet, aber angeblich schauen das ja alle im Kindergarten.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade bei kleineren Kindern sollten Eltern darauf achten, dass die Sendungen Probleme und Erfahrungen aufgreifen, die auch Kinder in diesem Alter beschäftigen. Versuchen Sie, Ihr Kind an Sendungen heranzuführen, die für die Altersstufe geeignet sind. Sendungen können ruhig in einer anderen Welt spielen, wie z.B. Zeichentrickserien. Die Hauptdarsteller sollten sich aber mit Themen beschäftigen, die auch kleine Kinder betreffen. Wenn Ihr Kind von einer Sendung besonders fasziniert ist, versuchen Sie durch interessierte Fragen herauszubekommen, was das Besondere an der Geschichte oder dem Charakter ist. Auf diese Weise erfahren Sie, welche Themen Ihr Kind beschäftigt, z.B. Freundschaft, Verarbeitung von Konflikten, „selber groß und stark sein wollen“ etc..
Wenn Sie Sendungen für nicht geeignet halten, sollten sie diese auch konsequent verbieten und lieber eine altersgerechte Alternative anbieten. Sicherlich gibt es dann am Anfang Konflikte, aber in der Regel geht das Interesse der Kinder schnell zu anderen Dingen über.
Tipps für kindgerechte Sendungen finden Eltern täglich unter www.schau-hin.info sowie unter www.tivi.de und www.kika.de. Auch www.flimmo.de und www.checkeins.de zeigen, welche Sendungen sich für Kinder eignen.
… bei Freunden andere Fernsehregeln gelten als zu Hause?“
E1: Zu Hause haben wir mit unseren Kindern (sieben und zehn) klare Regeln, was und wie lange sie fernsehen dürfen. Das klappt auch ganz gut. Wenn sie bei ihren Freunden sind, schauen sie dort aber oft stundenlang fern, vor allen Dingen die ältere Tochter (zehn). Wir wollen unseren Kindern nicht verbieten, ihre Freunde zu besuchen, aber wie können wir verhindern, dass sie bei ihnen ewig fernsehen?
E2: Wir haben mit den Eltern der Schulkameraden darüber bei einem Elternabend gesprochen. Im Großen und Ganzen waren sich alle einig, dass die Kinder nicht den ganzen Nachmittag fernsehen sollten, sondern lieber zusammen spielen. Meistens klappt das ganz gut, obwohl bei manchen Familien natürlich mehr TV geschaut wird als bei anderen.
E3: Wir haben unserem Sohn (acht) verbieten müssen, bei einem seiner Freunde zu spielen. Dort lief den ganzen Tag der Fernseher – auch viele Sendungen, die nicht für Kinder geeignet waren. Die Eltern fanden das nicht problematisch. Jetzt dürfen die beiden nur noch bei uns spielen. Am Anfang gab es natürlich Geschrei, aber jetzt beschäftigen sich auch mit anderen Sachen oder gehen in den Garten zum Fußballspielen.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern sollten das Problem bei den Eltern der Freunde direkt ansprechen. Sie sollten deutlich machen, dass sie nicht möchten, dass die Kinder so lange fernsehen. Wichtig ist, dass sie einen klaren Standpunkt haben, den sie auch vertreten. Sie können ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können die Eltern entscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Eltern das sogar zur Bedingung machen.
… die Medien über Katastrophen berichten, bei denen viele Menschen sterben?“
E1: Ich finde es schwierig, mit Kindern über schlimme Ereignisse in der Welt zu sprechen, wie z.B. das Erdbeben in Japan im März 2011. Unsere Tochter (neun) hat über Fernsehen oder Zeitungen die Bilder aus Japan gesehen und will wissen, was da passiert ist. Wie kann ich solche Themen ansprechen?
E2: Wir schauen mit unseren Kindern (acht und elf) gemeinsam logo!. Das ist eine Nachrichtensendung, die eigens für Kinder gemacht ist. Die gibt es auch im Internet, wenn man nachmittags nicht zu Hause ist. Die erklären solche schwierigen Themen sehr gut. Ich als Erwachsener kann da auch noch etwas lernen. Von Erwachsenen-Nachrichten halten wir sie noch fern. Die Bilder, die dort gezeigt werden, wären zu schlimm für unsere Kinder.
Erzieher1: Bei uns im Kindergarten lassen wir die Kinder nach Katastrophen wie in Japan Bilder malen. Es ist erstaunlich, wie viel die Kinder von den Geschehnissen mitbekommen haben und was sie davon gemalt haben. Über das Malen sind wir dann auch ins Gespräch gekommen. Das hilft den Kindern, zu verarbeiten, was sie gesehen haben.
Tipp SCHAU HIN!
Wenn in der Welt etwas Schreckliches geschieht, bekommen Kinder das mit. Eltern können ihren Kindern helfen, schreckliche Nachrichten zu verarbeiten. Schauen Sie mit Ihren Kindern gemeinsam Sendungen wie logo! oder minitz (für Kinder von acht bis zwölf). Das sind Nachrichtensendungen speziell für Kinder, die diese Themen kindgerecht aufbereiten. Eine Auswahl weiterer empfehlenswerter Kindernachrichten und deren Sendezeit hat SCHAU HIN! für Eltern in einem PDF zusammengestellt.
Eine sehr gute Idee ist das Malen, denn Kinder nutzen gern Gelegenheiten, ihre Eindrücke durch eigenes Tun zu verarbeiten. Sie können beim gemeinsamen Fernsehen oder beim Malen ein Gespräch ganz einfach damit beginnen, dass Sie Ihrem Kind Ihre eigene Betroffenheit vermitteln. Zum Beispiel indem Sie ihm sagen, dass Sie das Gesehene traurig macht, dass Sie an die betroffenen Menschen denken müssen. Kinder können dann antworten. Das macht es für sie einfach, ihre eigenen Gedanken auszusprechen.
… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“
E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.
E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.
E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.
Tipp SCHAU HIN!
Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.
Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.
Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.
Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.
… mein Kind vom Fernsehen überfordert ist?“
E1: Mein Sohn (vier Jahre) darf seit wenigen Wochen fernsehen. Wir schauen gemeinsam kleinere Filmchen, die ihn aber emotional sehr mitnehmen. Er macht dann richtig mit, zappelt auf dem Sofa rum oder steht auf und schaut im Stehen weiter, weil er es einfach nicht mehr im Sitzen aushält. Ist das normal oder ist das ein Zeichen von Überforderung?
E2: Ich habe mit meiner Tochter, auch vier, eine Abmachung: Wenn sie es im Sitzen nicht mehr aushält, wird der Fernseher ausgemacht. Ich glaube schon, dass sie dann mit dem was sie sieht überfordert ist, und ich will nicht, dass sie sich so aufschaukelt.
E3: Ich finde das ok, wenn mein Kind mit dem Film richtig mitgeht. Ich orientiere mich da an der Altersfreigabe. Wenn mein Sohn aufgedreht ist nach dem Fernsehen, braucht er eben ein bisschen, um wieder runterzukommen. Aber das schafft er schon.
Tipp SCHAU HIN!
Gerade kleinere Kinder reagieren noch sehr ursprünglich auf Situationen und „leben“ Filme richtig mit. Wenn sie von etwas begeistert sind, hält es sie oft nicht mehr auf dem Sofa, ebenso, wenn etwas sehr spannend ist. Das ist in gewissen Maßen normal und muss kein Zeichen von Überforderung sein. Sie verarbeiten das Gesehene sehr körperlich. Gerade weil sie das Gesehene „mitleben“, ist es so wichtig, dass die Fernsehzeit begrenzt ist und Kinder danach die Möglichkeit haben, wieder zur Ruhe zu kommen.
Aber Kinder zeigen auch deutlich, wenn sie sich unwohl fühlen und wirklich überfordert sind. Sie gehen beim Fernsehen einfach aus dem Zimmer, reden laut oder verstecken sich hinterm Sofa. Dann sollten Sie den Fernseher ausschalten und mit Ihrem Kind darüber reden, was es verängstigt oder verschreckt hat. Kinder sind dann vom Gesehenen überfordert, wenn sie nicht begreifen oder nachvollziehen können, was im Film geschieht. Kinder sprechen Überforderungen nicht unbedingt beim Fernsehen an, sondern meist erst später, in Situationen, die mit dem Fernsehen nichts zu tun haben. Sie fragen dann nochmal nach und wollen Erklärungen für das, was sie beim Schauen eines Films nicht verstanden haben.
E1: Das ist nicht so einfach, sich die Sendungen vorher anzuschauen. Denn tagsüber, wenn Kindersendungen gezeigt werden, ist mein Kind meistens bei mir.
Tipp SCHAU HIN!
Viele TV-Sender bieten auf ihren Internetseiten Informationen und erste Bilder zu ihren Sendungen an. Oft finden Sie dort auch Filmbeispiele, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können oder die Sendung steht in der Mediathek des jeweiligen Senders zum Abruf bereit. Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… meine Kinder bei den Großeltern mehr fernsehen dürfen, als mir recht ist?“
E1: Bei den Großeltern darf sich unsere Tochter (drei) zu Opa mit aufs Sofa setzen, wenn er fernsieht. Dann schauen sie gemeinsam Frühstücksfernsehen oder Nachmittagsprogramm. Mir ist das gar nicht recht, dass meine Tochter dann so viel fernsieht. Wenn ich das bei meinen Schwiegereltern anspreche, stoße ich auf Unverständnis. Was soll ich tun, ich möchte das eigentlich ändern, brauche aber meine Schwiegereltern an zwei Tagen in der Woche für die Kinderbetreuung, da ich Teilzeit arbeiten gehe.
E2: Auch bei uns schien dieser Konflikt unauflösbar zu sein. Ich habe meine Eltern vor die Wahl gestellt: Entweder das Thema fernsehen wird so behandelt, wie ich mir das vorstelle, oder ich suche eine andere Lösung– so schmerzlich das auch finanziell sein mag. Das hat funktioniert. Wir sprechen uns jetzt jedes Mal ab, ob der Fernseher angemacht wird und wenn ja, was mein Sohn schauen darf. Und meine Eltern halten sich daran.
E3: Auch ich habe eine ähnliche Situation. Ich sehe das aber gelassen. Mein Sohn ist auch drei Jahre alt und drei Vormittage bei den Großeltern, wo der Fernseher läuft. Die meiste Zeit verbringt er aber mit uns und da bleibt der Fernseher aus. So lernt er, dass es normal ist, wenn der Fernseher aus ist, und fernsehen eine Ausnahme ist.
E4: Ich denke auch, dass das ein wenig der Preis dafür ist, dass die Eltern auf die Kinder aufpassen. Ich möchte von meinen Eltern auch nicht zu viel verlangen. Die haben ihre Gewohnheiten, auch Fernsehgewohnheiten, und können sich auch nicht jedes Mal ein Bespaßungsprogramm ausdenken, wenn sie auf meine Kinder aufpassen sollen. Da kann es schon mal passieren, dass ich völlig aufgedrehte Kinder zurückbekomme, die bei Opa und Oma zu lange vor dem Fernseher saßen. Aber das ist eben der Preis fürs kostenlose Kinderhüten.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich, mit den Großeltern von Beginn an darüber zu sprechen, wie mit dem Fernsehen umgegangen werden soll. Machen Sie Ihren Eltern oder Schwiegereltern deutlich, dass Sie konkrete Vorstellungen haben, welchen Umgang Ihre Kinder mit elektronischen Medien erlernen. Sie möchten mitbekommen, wie Ihre Kinder das, was sie im Fernsehen sehen, erleben und aufnehmen. Wenn Ihr Kind beginnt, erste Sendungen zu sehen, wollen natürlich auch die Großeltern erfahren, wie die Enkel das Geschehen im Fernsehen erleben. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu, vereinbaren Sie aber feste Zeiten und Sendungen, die sie mit ihren Enkeln anschauen dürfen.
… ich nicht weiß, ob mein Kind schon alt genug fürs Fernsehen ist?“
E1: Woran erkenne ich, dass mein Kind alt genug für das Fernsehen ist und wie gestalte ich das erste Fernsehschauen?
E2: Bei uns hat sich das so ergeben. Irgendwann erzählte unsere Tochter, da war sie fast vier Jahre, dass alle im Kindergarten immer eine bestimmte Sendung schauen. Weil sie so gedrängelt hat, haben wir diese dann mal zusammen gesehen. Seitdem schaut sie jeden Tag ihre Lieblingssendung und danach wird der Fernseher wieder ausgeschaltet.
E3: Wir haben mit einem kurzen DVD-Film angefangen. Die Zwillinge haben so mit drei, vier Jahren immer öfter danach gefragt und irgendwann musste man schon die Fernbedienung verstecken, damit sie die Kiste nicht selbst anschalten. Seitdem schauen wir immer zwei, drei Mal die Woche eine DVD oder eine Sendung im Fernsehen zusammen.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder anfangen, sich für das Fernsehen zu interessieren, sagen sie das in der Regel ganz offen und äußern vermehrt den Wunsch, etwas anzuschauen. Suchen Sie zunächst gemeinsam mit Ihrem Kind eine Sendung aus und schauen sie diese dann auch zusammen. So können Sie am besten beobachten, wie Ihr Kind auf das Fernsehen reagiert. Viele Kinder langweilen sich schon nach wenigen Minuten wieder, andere sind sehr fasziniert. Schalten Sie den Fernseher wieder aus, wenn die ausgesuchte Sendung vorbei ist. Fragen Sie Ihr Kind auch, ob ihm das Programm gefallen hat und ob es Fragen dazu hat. Wenn Ihr Kind den Wunsch äußert, öfters gemeinsam Fernzusehen, können Sie ein paar Tage später wieder eine Sendung anschauen. Jeden Tag brauchen kleine Kinder aber nicht vor dem Fernseher zu sitzen.
E1: Verpasst meine Tochter (drei) etwas, wenn sie sich noch nicht für das Fernsehen interessiert? Schließlich kann sie beim Fernsehen ja auch viel über die Welt lernen.
Tipp SCHAU HIN!:
Nein! Es gibt viele Kinder, die sich erst später für das Fernsehen interessieren. Die Kinder verpassen nichts, wenn sie nicht TV schauen. Sie beschäftigen sich in dieser Zeit mit anderen Dingen, und auch ohne Fernsehen können Kinder viel über die Welt lernen. Das Interesse für das Fernsehen kommt irgendwann von ganz alleine.
… die Zeit reif ist für das erste Mal fernsehen, wie gestalte ich die Fernsehpremiere am besten?“
E1: Meine Tochter wird bald vier. Ich habe ihr immer versprochen, dass sie mit vier Jahren fernsehen darf. Am liebsten würde ich daraus eine richtige kleine Familienfeier machen. Ist das sinnvoll? Oder macht das das Fernsehen zu etwas viel wichtigerem, als es eigentlich ist?
E2: Bei uns lief das anders. Meinen Sohn hat Fernsehen natürlich schon interessiert. Auch wenn das Gerät bei uns in der Familie meistens aus ist, zumindest tagsüber. Als ich den Eindruck hatte, mein Sohn wäre so weit, dass er das mal kennen lernen kann, habe ich mit ihm zusammen einen kurzen Zeichentrickfilm geschaut. Das war gar kein besonderer Anlass, einfach so, nebenbei. Ein paar Tage später wollte er noch mal etwas anschauen. So hat sich das dann langsam entwickelt.
E1: Ich glaube, bei meiner Tochter wäre das nicht möglich. Die fragt immer wieder nach, wann sie denn endlich mal schauen darf.
E3: Das war bei unserer Tochter genau so. Wir haben dann ein richtiges kleines Fest gemacht. Seitdem hat das Fernsehen einen festen Platz im Wochenablauf meiner Tochter.
Tipp SCHAU HIN!:
Es gibt verschiedene Wege, wie Sie das erste Fernsehen gestalten können. Das hängt auch ganz stark von Ihrem Kind und Ihnen ab. Auf eines sollten Sie unbedingt achten: Schauen Sie gemeinsam fern, und schauen Sie nur einen kurzen und altersgerechten Film.
Ein richtiges Fest gibt dem Fernsehen sehr viel Bedeutung. Davon würden wir abraten. Es ist aber auf alle Fälle sinnvoll, wenn Ihr Kind das erste Mal Fernsehen als Familienerlebnis wahrnimmt. Von daher ist das gemeinsame Schauen mit den Eltern bei leckeren kleinen Snacks ganz sicher der richtige Weg. Und wenn der Film vorbei ist: Sprechen Sie mit Ihrem Kind und machen Sie sich einen Eindruck, wie es das Gesehene erlebt haben.
… mein Kind nach dem Fernsehen aufgedreht ist?“
E1: Nach dem Fernsehen wird es bei uns laut. Meine Tochter tobt dann durch die Wohnung und hat erstmal kein Maß mehr für Lautstärke und Heftigkeit. Ich habe dann immer Mühe, sie wieder zur Ruhe zu bringen. Ist das normal?
E2: Das war bei uns auch lange ein Thema, bis ich einen Riegel vorgeschoben habe. Ich habe es nämlich zur Bedingung gemacht, dass mein Sohn (fünf) nur unter der Bedingung fernsehen darf, dass er danach nicht aufgedreht ist. Ist er es doch, bleibt der Fernseher am nächsten Tag aus.
E3: Ich finde das nicht schlimm, wenn Kinder mal aufgedreht sind. Irgendwo müssen die ja mit ihrer ganzen Energie hin. Ich habe meinem Sohn (fünf) einen Punching Ball gekauft, wie ihn Boxer zum trainieren nutzen. Der hängt bei ihm im Zimmer. Da kann er sich abreagieren, wenn er so richtig aufgedreht ist. Wenn er fünf Minuten auf das Ding eingedroschen hat, hat er sich meist wieder beruhigt.
Tipp SCHAU HIN!:
Dass Kinder nach dem Fernsehen aufgedreht sind, kann schon mal passieren und ist an sich nichts Schlimmes. Wir raten davon ab, Fernsehen nur unter der Bedingung zu erlauben, dass Ihr Kind danach ruhig bleibt. Kinder brauchen das Toben. Es hilft ihnen, das Gesehene zu verarbeiten. Wenn es dabei laut und heftig zugeht, ist das ok.
Allerdings sollten Ihre Kinder schon bald wieder „runterkommen“ und sich beruhigen, das müsste nach etwa 10 bis 15 Minuten der Fall sein. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, indem Sie es bitten, sich wieder zu beruhigen und sich mit etwas Ruhigem zu beschäftigen, zum Beispiel damit, ein Bild zu dem gesehenen Film zu malen.
Die Ursache dafür, dass Ihr Kind nach dem Fernsehen aufgedreht ist, muss nicht der gesehene Film sein. Manchmal kann das auch die Folge der Erlebnisse des Tages sein. Am besten finden Sie das heraus, wenn Sie sich die Zeit nehmen, mit Ihrem Kind über den Tag zu plaudern. Das hilft auch Ihrem Kind, das Erlebte zu verarbeiten.
… mein Kind am liebsten Werbespots schaut?“
E1: Meine Tochter (fünf) entdeckt das Fernsehen für sich. Am liebsten schaut sie Werbespots im Kinderprogramm der Privaten, was ich eigentlich nicht möchte. Aber ihr gefallen die kurzen Spots, sie kann den kurzen Geschichten gut folgen. Soll ich ihr das erlauben?
E2: Ich finde ja. Unsere Kinder dürfen selbst bestimmen, was sie in ihrer Fernsehzeit anschauen. Einzige Bedingung: Es dürfen keine Erwachsenenprogramme sein. So haben sie die Möglichkeit, selbst etwas zu entscheiden. Sie fühlen sich ernst genommen und respektiert.
E1: Wir bekommen aber immer Streit miteinander, weil meine Tochter das, was sie in der Werbung sieht, oft auch haben will. Dass das Geld kostet und dass wir nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung haben, das will sie dann oft nicht einsehen.
Tipp SCHAU HIN!
Die Vereinbarung darüber, welche Sendungen sie sehen dürfen und welche nicht, sollte mit Kindern von vornherein getroffen werden. So machen Sie den Kindern klar: Euch steht eine bestimmte Zeit für das Fernsehen zu. Aber was ihr anschaut, müsst ihr mit uns Eltern absprechen.
Bloß weil ein Programm kein ausgesprochenes „Erwachsenenprogramm“ ist bedeutet das noch nicht, dass es für Kinder geeignet ist. Das gilt auch für Werbung. Gerade jüngere Kinder können noch nicht zwischen Werbung und anderen Sendungen unterscheiden. Sie verstehen nicht, dass Werbung einen ganz bestimmten Zweck verfolgt.
Werbefilme sind nicht für Kinder geeignet. Deshalb sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie jetzt noch keine Werbung anschauen dürfen. Wenn sie älter sind, mit ca. acht bis zehn Jahren, können Sie sich mit ihren Kindern darüber unterhalten, was in der Werbung gezeigt wird und was die Werbefilme eigentlich erreichen wollen.
… ich selbst auf meine Lieblingssendung nicht verzichten will?“
E1: Meine Tochter ist drei und soll noch nicht fernsehen. Ich möchte da auch gutes Vorbild sein und selbst wenig fernsehen, aber auf meine Sportschau am Samstag will ich auch nicht verzichten. Ist das ein Widerspruch? Wie kann ich den auflösen?
E2: Wir versuchen, solche Konflikte zu vermeiden, indem wir Sendungen, auf die wir nicht verzichten möchten, aufzeichnen.
E1: Aber nichts ist so alt wie die Sportschau von gestern…
E3: Ich denke, dass Kinder lernen müssen und können, dass nicht alles, was Erwachsene machen, auch ihnen erlaubt ist. Deshalb habe ich keine Probleme damit, dass meine Kinder noch nicht fernsehen dürfen, ich aber schon meine Lieblingssendungen schaue. Da bekommen sie ja auch die Botschaft mit, dass Papa und Mama den Fernseher nicht nur anmachen, sondern auch wieder abschalten, wenn die Lieblingssendung vorbei ist.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sich Eltern bewusst sein. Dazu gehört auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Das gilt eben auch für Eltern, deren Kinder noch zu klein zum fernsehen sind.
Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: schauen Sie ruhig Ihre Sportschau. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie meinen, dass sie fürs Fernsehen (oder für diese spezielle Sendung) noch zu klein sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen sie auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen. Sie lernen also, wie richtige Mediennutzung aussehen kann.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen handelt, bietet sich diese Lösung an.
… Geschwister unterschiedlichen Alters Medien nutzen?“
E1: Mein Sohn ist fünf Jahre alt. Er schaut gerne am Nachmittag ein bisschen Fernsehen. Ich schaue dann mit, falls er Fragen oder Angst vor etwas hat. Meine Tochter ist dann auch automatisch mit dabei. Die ist erst zweieinhalb. Eigentlich sollen Kinder unter drei Jahren ja noch nicht fernsehen. Ich möchte aber keines der beiden in dieser Situation allein lassen. Was kann ich da machen?
E2: Wir verbieten der Großen (fünf) dann manchmal bestimmte Sendungen, weil die Kleine (zwei) mit im Zimmer ist. Aber immer kann man das ja auch nicht machen. Wenn sie dann ab und zu auch mal mitschaut, finden wir das nicht so schlimm. So richtig interessiert ist sie eh noch nicht daran.
E3: Unser Sohn passt immer ganz genau auf, wenn seine kleine Schwester mit fernsieht. Wenn es spannend wird, hält er ihr auch schon einmal die Augen zu. Ansonsten darf er seine Sendungen sehen, wenn die Kleine schläft oder etwas anderes macht.
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen. Sie wollen die Welt im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Sie erkunden ihre nähere Umgebung und wollen die Dinge dabei anfassen, um sie zu verstehen. Wenn sie aber doch mal bei den älteren Geschwistern mitschauen, sollten Eltern kein schlechtes Gewissen haben. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Die älteren Geschwister brauchen auch etwas, was speziell für sie bestimmt ist, beispielsweise ihre „eigene Sendung“, die sie anschauen dürfen. Die kleine Schwester sollte für diese Zeit mit etwas anderem beschäftigt werden, beispielsweise mit malen oder mit einem Bilderbuch. Das kann am Anfang zu Enttäuschung oder Streit führen. Wenn Sie aber Ihren Standpunkt ruhig und konsequent vertreten, wird es schon bald bei allen zur Selbstverständlichkeit.
… mein Kind mit der Fernbedienung spielt?“
E1: Meine Tochter ist zweieinhalb. Sie spielt leidenschaftlich gerne mit der Fernbedienung des Fernsehers. Für sie ist es toll, dass sie auf einen Knopf drückt und es passiert etwas. Ist das ok, wenn ich sie damit spielen lasse?
E2: Wir haben die Fernbedienung versteckt. Ich möchte nicht, dass mein Kind lernt, wie es den Fernseher anschalten kann. Den dürfen nur wir Eltern anschalten.
E3: Ich denke, mein Sohn (zwei) kann mit den Filmen gar nichts anfangen. Der will nur sehen, dass er etwas anmachen kann, wenn er auf einen Knopf drückt. Dann ist er ganz stolz und freut sich.
Tipp SCHAU HIN!:
Kleine Kinder haben einen riesigen Spaß daran, Geräte an- und auszuschalten. Das gilt auch für Fernbedienungen, und das ist auch ok so. Sie bekommen ja mit, wie die Eltern damit hantieren, und wollen das auch mal ausprobieren. Sie sollten aber von Anfang an klarstellen, dass bestimmte Geräte nur gemeinsam mit den Eltern ausprobiert werden können. Dazu gehört die Fernbedienung für den Fernseher. Machen Sie es Ihren kleinen Kindern nicht zu schwer, sich an diese Abmachung zu halten. Am besten, Sie legen die Fernbedienung in eine Schublade oder irgendwo hin, wo sie nicht immer sichtbar und greifbar für Ihre Kinder ist. Dann werden sie auch weniger verführt, das tolle Gerät auch mal alleine auszuprobieren.
… Kinder gerne vor dem Fernseher essen möchten?“
E1: Wir haben zwei Kinder im Teenager Alter und eine Tochter, die erst drei Jahre alt ist. Die Großen essen meistens vor dem Fernseher Abendbrot und schauen dabei die Simpsons an. Natürlich möchte die Kleine dann auch dabei sein. Ist denn Fernsehen beim Abendessen in Ordnung?
E3: Wir essen auch abends immer vor dem Fernseher und gucken das Sandmännchen oder Spongebob. Dann aber alle zusammen. Das hat sich bei uns so eingebürgert. Unsere Tochter (fünf) bleibt sonst auch gar nicht ruhig am Tisch sitzen.
Tipp SCHAU HIN!:
Essen und Fernsehen sollten getrennt werden. Essen ist Familienzeit, in der man sich unterhalten und über die Ereignisse des Tages austauschen kann. Für Kinder ist das ein schönes Ritual. Als Ausnahme kann das Essen vor dem Fernseher mal am Wochenende als Ereignis gestaltet. Ein DVD-Abend mit der ganzen Familie, mit leckeren Snacks oder den Lieblingsgetränken der Kinder macht das Fernsehen zu einem Gemeinschaftserlebnis.
E1: Ich lasse meine Kinder (vier und fünf) gerne morgens beim Frühstück, bevor ich sie in den Kindergarten bringe, fernsehen. Ich kann mich in Ruhe fertig machen, und sie haben in der Zeit Unterhaltung.
Tipp SCHAU HIN!:
Wir raten davon ab, den Fernseher schon beim Frühstück anzuschalten. Kinder haben einen vollgepackten Tag vor sich. Sie brauchen morgens nicht zusätzliche Unterhaltung. Die Zeit zwischen Frühstück und Kindergarten können Ihre Kinder nutzen, um sich auf den Tag vorzubereiten. Sie können beispielsweise die Puppe für den Kindergarten fertig machen, ein Bild malen, weil die Großeltern zu Besuch kommen oder die Rennbahn für das Spielen am Nachmittag aufbauen.
… mein Kind krank ist und Langeweile hat?“
E1: Mein Sohn ist dreieinhalb Jahre alt. Jetzt ist er krank geworden und liegt mit Fieber im Bett. Ihm ist natürlich schrecklich langweilig, deshalb dachte ich, ich könnte ihn tagsüber fernsehen lassen. Ich bin mir aber unsicher, ob das eine gute Idee ist.
E2: Ich mache das auch bei meinen Kindern. Meine Tochter (vier) lag neulich mit einem grippalen Infekt mehrere Tage zu Hause. Die Arme hat sich fürchterlich gelangweilt. Da habe ich Ihr ein paar Kinder-DVDs besorgt, die sie anschauen durfte - als kleines Trostpflaster dafür, dass sie nicht mit anderen Kindern spielen kann.
E3: Bei uns bleibt der Fernseher aus, wenn die Kinder krank sind, schon aus Prinzip. Ich glaube einfach, dass meine Kinder Ruhe brauchen, um wieder gesund zu werden.
Tipp SCHAU HIN!:
Fernsehen nimmt Ihre Kinder auch körperlich in Anspruch. Deshalb sollten Eltern sehr genau hinschauen und prüfen, ob der Fernseher bei Krankheit nicht besser ausbleibt. Das hängt auch von der Krankheit selbst ab. Hat sich das Kind beispielsweise ein Bein gebrochen oder ist einfach erkältet und kann deswegen nicht zum spielen rausgehen, kann das Fernsehen helfen, die Langeweile zu vertreiben.
Gerade wenn sie Fieber haben oder einen Infekt, braucht ihr Körper Ruhe und Entspannung, um wieder gesund zu werden. Wenn das Ärgste überstanden ist, können Kinder auch wieder fernsehen. Eltern sollten dann mit kurzen Sendungen oder Ausschnitten einer DVD anfangen und beobachten, wie ihre Kinder reagieren .
Bei Krankheit sind auch Mal- und Ratespiele, Vorlesen, Hörspiele oder der Besuch von lieben Menschen ein geeigneter Zeitvertreib.
… mein Kind Märchenfilme sehen will?“
E1: Mein Sohn (viereinhalb) möchte gerne Märchenfilme sehen. Er kennt viele Märchen, da wir ihm abends vor dem Schlafengehen welche vorlesen. Kann ich mich bei Märchenfilmen darauf verlassen, dass sie für Kinder geeignet sind?
E2: Ich bin da vorsichtig, denn in Märchen geht’s ja manchmal richtig heftig zu. Da habe ich bei meinem Sohn lange gewartet, ich glaube er war schon sechs, bis wir überhaupt mal eins angeschaut haben. Das mache ich bei der Kleinen (drei Jahre) auch so.
E3: Wir haben die Neuverfilmungen von Märchen in ARD und ZDF entdeckt. Die fanden meine beiden Großen (sechs und acht Jahre) toll, weil die Filme zum Teil besonders witzig und einfach anders waren. Unsere Jüngste hat manchmal kurz mitgeschaut, aber schnell wieder aufgehört. Für sie war ganz klar: „Das ist nicht das echte Märchen“. Ihr hat das nicht gefallen.
Tipp SCHAU HIN!:
Vorsicht, nicht jeder Märchenfilm ist gleich ein Kinderfilm und für Fernsehanfänger geeignet. Sie sollten sich die Filme anschauen, bevor Sie sie Ihren Kindern zeigen.
Um einzuschätzen, ob ein Märchenfilm für Ihr Kind geeignet ist, können Sie auf die folgenden Dinge achten: Wie lange ist der Film? Märchenfilme sind oft länger als 15 oder 20 Minute. Das ist für Fernsehanfänger zu lange. Sie schaffen es noch nicht, einer Handlung in dieser Länge zu folgen. Wird das Märchen genau so erzählt, wie Ihre Kinder es kennen? Abweichungen können gerade kleine Kinder irritieren. Wie sind die Figuren, die Guten und die Bösewichte gestaltet? Arbeitet der Film mit dunklen, bedrohlich wirkenden Bildern? Kommen viele spannende oder gar gruselige Momente vor? Ist der Film besonders schnell geschnitten, so dass die einzelnen Bildeinstellungen nur kurz zu sehen sind? Bilder wirken sehr stark auf Kinder und nachdrücklich. Das ist deutlich anders, als wenn die Bilder zum Märchen in ihrem eigenen Kopf entstehen.
Märchen sind aber auch nicht der richtige Vorlesestoff für Kinder im TV-Anfängeralter (also von drei bis fünf). Das gilt insbesondere für Märchenklassiker wie die der Gebrüder Grimm. Die Geschichten sind oft noch zu lang und das Erzählte wirkt auf viele Kinder bedrohlich und ängstigend.
Besser ist es, Märchen zu erzählen. Das können Sie zum schönen Ritual machen, bei dem sich vielleicht auch die Großeltern oder Onkel und Tante gerne einbeziehen lassen. Unterstützt mit einem Bilderbuch ist das Ganze dann altersgerechter als ein Film.
… meine Kinder mit Hilfe des Fernsehers Deutsch lernen sollen?“
E1: Wir sind erst vor wenigen Monaten nach Deutschland gezogen. Unser Deutsch ist leider nicht sehr gut. Wir möchten, dass unsere Tochter (vier) sehr gut Deutsch sprechen lernt. Deshalb lassen wir den Fernseher tagsüber extra laufen, damit unsere kleine Tochter mehr Deutsch hört. Wenn sie dann in den Kindergarten kommt ist das vielleicht schon besser mit ihrem Deutsch. Stimmt das?
Tipp SCHAU HIN!:
Damit Kinder eine Sprache richtig und nachhaltig lernen, brauchen sie die persönliche Vermittlung durch Personen, zu denen sie eine enge Bindung haben. Das können die Eltern ebenso wie andere Verwandte oder gleichaltrige Freunde sein. Aber das Fernsehen kann sie dabei unterstützen.
Denn vier- bis fünfjährige Kinder haben Spaß daran, mit Wörtern zu spielen. Sie bilden gerne Reime, erfinden Quatschwörter. Oder amüsieren sich königlich darüber, wenn aus dem „Papa“ ein „Popo“ wird. So lernen sie spielerisch, Laute zu bilden und sich an die Sprechmelodie der Sprache zu gewöhnen.
Die Sendereihe „JoNaLu“ von ZDF tivi wurde eigens entwickelt, um diesen spielerischen Spracherwerb zu fördern. Die Hauptfiguren, Jo, Naya und Ludwig, reimen, spielen und singen mit der Sprache. Kinder lassen sich davon anstecken und bekommen Lust, das nachzuahmen. So üben sie, mit Sprache umzugehen und ihre eigenen Vorlieben zu entdecken. Das hilft gerade auch Kindern, deren erste Muttersprache nicht Deutsch ist. Eltern finden die Sendungen unter www.tivi.de in der Mediathek.
Mehr Infos zu JoNaLu und darüber, wie Kinder sprachen lernen, finden Sie unter http://www.tivi.de/fernsehen/jonalu/artikel/35828/index.html
… meine Kinder Zeichentrickfilme anschauen möchten?“
E1: Mein Sohn ist vier und fängt an, sich fürs Fernsehen zu interessieren. Am liebsten würde ich mit ihm die Zeichentrickfilme ansehen, die ich als Kind so sehr geliebt habe. Aber heute finde ich die manchmal recht heftig, weil es da ziemlich gewalttätig zur Sache geht. Kann ich Zeichentrickfilme bedenkenlos mit Kindern anschauen?
Tipp SCHAU HIN!
Zeichentrickfilme sind nicht automatisch Kinderfilme. Gerade die Klassiker – der rosarote Panther, Speedy Gonzales oder auch Micky Maus – sind für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder. Früher durften Kinder diese Filme oft sehen. Man hat sich damals noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht hat, welche Filme für Kinder geeignet sind und welche nicht.
Heute wissen wir mehr darüber, wie Kinder Filme erleben und welche Folgen das haben kann. Zeichentrickfilme sind nicht generell kindgerecht. Das hat mit der gezeigten Gewalt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie sehr schnell und hektisch geschnitten sein können. Außerdem sind die Geschichten und Witze oft für Erwachsene geschrieben. Kinder verstehen diese noch nicht.
Für Zeichentrickfilme gilt daher das Gleiche wie für andere Filme auch: Schauen Sie sich die Filme zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.tivi.de, www.kikaplus.net und die „Seite mit dem Elefanten“ geben. Auch die DVD- und Kinotipps bei schau-hin.info können Ihnen weiterhelfen, das Passende für Ihr Kind zu finden.
Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… meine Kinder Tierfilme anschauen möchten?“
E1: Meine Tochter ist vier. Sie liebt Tiere über alles und ist verrückt nach allem, was vier Beine hat oder fliegen kann. Daher denke ich, dass Tierfilme eigentlich genau der richtige Start dafür sind. Tierfilme sind doch für Kinder geeignet, oder?
E2: Ich kann mir das bei meiner Tochter mit fünfeinhalb gar nicht vorstellen. Tiere in der Natur erleben – das ja. Aber wenn sie sehen würde, dass ein Eisbärbaby stirbt, weil es krank ist, oder wie ein Eisbär eine Robbe frisst, da würde sie heulen oder schreien. Das erspar ich ihr.
E3: Mit meinen Kindern gehe ich in den Streichelzoo, oder wir fahren zum Wildpark und schauen uns Tiere in echt an. Die Tierfilme, die ich gesehen habe, Dokumentationen und so was, fand ich nicht für Kinder gemacht.
Tipp SCHAU HIN!
Die meisten Tierfilme sind Dokumentationen. Sie informieren beispielsweise über bedrohte Tierarten, über Besonderheiten im Tierreich oder über neue Forschungsergebnisse zu Tieren. Meist sind diese Inhalte zu kompliziert für kleine Kinder oder zu grausam. Denn schließlich geht es im Tierreich oft um „fressen und gefressen werden“. Außerdem gibt es Tierfilme, die wie ein Spielfilm erzählt werden. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Film „Der Bär“. Diese Filme haben meist Spielfilmlänge und sind daher für TV Anfänger nicht geeignet.
Auch die bei Erwachsenen sehr beliebten Nachmittagssendungen, die aus dem Alltag in verschiedenen Zoos berichten, sind für kleinere Kinder nicht geeignet. Kinder brauchen einfach erzählte Geschichten mit linearer Handlung, der sie folgen können. Die ständigen Ortswechsel, die in diesen Sendungen vorkommen, sind für TV Anfänger zu verwirrend.
Schauen Sie sich die Filme, die Sie mit Ihren Kindern sehen möchten, unbedingt zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.kikaplus.net, www.checkeins.de und www.tivi.de geben.
E3: Meine Kinder, vier und sechs Jahre alt, können durch das Fernsehen doch jede Menge lernen, beispielsweise durch „Die Sendung mit der Maus“, „Willi wills wissen“ oder “Löwenzahn“.
Tipp SCHAU HIN!
Diese Sendungen sind speziell für Kinder ab 6 Jahre gemacht. Aber gerade für TV Anfänger, die vielleicht drei oder vier Jahre alt sind, sind sie oft noch zu schwer zu verstehen. Wenn Kinder solche Sendungen sehen, gehen sie in der Regel sehr intelligent damit um. Was sie verstehen, merken sie sich, was sie nicht verstehen, sortieren sie aus und vergessen es. Sie schaden Ihren Kindern nicht, wenn sie – natürlich in Maßen – solche Wissenssendungen sehen. Aber wirklich etwas lernen, was sie dann später auch anwenden können, werden sie nur, wenn sie alt genug dafür sind, diesen Sendungen zu folgen.

Internet: „Was mach‘ ich, wenn…
… ich mit technischen Zeitbegrenzungen kontrollieren will, wie lange meine Kinder am PC sitzen?“
E1: Bei uns zu Hause haben alle Kinder (zehn, zwölf und 15) ihren eigenen Computer. Die stehen aber alle im selben Raum. Die Computer sind so eingestellt, dass sie täglich nur eine bestimmte Zeit nutzbar sind. Jetzt rufen die Kinder tagsüber bei mir auf der Arbeit an und wollen die Zeiten verlängern, weil sie angeblich etwas für die Schule machen müssten. Sind solche Programme zur Zeitbegrenzung da noch sinnvoll?
E2: Bei uns wird das gar nicht so streng geregelt. Ich könnte das technisch auch gar nicht einrichten. Für die Schulaufgaben ist das Internet wirklich immer wichtiger. Da kommt schnell eine Stunde Recherche zusammen. Wenn aber abends die Hausaufgaben nicht gemacht sind, wurde wahrscheinlich wieder mehr gechattet als recherchiert. Dann bleibt der PC für private Sachen mal ganz aus und die Schularbeiten machen wir zusammen.
E3: Wir hatten bei unseren Kindern (elf und 13) auch eine Zeit lang eine technische Zeitbegrenzung eingebaut. Aber das hat sich nicht als sinnvoll erwiesen. Es ist immer wieder passiert, dass sich das Gerät mitten in einer Recherche für die Schule ausgeschaltet hat, weil die Zeit abgelaufen war. Deswegen haben wir die Zeitbegrenzung wieder rausgenommen.
Tipp SCHAU HIN!:
Technische Zeitbegrenzungen helfen nur am eigenen Computer zu Hause. Eltern können Ihre Kinder aber nicht immer kontrollieren. Wenn sie bei Freunden sind, die diese Begrenzungen nicht haben, hilft dieser Weg nicht weiter.
SCHAU HIN! empfiehlt: Wenn sich Ihr Kind hin und wieder etwas exzessiver mit dem Internet beschäftigt, ist das noch nicht unbedingt bedenklich. Programme zur Zeitlimitierung sollten Eltern nur in Ausnahmefällen einsetzen, wenn andere Lebensbereiche (z.B. Freunde, Schule, sport) in den Hintergrund treten. Einige Unternehmen bieten Programme an, die Kindern anzeigen, wie lange sie noch surfen können, bevor der Computer abgeschaltet wird. Das kann Kindern helfen zu lernen, die verbleibende Zeit richtig einzuschätzen.
Besser aber ist es, sich mit Kindern über die PC Nutzung zu unterhalten und Regeln zu vereinbaren, die diese sinnvoll begrenzen. Das öffnet auch Spielräume, wenn der PC für die Schule genutzt wird und eine Recherche tatsächlich länger dauert. Damit zeigen Eltern ihren Kindern, dass sie ihnen zutrauen, verantwortungsvoll mit Verabredungen umzugehen. Außerdem zeigen sie ihnen, dass sie sich dafür interessieren, was ihre Kinder in ihrer Freizeit tun und woran sie Spaß haben.
Sinnvoll ist die Lösung, den Computer in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. So können Eltern jederzeit überblicken, was ihre Kinder gerade machen und wenn nötig eingreifen. Wie der Computer kindersicher gemacht werden kann, zeigt SCHAU HIN! hier.
… ich wissen will, was meine Kinder in sozialen Netzwerken erleben?“
E1: Meine Kinder (elf und zwölf) sind beide bei Facebook. Um mir das Ganze mal anzuschauen, habe ich mich auch dort angemeldet. Meine Freundschaftsanfrage haben aber beide abgelehnt. Sie möchten dort unbeobachtet sein. Aber es würde mich schon interessieren, was sie da machen. Wie kann ich das herausfinden?
Tipp SCHAU HIN!
Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder altersgerechte Netzwerke nutzen. Facebook darf man erst ab 13 Jahren nutzen. Anscheinend haben die Kinder im beschriebenen Fall falsche Altersangaben gemacht. Wenn Eltern mitbekommen, dass ihre Kinder schon in jüngerem Alter ein Facebook Profil haben, sollten sie darauf bestehen, dieses zu löschen. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko? Sicher kommunizieren in Chat, Messenger und Community“ von jugendschutz.net, die hier kostenlos heruntergeladen werden kann. Auf der SCHAU HIN! Internetseite finden Eltern Tipps für soziale Netzwerke für Kinder, die auch entsprechend betreut werden. Was Eltern tun können, um die Daten ihrer Kinder im Netz zu schützen, erklärt SCHAU HIN! hier.
Grundsätzlich ist es gut, wenn sich Eltern die Lieblingsseiten ihrer Kinder ansehen und sich so ein Bild über die Sicherheit des Angebots machen. Tipps, was dabei zu beachten ist, und Infos über mögliche Risiken gibt die Website Chatten-ohne-risiko.net. Was Kinder in ihren sozialen Netzwerken erleben, können Eltern jedoch nicht durch Kontrolle herausfinden. Denn tatsächlich möchten Kinder sich auch unbeobachtet bewegen können. Fühlen sie sich kontrolliert, werden sie auch dafür sorgen, dass sie unbeobachtet sind.
Daher sollten Eltern versuchen, durch Fragen und Gespräche herauszufinden, welche sozialen Netzwerke ihre Kinder nutzen und aus welchen Gründen sie das tun. Aber natürlich merken Kinder, wenn Eltern nach ihren Erlebnissen fragen, auch den feinen Unterschied: Sind sie ehrlich interessiert oder wollen sie sie nur neugierig ausfragen?. Wenn Kinder merken, das Interesse ist echt, ergibt sich sicher auch schnell ein Gespräch darüber, wer heute alles „on“ war, wann man sich wieder trifft und worum es so ging. Das eröffnet die Chance, dass Kinder auch zu ihren Eltern kommen, wenn sie Unangenehmes erleben.
Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
… ich Angst habe, meine Kinder verraten zu viel von sich in Sozialen Netzwerken?“
E1: Meine Tochter ist 13. Sie hat ein Facebook Profil. Ich habe sie gebeten, mir zu zeigen, was sie in ihrem Profil über sich erzählt. Aber das möchte sie nicht. Sie sagt, ihr Profil sei gesperrt. Deshalb könne sie ganz genau kontrollieren, wer ihre Daten einsehen kann und wer nicht. Ich wüsste aber schon gerne, was andere sehen können und was nicht. Ist das möglich?
E2: Ich habe selbst ein Facebook Profil und habe einfach mal versucht, das Profil meines Sohnes (13) anzuschauen. Ich war schockiert, dass er sein Profil überhaupt nicht schützt. Ich konnte alle Angaben und Fotos sehen, obwohl er mich nicht als Freund bestätigt hat. Ich habe ihn dann angesprochen, dass er das ändert. Das hat er auch getan.
E3: Genauso würde ich das auch machen, ich habe einfach einen Bekannten gefragt, der ein Facebook Profil hat, ob er mal nachschauen kann, wie meine Kinder ihre Daten geschützt haben. Mich hat das beruhigt, zu sehen, dass sie ihre Profile nur für Freunde frei gegeben haben.
Tipp SCHAU HIN!
Die Privatsphäreneinstellungen von sozialen Netzwerken – besonders die von Facebook – sind vielfältig und kompliziert. Häufig glauben Kinder, ihr Profil sei geschützt – trotzdem sind viele ihrer persönlichen und privaten Daten einsehbar. Eltern sollten ihren Kindern die Wichtigkeit des Schutzes ihrer persönlichen Seiten klarmachen. Wollen Kinder ihre Profile nicht vorzeigen, ist es in diesem Fall vollkommen legitim, wenn Eltern als Besucher von Facebook selbst prüfen, ob die Profile ihrer Kinder geschützt sind. Das hat mit „ausspionieren“ nichts zu tun. Facebook ist ein öffentlicher Raum, den jeder, der das will, nutzen darf. Genau das müssen Kinder lernen. Was es zu beachten gibt, um sich in Sozialen Netzwerken selbst zu schützen, hat jugendschutz.net auf dem Poster „Sicher chatten!“ zusammengestellt. Das Poster kann ausgedruckt und neben dem Computer aufgehängt werden. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder auf die öffentlichen Informationen ihrer Profile ansprechen und Hilfe bei den Privatsphäreneinstellungen anbieten.
Wir halten nichts davon, Kindern die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken generell zu verbieten. Vorausgesetzt, sie haben das erforderliche Mindestalter, das in den AGBs des jeweiligen Netzwerks angegeben ist, und das soziale Netzwerk ist für das Kind geeignet. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“. Tipps zu kindgerechten sozialen Netzwerken finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website. Eltern müssen mit ihren Kindern aber über die Notwendigkeit, die eigenen Daten zu schützen, sprechen. Wie das geht, erfahren Eltern hier.
E1: Meine Tochter sagt, dass ihr Profil nur Freunde einsehen können. Ich glaube ihr das auch. Aber sie hat mehr als 200 Freunde. Wer sind diese Menschen? Ich bin jetzt 38 Jahre alt und habe vielleicht 15 oder 20 Freunde. Wie kann sie mit 13 Jahren 200 Freunde haben? Ich würde gerne wissen, wer diese Menschen sind. Aber sie will mir ihr Profil nicht zeigen. Kann ich sie dazu zwingen?
Tipp SCHAU HIN!
Prinzipiell könnten Eltern darauf bestehen, dass Kinder ihnen ihre Profile und Freunde in sozialen Netzwerken zeigen. Wir raten jedoch davon ab, sie dazu zu zwingen.
Denn es ist nur sehr schwer durchsetzbar, wenn ein 13-jähriges Kind sich weigert, das Passwort preiszugeben oder sich im Beisein der Eltern einzuloggen. Darüber hinaus würde das zu einem Vertrauensverlust führen, der kaum wieder zu reparieren ist. Wenn aber ein Kind tatsächlich mal Hilfe braucht, weil es im Internet belästigt oder gemobbt wird, braucht es Eltern, denen es vertraut und die es um Hilfe bitten kann.
Wir empfehlen Eltern, das Thema in einem entspannten Moment anzusprechen. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass sie ihr Interesse und ihre Freude an den sozialen Netzwerken akzeptieren. Und sie sollten ihnen erklären, warum sie mehr über das wissen wollen, was sie in sozialen Netzwerken erleben. Mehr Informationen dazu erhalten Kinder auf der Seite www.watch-your-web.de, wo sie spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Daten im Netz lernen können. Wie sich Kinder selbst schützen können und z.B. auch, warum es gefährlich sein kann, Fremde auf die Freundesliste zu setzen, können sie mit dem Poster „Sicher chatten!“ lernen.
100%ige Gewissheit über die Erlebnisse in sozialen Netzwerken werden Eltern kaum erhalten, wenn ihr Kind nicht freiwillig darüber berichtet. Das ist nicht anders als im „realen“ Leben, wenn Kinder beispielsweise ohne die Eltern zur Schule gehen.
Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und auf der Website Chatten-ohne-Risiko.net.
… mein Kind täglich viel zu lange im Internet surft?“
E1: Ich bin alleinerziehend und arbeite, ich kann tagsüber nicht kontrollieren, was meine Tochter macht. Meine Tochter ist 13. An ihrem 13. Geburtstag hat sie von ihrem Vater einen Laptop geschenkt bekommen und verbrachte seitdem täglich mehrere Stunden im Netz. Ich habe sie gebeten, täglich nicht länger als eine Stunde ins Netz zu gehen, aber sie hielt sich nicht dran. Deshalb habe ich jetzt das Internet abgemeldet. Auf Dauer ist das keine Lösung. Aber wie soll ich meinen Standpunkt sonst durchsetzen?
E2: Ich habe mir ähnlich geholfen, weil es bei uns immer Streit ums Internet gab. Ich ziehe einfach das Internetkabel aus der Steckdose. Und zwar so, dass die Verbindung unterbrochen ist, man das aber nicht sehen kann. Jetzt ist mein Sohn sauer auf die Internetgesellschaft, aber wir haben weniger Streit miteinander.
E3: Ich bin auch alleinerziehend und berufstätig. Ich habe drei Kinder, die sind neun, elf und 13. Auch bei uns gab es ständig Streit ums Internet. Wir haben dann einen Familienrat einbestellt und klare Verabredungen getroffen, wie lange jeder surfen darf: Auch das war nicht leicht,<s> </s>aber jetzt ist das verabredet und funktioniert ganz gut.
Tipp SCHAU HIN!
Das Abschalten des Internets ist tatsächlich keine Lösung auf Dauer. Aber es ist auch gut, wenn Eltern zeigen, dass sie bereit sind, ihren Standpunkt durchzusetzen. Eine mögliche Alternative wäre es, das Laptop nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn die Mutter zu Hause ist und nachvollziehen kann, wie lange die Tochter vor dem Bildschirm sitzt.
Das sollte aber nur eine Lösung für eine begrenzte Zeit sein, ebenso wie der sehr pragmatische Ansatz, das Kabel zu manipulieren. Eltern sollten sich mit ihren Kindern über die Nutzungszeiten fürs Internet auseinandersetzen und sinnvolle Regeln vereinbaren, beispielsweise durch das Einberufen eines Familienrats. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Kindern zu zeigen, dass sie ihnen vertrauen, diese Zeiten einzuhalten. Im Falle der 13-jährigen Tochter könnten das rund 75 Minuten am Tag sein. Wenn sie zusätzlich noch fernsieht, entsprechend kürzer.
Mehr Infos zu empfohlenen Nutzungszeiten finden Sie auf der SCHAU HIN! Website
… mein Kind im Internet beleidigende, verrohte Sprache nutzt und andere anpöbelt?“
E1: Meine Tochter ist zwölf. Neulich erzählte sie ihrem älteren Bruder (14) beim Essen stolz, wie sie einen Klassenkameraden in einem Chat „fertig gemacht“ hat. Sie hat ihn wohl regelrecht angepöbelt. Als ich sagte, dass ich nicht möchte, dass sie so mit anderen Menschen spricht, meinten beide Kinder, dass das der Umgangston im Netz sei. Muss ich das so hinnehmen? Oder kann ich dagegen etwas tun?
E2: Wir hatten das Problem bei unserem Sohn (13). Der hat sich einen Spaß daraus gemacht, im Internet auf Seiten, auf denen man diskutieren kann, andere zu beleidigen. Beispielweise auf einer bekannten Fußball-Seite, da hat er andere Diskussionsteilnehmer regelrecht angepöbelt, anonym natürlich. Ich habe ihm gedroht: Wenn er das nochmal macht, veröffentliche ich im Netz, wer er eigentlich ist. Dann muss er für seine Pöbeleien gerade stehen.
E3: Ich hatte das bei meinen Kindern auch. Ich habe versucht, das über Verbote zu regeln. Deshalb durften meine Kinder zwei Monate lang nicht ins Internet. Natürlich bin ich mir bewusst, dass sie dann bei Freunden ins Netz gehen. Aber anders weiß ich mir nicht zu helfen. Irgendwie muss ich doch meinen Kindern zeigen, dass es mir damit ernst ist, dass sie sich anständig benehmen.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich ist der Ton in vielen Foren und Chats im Internet sehr ruppig. Beiträge können im Schutz der Anonymität, ohne Preisgabe des eigenen Namens veröffentlicht werden. Das verleitet viele dazu, andere zu beleidigen oder sich rüpelhaft im Netz anderen gegenüber zu benehmen. Kinder sollten deswegen moderierte Chats besuchen, wie beispielsweise unter www.seitenstark.de oder www.tivitreff.de. Sie müssen lernen, dass es auch im Internet Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing – all das ist verboten, on- wie offline. Was Kinder bei der Online-Kommunikation beachten sollten – u.a. auch, was das eigene Benehmen angeht – präsentiert das Poster „Sicher chatten!“.
Generell sollten Eltern ihren Kindern Pöbeleien verbieten und ihnen vermitteln, was sie für den richtigen Umgang mit anderen Menschen halten. Sie sollten darüber mit ihren Kindern sprechen, immer wieder. Sie sollten diesen Umgang aber auch im Alltag selbst vorleben. Denn für ihre Kinder sind sie wichtige Vorbilder.
Die Drohung, die eigenen Kinder als Absender der Beleidigung öffentlich zu machen, ist kein geeignetes Mittel. Schließlich sollten Eltern Ihre Kinder anleiten, nicht zu viel von sich im Internet zu verraten.
Auch von einem Internetverbot raten wir ab. Denn die Kinder können zu Freunden gehen und dort weitermachen.
Weitere Informationen zum Thema Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken finden Sie in der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“ von jugendschutz.net.
… ich gar nicht möchte, dass mein Kind ins Internet geht?“
E1: Eigentlich will ich nicht, dass meine Tochter (sechs) schon im Internet surft. Ich meine, das kann sie später immer noch lernen. Am liebsten würde ich ihr Internet ganz verbieten. Aber in der Schule wird heutzutage erwartet, dass sie sich damit auskennt. Kann ich ihr das Surfen im Internet verbieten?
E2: Ganz ohne Computer oder Internet geht es wahrscheinlich wirklich nicht. Wir haben zwei Kinder, sechs und zwölf. Der Ältere geht in der Schule mehrmals die Woche in den Computerraum und muss schon einiges wissen. Deshalb führen wir den Jüngeren auch langsam an den Computer heran. Wir lassen beide zu Hause aber nie alleine an den Computer. Mit dem Jüngeren surfen wir gemeinsam oder spielen zusammen ein Lernspiel. Wenn der Ältere am Computer sitzt, sind wir zumindest in der Nähe.
E3: Ich glaube auch, dass man ums Internet nicht herumkommt. Unsere Kinder (neun und elf) haben beide in der ersten Klasse im Unterricht damit angefangen. Zu Hause habe ich eine Filtersoftware und ein eigenes Benutzerkonto für jedes Kind eingerichtet. Wir schauen auch ab und zu mal in die Chronik des Browsers, um zu sehen, welche Seiten sie so besuchen. Bisher gab es noch keine Probleme.
Tipp SCHAU HIN!
Dass sich ein sechsjähriges Kind für das Internet interessiert, ist kein Einzelfall. In dem beschriebenen Fall wird die Tochter sicherlich Wege finden, erste Erfahrungen mit dem Surfen im Internet zu machen. Wenn nicht zu Hause, dann bei Freunden oder in der Schule. Es ist besser, Kinder lernen in diesem Alter, wie sie mit dem Internet sicher umgehen können.
Inzwischen nehmen viele Schulen das Thema auf und versuchen, den Kindern die ersten Schritte im Netz beizubringen. Kinder sollen lernen, sich so im Internet zu bewegen, dass sie Gefahren vermeiden können. Ob für die Erledigung der Hausaufgaben tatsächlich der Einsatz von Internet erwartet wird, können Eltern am besten mit den Lehrern direkt klären.
Wenn Kinder das Internet entdecken, sollten Eltern sie bei den ersten Schritten im Netz begleiten. Tipps, wie sie das machen können, geben unter anderem die 10 Goldenen Regeln von SCHAU HIN! sowie das Internet ABC. Eltern sollten ihren Kindern ihre Vorstellung vom richtigen Gebrauch des Internets vermitteln. Dazu gehört auch, die Dauer der Internetnutzung so zu vereinbaren, wie Eltern es für sinnvoll halten. Experten empfehlen, dass ein achtjähriges Kind nicht mehr als 45 Minuten vor dem Bildschirm verbringen sollte, egal ob vor dem Computer oder vor dem Fernseher.
Mehr Informationen zu empfohlenen Nutzungszeiten des Internets finden Eltern hier. Weitere Infos unter www.surfen-ohne-risiko.de sowie in der Broschüre „Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko“, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Kindgerechte Suchmaschinen und einen sicheren Surfraum für Kinder gibt es unter www.fragfinn.de und www.blindekuh.de Tipps zu guten Seiten erhalten Eltern unter www.klicktipps.net.
… mein Kind auf Internetseiten mit pornographischen Inhalten geht?“
E1: Meinem Sohn (zwölf) ist neulich im Gespräch rausgerutscht, dass er im Internet Bilder von nackten Frauen gesehen hat. Offensichtlich war er auf einer Erotikseite. Ich war erst mal sprachlos, habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht will, dass er sich solche Seiten anschaut. Ich kam mir in dem Moment hilflos vor. Hätte ich strenger sein sollen? Hätte ich ihm das Internet für eine Zeit verbieten sollen?
E2: Das ist bei meinem Sohn auch schon passiert. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass er auf solche Seiten nicht gehen darf. Sonst ist Schluss mit Internet. Das hat funktioniert. Zumindest hat er nie wieder was von pornographischen Seiten erzählt.
E3: Das scheint ja vor allen Dingen Söhne zu betreffen - bei uns in der Familie war da auch so, unser 13-jähriger hat sich auch verplappert. Ich habe ihn dann einfach gefragt, was denn an diesen Bildern so besonders sei, dass er davon unbedingt erzählen muss. Das war ihm richtig peinlich.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern können nicht vollständig verhindern, dass Kinder auf ungeeignete Inhalte im Internet stoßen. Selbst wenn dies am eigenen Computer zu Hause gelingt. Wenn die Kinder bei Freunden am Computer sitzen, können Eltern nicht immer wissen, was dort geschieht.
Eltern sollten ihren Kindern verbieten, dass sie pornographische Seiten anschauen. Sie sollten aber auch mit ihnen darüber sprechen, warum sie die Inhalte dieser Seiten ablehnen. Die Kinder sollten den Standpunkt der Eltern verstehen und merken, dass sie ihn entschlossen vertreten. Sie sollen aber auch das Vertrauen haben, zu Hause über ihre Internet Erlebnisse berichten zu können, ohne gleich Konsequenzen fürchten zu müssen.
Deshalb rät SCHAU HIN! von generellen Internetverboten ab. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Ihre Kinder gezielt auf der Suche nach "Erwachsenen-Inhalten" sind, sollten Sie dies so weit wie möglich unterbinden. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass Ihre Kinder zu Hause nur in Ihrem Beisein im Netz surfen dürfen, auch, wenn sie schon etwas älter sind. Oder die Eltern installieren eine Filterschutzsoftware bzw. einen Internet-Filter. Achtung: Diese können keinen vollständigen Schutz bieten, sondern beispielsweise nur Treffer beim ersten Surfversuch verhindern. Spielt sich das eher bei Freunden ab, sollten Sie deren Eltern ansprechen und sie bitten, dies zu unterbinden.
Auf der SCHAU HIN! Website erfahren Eltern zudem, wie sie den Computer ihrer Kinder kindersicher machen können. Weitere Infos dazu gibt es auch unter www.jugendschutz.net.
… mein Kind Onlinespiele im Internet spielt, und ich weiß nicht mit wem?“
E1: Meine Tochter (elf) spielt Onlinespiele im Internet. Die Spiele an sich sind ok, sie hat mir die mal gezeigt. Aber ich weiß nicht, mit wem sie da spielt und was für Menschen sich hinter den Namen verbergen. Ich habe Angst, sie erzählt wildfremden Menschen zuviel von sich. Mache ich mir zurecht Sorgen?
E2: Mein Sohn ist acht. Wenn er online spielt, bin ich dabei und sitze nebendran. Er sieht das nicht als Kontrolle, wir spielen dann eben gemeinsam. Das macht Spaß, ich kann sehen, was er da macht und notfalls eingreifen. Er kann mir erklären, wie das Spiel funktioniert.
E3: Meine Tochter ist 13. Ich habe ihr Onlinespiele lange verboten. Erst als sie zwölf war, durfte sie die spielen. Ich wollte, dass sie versteht, dass das fremde Menschen sind, mit denen sie spielt und dass sie da aufpassen muss, was sie über sich erzählt.
Tipp SCHAU HIN!:
Bei Onlinespielen besteht tatsächlich das Risiko, dass Kinder zu viele Daten von sich preis geben. Das fängt bereits bei der Registrierung an. Eltern sollten unbedingt dabei sein, wenn ihre Kinder sich registrieren. Vorsicht bei Angeboten, die nach der Telefonnummer oder der Adresse fragen. Seriöse Angebote können Eltern daran erkennen, dass sich die Kinder nicht ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern registrieren können. Das ist beispielsweise beim tivi.treff der Fall. Unter www.blinde-kuh.de finden Kinder eine Datenbank mit Onlinespielen, die sie nutzen können, ohne persönliche Daten von sich preis zu geben.
Die Idee, Onlinespiele gemeinsam mit den Kindern zu nutzen, finden wir sehr gut. Die Kinder können den Eltern erklären, wie die Spiele funktionieren und warum es sie ihnen so viel Spaß macht, sie zu spielen. Eltern können ihren Kindern spielerisch zeigen, wie sie sich richtig Verhalten und worauf sie achten sollten. Dabei sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie gegen andere „echte“ Menschen spielen und deshalb nicht zuviel von sich preisgeben sollten. Zudem sollten sie ihren Kindern das gute Gefühl geben, dass sie sich jederzeit an sie wenden können, sollte jemand merkwürdige Dinge fragen. Außerdem bekommen Eltern einen Eindruck von den Spielen ihrer Kinder und können beurteilen, ob die Spiele wirklich für sie geeignet sind.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Hinweise zu altersgerechten Spielen finden Eltern unter www.surfen-ohne.risiko.net und unter www.klick-tipps.net.
Spielbeurteilungen und Altersempfehlungen von der Bundeszentrale für politische Bildung können Eltern unter www.spielbar.de nachlesen.
… mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?“
E1: Neulich musste ich mich richtig ärgern über meinen Sohn (elf). Als ich in mein Paypal Konto geschaut habe, finde ich eine Abbuchung von 20 Euro. Den Empfänger kannte ich nicht. Als ich bei Paypal anrief, erklärte man mir, dass der Empfänger eine Spieleseite sei. Der Zugriff erfolgte offensichtlich von unserem Rechner, und zwar an einem Nachmittag, an dem ich nicht zu Hause war. Es stellte sich heraus, dass mein Sohn ein kostenloses Onlinespiel (ab zwölf) genutzt hat und Goldtaler dazu kaufte, die er über mein Paypal Konto bezahlte. Muss ich die 20 Euro bezahlen? Wieso kostet ein kostenloses Spiel Geld?
E2: Das ist uns auch passiert. Ich habe die 20 Euro bezahlt und meinem Sohn vom Taschengeld abgezogen. Der macht das bestimmt nicht mehr. Ich habe außerdem gehört, dass solche Spieleseiten mit empfindlichen Geldbußen drohen, wenn man die Spielgebühren nicht bezahlt. Ich denke, durch mein Vorgehen hat mein Sohn etwas gelernt und ich hatte weniger Ärger.
E3: Wie kam Ihr Sohn an das Paypal Passwort ran?
E1: Das habe ich auf dem Computer gespeichert. Ich dachte nicht, dass er das findet.
E3: Wir haben überhaupt keine Passwörter oder Kreditkartennummern auf unseren Computer gespeichert. Sicher ist sicher, da kann so etwas nicht passieren.
Tipp SCHAU HIN!:
Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man „Extras“ dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Im beschriebenen Fall kommt hinzu, dass das Spiel ab zwölf, das Kind aber erst elf ist. Das hätte der Spieleanbieter prüfen müssen. SCHAU HIN! rät, in so einem Fall mit einer Verbraucherzentrale zu sprechen, was zu tun ist. Ein Verzeichnis der Verbraucherschutzzentralen in Deutschland finden Eltern hier.
Eltern sollten sicher stellen, dass Kinder nicht an das Paypal Konto oder an die Nummer ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Kinder die finden, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein elfjähriges Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.
… mein Kind ständig online spielen will, um nichts zu verpassen?“
E1: Unser Sohn (13) spielt mit Freunden seit einigen Wochen ein Online Rollenspiel. Das wird zu einer richtigen Belastung. Wenn wir essen, wenn wir am Wochenende etwas unternehmen möchten, wenn wir abends den Computer ausschalten wollen – immer gibt es Streit. Er möchte dann immer noch eine Aktion zu Ende machen. Wenn er das getan hat, geht das gleiche von vorne los. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm das Spiel verbieten soll. Wäre das richtig?
E2: Wir haben das so gelöst, dass unsere Tochter mit ihren Freundinnen feste Spielzeiten verabredet. Beispielsweise montags und donnerstags von fünf bis sieben. In den Tagen dazwischen bleibt der Computer aus. Weil sich alle dran halten, kann unsere Tochter auch nichts verpassen, wenn sie abschaltet.
E3: Wir haben unserem Sohn, zehn Jahre alt, Rollenspiele ganz verboten. Er steigert sich da so rein, dass er keinen Weg findet, aus dem Spiel wieder raus zu kommen. Spiele am PC gibt es jetzt nur offline, und nur gemeinsam mit Mama oder Papa. Es macht ihm Spaß, mit uns zu spielen. Außerdem hat er keinen Stress mehr, weil er glaubt, sich in einer Gruppe beweisen zu müssen.
Tipp SCHAU HIN!:
Die wichtigste „Währung“ für Online Rollenspiele ist Zeit. Je erfolgreicher ein Spieler sein will, desto mehr Zeit muss er in ein Spiel investieren. Deshalb sollten Eltern vor Beginn eines Spiels mit ihren Kindern darüber reden, wie viel Zeit das Spiel im Alltag einnehmen darf. Die zeitliche Beschränkung bedeutet, dass man nicht unter den Besten mitmischen kann, sondern das Spiel nur zum Spaß spielt. Wenn Kinder das von vornherein verstehen, können sie leichter akzeptieren, dass das Spiel nach einer verabredeten Zeit wieder abgeschaltet wird.
Rollenspiele gehen immer weiter. Wenn Kinder abschalten sollen, haben sie Angst, etwas zu verpassen. Und oft verpassen sie tatsächlich etwas. Denn das Spiel läuft weiter, und es kann durchaus sein, dass es genau zu dem Zeitpunkt zu einer entscheidenden Situation kommt, wenn die Eltern wollen, dass der Computer ausgeschaltet wird. Für Kinder kann das zu einem ernsthaften inneren Konflikt führen. Gemeinsam mit ihren Freunden haben sie auf diese Situation hingearbeitet. Jetzt müssen sie ihre Freunde genau in dem Moment im Stich lassen, in dem diese ihre Unterstützung im Team brauchen und sich auf sie verlassen.
Die Lösung, mit Freunden eine Verabredung zu treffen, zu welchen Zeiten gespielt wird, finden wir gut. Es ist auch in Ordnung, solche Spiele ganz zu verbieten, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder damit noch nicht zurecht kommen. Auf alle Fälle sollten Eltern mit ihren Kindern feste Verabredungen treffen, wann und wie lange diese spielen dürfen. Ist das Spiel gerade dann besonders spannend oder an einem entscheidenden Punkt, sollten Eltern abwägen, ob es der Tagesablauf zulässt, dass der Computer ausnahmsweise etwas länger an bleibt. Das sollte jedoch durch kürzere Spielzeiten an anderen Tagen wieder ausgeglichen werden.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.
… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“
E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.
E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.
E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.
Tipp SCHAU HIN!
Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.
Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.
Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.
Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.
… ich empfehlenswerte Bücher für meine Kinder suche?“
E1: Meine Kinder sind sieben und neun, beide sind richtige Leseratten. Gerne würde ich sie beim Lesen unterstützen. Wo finde ich denn Tipps zu empfehlenswerten Büchern?
E2: Unser Sohn geht in die erste Klasse. Seine Grundschule hat sich dafür stark gemacht, dass Eltern mit ihren Kindern am Antolin Programm teilnehmen. Das ist ein Programm, das aus der Schweiz kommt. Die Idee ist ganz simpel: Unser Sohn liest abends in einem Buch. Manchmal lesen wir uns die Geschichten auch im Wechsel gegenseitig vor. Im Anschluss daran muss er gemeinsam einige Fragen zu dem Buch beantworten. Für jede richtig beantwortete Frage gibt es Punkte. Geeignete Bücher und die Fragen dazu holen wir uns aus dem Internet, unter www.antolin.ch.
Tipp SCHAU HIN!
Gerade die Lesefähigkeit ist eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kinder lernen, mit elektronischen Medien sinnvoll umzugehen.
Unter www.schau-hin.info finden Eltern die monatlichen Buchtipps für Lesestarter, die die Stiftung Lesen herausgibt.
Die Stiftung Lesen veröffentlicht darüber hinaus auf ihrer eigenen Internetseite regelmäßig Buchtipps für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen. Weitere Lesetipps finden Eltern unter www.kinderbuch-couch.de, wo eine Sortierung der vorgeschlagenen Bücher nach Alter möglich ist, sowie unter www.hanisauland.de.
Außerdem finden Eltern unter www.djlp.jugendliteratur.org die Liste der Nominierten für den deutschen Jugendliteraturpreis. Die nominierten Titel sind auf alle Fälle empfehlenswert.

Games: „Was mach‘ ich, wenn…
… die Hausaufgaben wegen Fernsehen oder PC zu kurz kommen?“
E1: Als ich Kind war, gab es meine Lieblingsserien immer einmal in der Woche. Mittlerweile laufen die jeden Tag. Und meine Tochter (zwölf) möchte die am liebsten auch täglich sehen und ihren Tagesablauf danach ausrichten. So haben wir oft Streit, weil sie fernsehen möchte und dadurch ihre Hausaufgaben vernachlässigt. Kann ich etwas tun, um diesen Streit zu vermeiden?
E2: Wir nehmen die Sendungen immer auf, wenn wir nicht zu Hause sind oder Sachen für die Schule gemacht werden müssen. Allerdings häufen sich da dann über die Woche oft viele Sendungen an und dann wollen die Kinder die natürlich am Wochenende sehen.
E3: Wir bleiben da konsequent: Wenn keine Zeit ist oder wenn die Hausaufgaben noch nicht gemacht sind, dann bleibt der Fernseher aus und sie verpassen halt mal eine Folge. Die Serien werden eh alle paar Wochen wiederholt, dann passt es vielleicht mal zeitlich.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder angefangen haben, eine Serie zu sehen, möchten sie oft wissen, wie diese weitergeht. Aber auch Kinder haben Pflichten. Und Hausaufgaben gehören dazu. Wenn Kinder beginnen, sich für eine bestimmte Serie zu interessieren, empfehlen wir, von Anfang an mit ihnen darüber zu reden, wie das in den Tagesablauf passt. Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen sein, wann und wie lange die Kinder fernsehen dürfen und wann die Hausaufgaben gemacht werden. Wenn das konsequent umgesetzt wird, lernen Kinder, dass sie sich auf die Abmachungen verlassen können, und es kann helfen, Streit zu vermeiden. Der SCHAU HIN! Fernsehstundenplan kann dabei helfen. Eine Auswahl an kindgerechten TV-Angebote gibt es unter www.flimmo.de.
E1: Mein Sohn ist zehn Jahre alt. Er spielt überhaupt nicht am Computer, schaut dafür aber sehr gerne fern, nach der Schule, am Nachmittag. Hausaufgaben macht er abends, da ist er leistungsfähiger. Das bringt das ganze Familienleben durcheinander, soll ich das hinnehmen?
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder haben unterschiedliche Tagesrhythmen. Manche sind abends eben fitter und Kinder nutzen das Fernsehen am Nachmittag gerne, weil sie dann nichts tun müssen. Ihrem Kind tut es gut, wenn Sie das zulassen können und schauen, wie sich das Familienleben auf diesen Rhythmus einstellen kann.
E1: Meiner Tochter (elf Jahre) ist nach sieben Stunden Schule richtig erledigt. Danach kommen noch Hausaufgaben und Hobbys. Sie würde am liebsten ihre ganze Freizeit vor dem Computer verbringen und spielen. Sie spielt am liebsten eine Simulation, da ist sie eine Ladenmanagerin. Aber sie soll ja auch noch an die frische Luft gehen und draußen mit Freunden spielen. Wie viel Zeit darf sie denn mit Computerspielen verbringen?
Tipp Schau HIN!:
Wie lange Kinder am Bildschirm spielen dürfen, hängt auch ein wenig vom Spiel selbst ab. Bei manchen Spielen lassen sich die Spielstände speichern, so dass am Tag darauf an derselben Stelle weitergespielt werden kann. Bei anderen Spielen ist es schwieriger, eine Aufgabe nach einer bestimmten Zeit zu unterbrechen. Daher raten wir Eltern, mit ihren Kindern über die Spiele zu sprechen, bevor sie angeschafft werden. Worum geht es in dem Spiel? Lassen sich Spielstände abspeichern? Wie kann sichergestellt werden, dass die Hausaufgaben dabei nicht zu kurz kommen? Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen darüber sein, ob ein Spiel gekauft wird und wann und wie lange es gespielt werden darf. Gute Spiele finden Eltern unter www.spielbar.de und www.spieleratgeber-nrw.de.
Für die elfjährige Tochter scheint das Spielen am Computer eine wichtige Entspannung zu sein. Sie kann im Spiel ihre Rollen, die sie während des Tages eingenommen hat, austauschen und neu gestalten. In der Schule muss sie machen, was andere ihr sagen. Beim Spielen kann sie bestimmen, was passiert. Das ist ein gutes Gefühl. Außerdem kann es nach einem Tag mit Schulkameraden erholsam sein, auch mal etwas ganz für sich allein zu tun. Elfjährige Kinder sollten am Tag nicht länger als 60 Minuten vor dem Bildschirm verbringen. Das schließt die Zeit vor dem Fernseher, im Internet und an der Spielkonsole ein. Empfehlungen auch für andere Altersgruppen finden Sie in den 10 Goldenen Regeln von SCHAU HIN!.
… alle Kinder ein Handy, Konsole oder Fernseher haben, nur meine Kinder nicht?“
E1: Meine Tochter (acht) möchte einen Nintendo. Ich bekomme zu hören: „Alle in meiner Klasse haben einen, nur ich nicht!“ Ich will ihr jetzt aber keinen Nintendo kaufen, das kostet ja auch einiges an Geld. Ist das richtig oder bin ich zu geizig?
E2: Wenn angeblich alle anderen Kinder einen haben, dann gibt es doch bestimmt eine gute Freundin, die ihrer Tochter ihren Nintendo mal ein paar Tage leihen kann. So haben wir das gemacht, dann konnte ich wenigstens sicher sein, dass das Interesse am Nintendo keine Eintagsfliege ist.
E3: Das haben wir auch gemacht. Unser Sohn musste außerdem auf seinen Nintendo sparen. Damit er merkt, die Dinge gibt es nicht einfach so, Geld schneit nicht vom Himmel. Das hat er auch konsequent durchgezogen.
Tipp SCHAU HIN!:
Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon einen Nintendo haben, müssen Eltern sich nicht verpflichtet fühlen, ihren Kindern auch so ein Gerät zu kaufen. Das gilt auch für andere Spielkonsolen, Handys und Fernseher. Eltern sind auch nicht geizig, wenn sie nicht möchten, dass so ein Gerät ins Haus kommt oder wenn ihnen das Gerät zu teuer ist. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Deshalb müssen sie einverstanden sein, wenn ein neues Gerät gekauft werden soll. Das gilt auch für den Fall, dass Kinder sich das Geld für das Gerät selbst zusammensparen.
Gut finden wir die Idee, sich von Freunden ein Gerät für ein paar Tage zu leihen. Eltern können dann sehen, ob und wie das neue Gerät den Familienalltag verändert und bereits vor dem Kauf Verabredungen zur Nutzung des Geräts mit ihren Kindern treffen.
Sobald Eltern und Kinder beginnen, gemeinsam nach (machbaren) Lösungen zu suchen, geht es um sehr viel mehr, als nur um den Einkauf von Technik. Es entsteht eine Gemeinsamkeit und ein Miteinander zu einem Thema, das die ganze Familie betrifft.
… ich mit meinen Kindern über das Thema „zu viel Games“ sprechen möchte, aber nicht weiß, wie ich anfangen soll?“
E1: Meine Tochter (neun) spielt wie ich finde zu lange am Computer. Gerne würde ich mit ihr darüber sprechen, wie wir das regeln können, dass sie weniger spielt. Ich weiß aber nicht, wie und wann ich das ansprechen soll. Sie macht immer gleich „zu“ und hört nicht mehr hin, wenn ich so ein Thema anspreche. Was kann ich da tun?
Lehrer1: Wir erleben in den Gesprächen mit Jugendlichen immer wieder, dass die sagen: „Wenn mir jemand gesagt hätte, ich interessiere mich für Dich, ich nehme es auf mich, mit Dir einen Konflikt einzugehen und auszustehen, dann hätte mir das damals geholfen.“ Auch wenn Eltern manchmal glauben, sie dringen gar nicht durch, brauchen ihre Kinder die Auseinandersetzung.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern sollten ihre Kinder ansprechen, wenn sie finden, dass sie zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Bei jüngeren Kindern (bis ca. acht oder neun Jahren) kann der Einstieg sehr einfach sein. Sie können damit beginnen, dass es sie sehr beschäftigt, dass ihre Kinder so viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen und dass sie möchten, dass das weniger wird.
Das kann zum Konflikt führen – schließlich wollen Kinder einmal gewonnene Freiräume nicht „kampflos“ aufgeben. Eltern sollten dann ruhig und sachlich ihren Standpunkt erläutern und sich auch die Argumente der Kinder anhören. Auch wenn sie oft genervt reagieren: Kindern tut es gut, wenn sie merken, ihre Eltern interessieren sich für sie und haben eine klare Meinung.
Gerade in der Diskussion mit älteren Kindern ab ca. zehn Jahren kann es helfen, eine objektive Grundlage für die Diskussion zu schaffen. Beispielsweise indem Eltern mit ihren Kindern vereinbaren, aufzuschreiben, wenn sie am Computer spielen. Dann kann jeder sehen, wie lange sie tatsächlich gespielt haben. Anhand dieser Liste können Eltern mit ihren Kindern besprechen, ob der Computer zu oft und zu lange an ist.
… ich die Computerspiele meiner Kinder geschmacklos finde?“
E1: Bei uns gibt es häufiger Streit wegen der Computerspiele meines Sohnes (zwölf). Alles, was er spielt, ist für sein Alter freigegeben. Dennoch finde ich die Spiele zum Teil geschmacklos. Die Art, wie die Charaktere reden, der teilweise verachtende Umgang mit Menschen, all das lehne ich ab. Mein Sohn hält dagegen, die Spiele sind ab zwölf freigegeben. Kann ich ihm dennoch einige der Spiele verbieten?
E2: Gehört das nicht zur Kindheit dazu, dass Kindern Dinge gefallen, die die Eltern ablehnen? Wenn die Spiele ab zwölf frei gegeben sind, sollten Kinder auch das Recht haben, frei zu entscheiden, was ihnen gefällt und was sie spielen.
Tipp SCHAU HIN!
Bei der Erziehung geht es auch um die Weitergabe von Werten. Daher ist es völlig richtig, wenn Eltern darauf achten, welche Inhalte und Werte in den Spielen vermittelt werden, die ihre Kinder spielen. Nur weil ein Spiel ab zwölf frei gegeben ist, heißt das noch nicht, dass es für jedes Kind in diesem Alter geeignet ist. Eltern sollten bei der Auswahl der Spiele ihrer Kinder mitreden. Nicht alles, was den Kindern gefällt, muss auch den Eltern gefallen. Aber es darf den Werten der Eltern, die sie an die Kinder weitergeben wollen, nicht widersprechen. Wenn das der Fall ist, ist es richtig, diese Spiele zu verbieten und zu begründen, warum. Tipps zu guten Spielen finden Eltern unter www.spielbar.de und www.spieleratgeber-nrw.de.
E1: Aber bringt das überhaupt was? Wenn ich meinem Sohn (zwölf) bestimmte Spiele verbiete und ihm erkläre, warum, hört er mir nicht mal richtig zu.
E4: Das habe ich bei meinen Kindern auch immer gedacht, „das bringt doch nichts“. Und dann musste ich neulich das erleben: Mein kleiner Neffe, elf Jahre alt, war bei uns zu Besuch. Und ich höre, wie mein Sohn, inzwischen 15, ihm in aller Ruhe erklärt, warum er ein bestimmtes Spiel ab zwölf noch nicht spielen darf. Mit genau den Argumenten, die ich früher immer benutzt habe, und die er selbst nie hören wollte.
Tipp SCHAU HIN!
Das ist nichts Ungewöhnliches. Kurzfristig haben Eltern oft den Eindruck, „das bringt doch nichts“. Aber wenn sie ihren Standpunkt immer und immer wieder überzeugend und konsequent vertreten und sich mit ihren Kindern darüber auseinandersetzen, bleibt doch etwas hängen. Wertevermittlung funktioniert langfristig. Deshalb: Geben Sie nie auf, Ihren Standpunkt zu vertreten und zu vermitteln, auch wenn es manchmal sinnlos erscheint.
… ich einen Babysitter brauche, aber nur der Fernseher oder das Computerspiel zur Verfügung stehen?“
E1: Wenn ich mal rasch etwas erledigen und eine halbe Stunde aus den Haus muss, dann erlaube ich manchmal meinem Sohn (elf), in der Zeit ein Computerspiel zu spielen. Ich höre aber immer wieder, man soll Medien nicht als Babysitter einsetzen. Ist das dennoch OK, wenn ich mir so helfe?
E2: Ich sehe das sehr gelassen. Meine Tochter (13) nutzt elektronische Medien sowieso sehr eigenständig. Die würde das nie akzeptieren, dass ich ihr dabei über die Schultern schaue. Da kann ich ebenso gut einkaufen gehen, wenn im Fernsehen eine ihrer Lieblingssendungen läuft.
E3: Ich habe zwei Kinder, eine Tochter (sieben) und einen Sohn (fünf). Manchmal mache ich das so, dass beide zusammen eine bestimmte Kindersendung im Fernsehen schauen dürfen, während ich weg bin. Dann muss mir meine Tochter aber versprechen, dabei zu bleiben. Ich möchte nicht, dass meine Kinder alleine fernsehen.
E4: Ich habe gar keine andere Wahl. Mein Sohn ist zehn. Wenn er aus der Schule kommt, ist er meist ein bis zwei Stunden alleine, bevor ich nach Hause komme. Wir sprechen an solchen Tagen morgens ab, was er sich anschauen darf und wann der Fernseher wieder ausgemacht wird. Ich habe den Eindruck, er hält sich dran, wirklich kontrollieren kann ich das nicht. Ob es richtig ist, weiß ich nicht. Aber was soll ich tun? Ich gehe arbeiten, da muss manchmal der Fernseher als Babysitter herhalten.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich sollten gerade jüngere Kinder unter zehn Jahren nicht alleine fernsehen oder am Computer spielen. Es kann immer sein, dass Kinder auf das gesehene anders reagieren, als man das erwartet. Aber manchmal scheint es keine andere Lösung zu geben. Dann sollten Eltern darauf achten, dass das eine Ausnahme bleibt und das Kind möglichst kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem sollten sie eine bestimmte Sendung verabreden. Gut gefällt uns die Lösung, die Geschwister gemeinsam schauen zu lassen. Welche Sendungen für Kinder in Frage kommen, können Eltern auf www.flimmo.de nachlesen.
Ältere Kinder möchten auch mal alleine sein und nicht das Gefühl haben, beobachtet und kontrolliert zu werden. Eltern können das ruhig zulassen, wenn ihre Kinder zehn Jahre und älter sind. Sie können ihren Kindern signalisieren: „Ich muss mich jetzt um meine Angelegenheiten kümmern. Du kannst so lange fernsehen. Ich vertraue Dir, dass Du keinen Blödsinn machst“. Sie sollten ihren Kindern aber zugleich signalisieren, dass sie danach wieder etwas gemeinsam unternehmen.
… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?“
E1: Wenn am Wochenende oder in den Ferien schlechtes Wetter ist, möchte meine Tochter (zehn) am liebsten zu Hause bleiben und lange fernsehen oder am Computer spielen. Ich kann verstehen, dass sie dann keine Lust hat, etwas zu unternehmen. Ist eine Ausnahme bei solchen Bedingungen dann nicht ok?
E2: Ich finde schon, dass das ok ist. Was sollen die Kinder denn sonst machen? Es muss halt eine Ausnahme bleiben. Ins Kino gehen kostet immer gleich eine ganze Menge Geld - Eintritt, etwas zu trinken, vielleicht noch Popcorn.
E3: Ich sehe das anders. Ein verregneter Tag ist ja nicht so selten, dass man wirklich von einer Ausnahme sprechen kann. Wenn es regnet, können meine Kinder (acht und elf) gerne ihre Freunde zu uns einladen und mit denen gemeinsam spielen. Oder wir machen in der Familie gemeinsam einen Spielenachmittag. Da maulen sie am Anfang etwas, weil sie es gar nicht so richtig "cool" finden. Aber wenn wir erst mal angefangen haben, macht es ihnen doch Spaß.
Lehrer1: Wir merken in der Schule sofort, wenn Kinder - zum Beispiel nach einem verregneten Wochenende - zu viel vor dem Bildschirm gesessen haben. Vor allen Dingen, wenn sie keinen Ausgleich haben. Die sind dann unruhiger und unkonzentriert, der Unterricht mit ihnen ist dann viel mühseliger. Wenn Kinder am nächsten Tag in die Schule müssen, sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht nur vor dem Bildschirm sitzen
Tipp SCHAU HIN!
Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Eltern sollten sich für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen überlegen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.
Mehr Spieletipps finden Eltern auf der mobilen SCHAU HIN! Website.
… beim Essen ständig Handy, Nintendo oder Fernseher im Einsatz sind?“
E1: Meine Tochter ist dreizehn und hat ein eigenes Handy. Wenn wir gemeinsam essen, ist sie damit beschäftigt, mit ihren Freundinnen SMS auszutauschen, das sei jetzt wichtig und könne nicht verschoben werden, meint sie. Mich stört das, ich würde es eigentlich gerne verbieten. Ist das richtig?
E2: Mich stört das auch, meinen Mann aber nicht so sehr. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, geht er ja auch ran und führt längere Gespräche.
E3: Das Handy ist bei uns kein Problem, dafür spielt mein Sohn liebend gerne mit seinem Nintendo beim Essen. Ich finde es schade, dass wir das Essen nicht dazu nutzen, uns miteinander zu unterhalten. Aber ich möchte auch nicht, dass es jedes Mal Streit wegen des Nintendos gibt.
Tipp SCHAU HIN!
Das gemeinsame Essen ist für Kinder ein wichtiges Familienerlebnis. Sie erleben dabei Geborgenheit und können sich mit Geschwistern und Familie austauschen. Eltern sollten die gemeinsamen Mahlzeiten als Familienzeit aufrecht erhalten und schützen.
„Störer“ wie das Handy, die Spielkonsole oder der Fernseher sollten dabei ausgeschaltet bleiben. Das gilt für Kinder wie für Eltern. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, sollten Eltern Vorbild sein. Sie können die Anrufer bitten, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzurufen oder einfach gleich den Anrufbeantworter einschalten und nach dem Essen abhören. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern durchsetzen, was Sie unbedingt tun sollten.
… mein Kind nur noch in der Welt seiner Computerspiele lebt?“
E1: Unser Sohn hat zu seinem zwölften Geburtstag zwei Computerspiele bekommen. Beide ab zwölf, beide hat er sich schon lange gewünscht. Jetzt bekommen wir ihn kaum noch vom Computer weg, er könnte den ganzen Tag spielen. Wenn er nicht spielt, redet er nur von seinen Spielen. Ist das bedenklich? Müssen wir Angst haben, dass er süchtig wird?
E2: Bei unserer Tochter (13) war das ähnlich. Ich habe ihr verboten, beim Essen über das Spiel zu sprechen. Da möchte ich etwas über den Tag in der Schule oder über andere Erlebnisse erfahren. Außerdem haben wir eine klare Abmachung, wie lange sie in der Woche spielen darf. Wenn sie mal einen ganzen Nachmittag richtig lange spielen möchte, bleibt an den Tagen danach der Computer aus.
E3: Ich habe mich dafür entschieden, meinen Sohn (elf) spielen zu lassen, wenn er unbedingt nicht aufhören möchte. Nur die Hausaufgaben müssen vorher gemacht sein. Es gab jedes Mal Streit ums Computerspielen. Ich denke mir, wenn wir uns immer streiten, ist doch auch nichts gewonnen. Ich vertraue darauf, dass die Spiele irgendwann wieder uninteressant werden für ihn.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder ein neues Spiel geschenkt bekommen, ist es verständlich, dass sie sich eine Zeit lang mit aller Leidenschaft in dieses Spiel vertiefen. Umso mehr, wenn sie gerade zwölf geworden sind und jetzt endlich die Spiele für die „Großen“ nutzen dürfen, für die sie immer zu jung waren. Es ist auch verständlich, dass sie eine Zeit lang in dieser Spielewelt leben und über nichts anderes mehr sprechen wollen. Das sind Phasen, die zum Kindsein dazugehören, die aber auch wieder vorübergehen müssen.
Eltern dürfen ihre Kinder nicht grenzenlos der Spielewelt überlassen. Sehr gut gefällt uns die Verabredung, die Tochter wenn sie möchte an einem Tag sehr lange, dafür an anderen Tagen gar nicht spielen zu lassen. Das muss dann aber auch konsequent umgesetzt werden. So lernt sie innerhalb gewisser Grenzen, Verantwortung dafür zu übernehmen, ihre Zeit für die Dinge einzuteilen, die ihr wichtig sind. Den Vorschlag, den Sohn einfach spielen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass die Spiele von selbst wieder uninteressant werden, halten wir nicht für richtig. Eltern sollten dafür sorgen, dass nach etwa zwei Wochen die Spielzeiten wieder reduziert werden.
Die Verabredung, beim Essen nicht über das Spielen zu sprechen, halten wir nur dann für geeignet, wenn das Kind die Möglichkeit hat, das zu einem verabredeten Zeitpunkt im Tagesablauf nachzuholen. Das kann beispielsweise direkt im Anschluss an das Essen sein. Kinder brauchen die Möglichkeit, ihren Eltern zu erzählen, was sie beschäftigt. Eltern sollten sich für die Themen ihrer Kinder interessieren, vor allen Dingen, wenn sie so ein dringendes Mitteilungsbedürfnis haben.
Empfehlungen, wie lange Kinder spielen dürfen, finden Eltern hier. Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.
… mein Kind Onlinespiele im Internet spielt, und ich weiß nicht mit wem?“
E1: Meine Tochter (elf) spielt Onlinespiele im Internet. Die Spiele an sich sind ok, sie hat mir die mal gezeigt. Aber ich weiß nicht, mit wem sie da spielt und was für Menschen sich hinter den Namen verbergen. Ich habe Angst, sie erzählt wildfremden Menschen zuviel von sich. Mache ich mir zurecht Sorgen?
E2: Mein Sohn ist acht. Wenn er online spielt, bin ich dabei und sitze nebendran. Er sieht das nicht als Kontrolle, wir spielen dann eben gemeinsam. Das macht Spaß, ich kann sehen, was er da macht und notfalls eingreifen. Er kann mir erklären, wie das Spiel funktioniert.
E3: Meine Tochter ist 13. Ich habe ihr Onlinespiele lange verboten. Erst als sie zwölf war, durfte sie die spielen. Ich wollte, dass sie versteht, dass das fremde Menschen sind, mit denen sie spielt und dass sie da aufpassen muss, was sie über sich erzählt.
Tipp SCHAU HIN!:
Bei Onlinespielen besteht tatsächlich das Risiko, dass Kinder zu viele Daten von sich preis geben. Das fängt bereits bei der Registrierung an. Eltern sollten unbedingt dabei sein, wenn ihre Kinder sich registrieren. Vorsicht bei Angeboten, die nach der Telefonnummer oder der Adresse fragen. Seriöse Angebote können Eltern daran erkennen, dass sich die Kinder nicht ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern registrieren können. Das ist beispielsweise beim tivi.treff der Fall. Unter www.blinde-kuh.de finden Kinder eine Datenbank mit Onlinespielen, die sie nutzen können, ohne persönliche Daten von sich preis zu geben.
Die Idee, Onlinespiele gemeinsam mit den Kindern zu nutzen, finden wir sehr gut. Die Kinder können den Eltern erklären, wie die Spiele funktionieren und warum es sie ihnen so viel Spaß macht, sie zu spielen. Eltern können ihren Kindern spielerisch zeigen, wie sie sich richtig Verhalten und worauf sie achten sollten. Dabei sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie gegen andere „echte“ Menschen spielen und deshalb nicht zuviel von sich preisgeben sollten. Zudem sollten sie ihren Kindern das gute Gefühl geben, dass sie sich jederzeit an sie wenden können, sollte jemand merkwürdige Dinge fragen. Außerdem bekommen Eltern einen Eindruck von den Spielen ihrer Kinder und können beurteilen, ob die Spiele wirklich für sie geeignet sind.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Hinweise zu altersgerechten Spielen finden Eltern unter www.surfen-ohne.risiko.net und unter www.klick-tipps.net.
Spielbeurteilungen und Altersempfehlungen von der Bundeszentrale für politische Bildung können Eltern unter www.spielbar.de nachlesen.
… mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?“
E1: Neulich musste ich mich richtig ärgern über meinen Sohn (elf). Als ich in mein Paypal Konto geschaut habe, finde ich eine Abbuchung von 20 Euro. Den Empfänger kannte ich nicht. Als ich bei Paypal anrief, erklärte man mir, dass der Empfänger eine Spieleseite sei. Der Zugriff erfolgte offensichtlich von unserem Rechner, und zwar an einem Nachmittag, an dem ich nicht zu Hause war. Es stellte sich heraus, dass mein Sohn ein kostenloses Onlinespiel (ab zwölf) genutzt hat und Goldtaler dazu kaufte, die er über mein Paypal Konto bezahlte. Muss ich die 20 Euro bezahlen? Wieso kostet ein kostenloses Spiel Geld?
E2: Das ist uns auch passiert. Ich habe die 20 Euro bezahlt und meinem Sohn vom Taschengeld abgezogen. Der macht das bestimmt nicht mehr. Ich habe außerdem gehört, dass solche Spieleseiten mit empfindlichen Geldbußen drohen, wenn man die Spielgebühren nicht bezahlt. Ich denke, durch mein Vorgehen hat mein Sohn etwas gelernt und ich hatte weniger Ärger.
E3: Wie kam Ihr Sohn an das Paypal Passwort ran?
E1: Das habe ich auf dem Computer gespeichert. Ich dachte nicht, dass er das findet.
E3: Wir haben überhaupt keine Passwörter oder Kreditkartennummern auf unseren Computer gespeichert. Sicher ist sicher, da kann so etwas nicht passieren.
Tipp SCHAU HIN!:
Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man „Extras“ dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Im beschriebenen Fall kommt hinzu, dass das Spiel ab zwölf, das Kind aber erst elf ist. Das hätte der Spieleanbieter prüfen müssen. SCHAU HIN! rät, in so einem Fall mit einer Verbraucherzentrale zu sprechen, was zu tun ist. Ein Verzeichnis der Verbraucherschutzzentralen in Deutschland finden Eltern hier.
Eltern sollten sicher stellen, dass Kinder nicht an das Paypal Konto oder an die Nummer ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Kinder die finden, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein elfjähriges Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.
… mein Kind ständig online spielen will, um nichts zu verpassen?“
E1: Unser Sohn (13) spielt mit Freunden seit einigen Wochen ein Online Rollenspiel. Das wird zu einer richtigen Belastung. Wenn wir essen, wenn wir am Wochenende etwas unternehmen möchten, wenn wir abends den Computer ausschalten wollen – immer gibt es Streit. Er möchte dann immer noch eine Aktion zu Ende machen. Wenn er das getan hat, geht das gleiche von vorne los. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm das Spiel verbieten soll. Wäre das richtig?
E2: Wir haben das so gelöst, dass unsere Tochter mit ihren Freundinnen feste Spielzeiten verabredet. Beispielsweise montags und donnerstags von fünf bis sieben. In den Tagen dazwischen bleibt der Computer aus. Weil sich alle dran halten, kann unsere Tochter auch nichts verpassen, wenn sie abschaltet.
E3: Wir haben unserem Sohn, zehn Jahre alt, Rollenspiele ganz verboten. Er steigert sich da so rein, dass er keinen Weg findet, aus dem Spiel wieder raus zu kommen. Spiele am PC gibt es jetzt nur offline, und nur gemeinsam mit Mama oder Papa. Es macht ihm Spaß, mit uns zu spielen. Außerdem hat er keinen Stress mehr, weil er glaubt, sich in einer Gruppe beweisen zu müssen.
Tipp SCHAU HIN!:
Die wichtigste „Währung“ für Online Rollenspiele ist Zeit. Je erfolgreicher ein Spieler sein will, desto mehr Zeit muss er in ein Spiel investieren. Deshalb sollten Eltern vor Beginn eines Spiels mit ihren Kindern darüber reden, wie viel Zeit das Spiel im Alltag einnehmen darf. Die zeitliche Beschränkung bedeutet, dass man nicht unter den Besten mitmischen kann, sondern das Spiel nur zum Spaß spielt. Wenn Kinder das von vornherein verstehen, können sie leichter akzeptieren, dass das Spiel nach einer verabredeten Zeit wieder abgeschaltet wird.
Rollenspiele gehen immer weiter. Wenn Kinder abschalten sollen, haben sie Angst, etwas zu verpassen. Und oft verpassen sie tatsächlich etwas. Denn das Spiel läuft weiter, und es kann durchaus sein, dass es genau zu dem Zeitpunkt zu einer entscheidenden Situation kommt, wenn die Eltern wollen, dass der Computer ausgeschaltet wird. Für Kinder kann das zu einem ernsthaften inneren Konflikt führen. Gemeinsam mit ihren Freunden haben sie auf diese Situation hingearbeitet. Jetzt müssen sie ihre Freunde genau in dem Moment im Stich lassen, in dem diese ihre Unterstützung im Team brauchen und sich auf sie verlassen.
Die Lösung, mit Freunden eine Verabredung zu treffen, zu welchen Zeiten gespielt wird, finden wir gut. Es ist auch in Ordnung, solche Spiele ganz zu verbieten, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder damit noch nicht zurecht kommen. Auf alle Fälle sollten Eltern mit ihren Kindern feste Verabredungen treffen, wann und wie lange diese spielen dürfen. Ist das Spiel gerade dann besonders spannend oder an einem entscheidenden Punkt, sollten Eltern abwägen, ob es der Tagesablauf zulässt, dass der Computer ausnahmsweise etwas länger an bleibt. Das sollte jedoch durch kürzere Spielzeiten an anderen Tagen wieder ausgeglichen werden.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.
… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“
E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.
E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.
E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.
Tipp SCHAU HIN!
Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.
Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.
Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.
Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.

Handy: „Was mach‘ ich, wenn…
… alle Kinder ein Handy, Konsole oder Fernseher haben, nur meine Kinder nicht?“
E1: Meine Tochter (acht) möchte einen Nintendo. Ich bekomme zu hören: „Alle in meiner Klasse haben einen, nur ich nicht!“ Ich will ihr jetzt aber keinen Nintendo kaufen, das kostet ja auch einiges an Geld. Ist das richtig oder bin ich zu geizig?
E2: Wenn angeblich alle anderen Kinder einen haben, dann gibt es doch bestimmt eine gute Freundin, die ihrer Tochter ihren Nintendo mal ein paar Tage leihen kann. So haben wir das gemacht, dann konnte ich wenigstens sicher sein, dass das Interesse am Nintendo keine Eintagsfliege ist.
E3: Das haben wir auch gemacht. Unser Sohn musste außerdem auf seinen Nintendo sparen. Damit er merkt, die Dinge gibt es nicht einfach so, Geld schneit nicht vom Himmel. Das hat er auch konsequent durchgezogen.
Tipp SCHAU HIN!:
Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon einen Nintendo haben, müssen Eltern sich nicht verpflichtet fühlen, ihren Kindern auch so ein Gerät zu kaufen. Das gilt auch für andere Spielkonsolen, Handys und Fernseher. Eltern sind auch nicht geizig, wenn sie nicht möchten, dass so ein Gerät ins Haus kommt oder wenn ihnen das Gerät zu teuer ist. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Deshalb müssen sie einverstanden sein, wenn ein neues Gerät gekauft werden soll. Das gilt auch für den Fall, dass Kinder sich das Geld für das Gerät selbst zusammensparen.
Gut finden wir die Idee, sich von Freunden ein Gerät für ein paar Tage zu leihen. Eltern können dann sehen, ob und wie das neue Gerät den Familienalltag verändert und bereits vor dem Kauf Verabredungen zur Nutzung des Geräts mit ihren Kindern treffen.
Sobald Eltern und Kinder beginnen, gemeinsam nach (machbaren) Lösungen zu suchen, geht es um sehr viel mehr, als nur um den Einkauf von Technik. Es entsteht eine Gemeinsamkeit und ein Miteinander zu einem Thema, das die ganze Familie betrifft.
... meine Kinder ein Handy, Konsole oder Fernseher vom eigenen Geld bezahlen und über die Nutzung selbst bestimmen wollen?“
E1: Mein Sohn (zehn) hat sich das Geld für seinen Nintendo selbst zusammengespart. Ich komme mir komisch vor, wenn ich den Gebrauch seines Nintendos wieder einschränke. Der gehört doch ihm.
E2: Ich habe als Mutter oder Vater immer noch eine Fürsorgepflicht. Wenn sich mein Kind von seinem Taschengeld etwas Süßes kauft, achte ich ja auch darauf, dass es nicht zu viel auf einmal davon isst oder nach dem Zähneputzen abends überhaupt nichts mehr davon nimmt.
E3: Mein Sohn kommt gut damit klar, dass ich ihm das Spielen mit seiner Konsole reglementiere. Was wir abmachen, muss halt zuverlässig sein. Außerdem muss er ja auch lernen, mit dem Frust umzugehen, etwas nicht zu dürfen, was er gerne tun würde.
E4: An Tagen vor Klassenarbeiten verstecke ich die Spielkonsole. Dann muss ich nicht darum streiten, ob gespielt wird oder nicht.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder für den Kauf eines Geräts selbst ansparen, hat das den positiven Effekt, dass sie lernen: „Es gibt Ziele, die ich mir setzen kann. Und ich muss und kann etwas dafür tun, diese Ziele zu erreichen.“ Außerdem lernen sie dadurch, die Dinge zu schätzen.
Das bedeutet aber nicht, dass sie alleine darüber entscheiden können, wann und wie lange sie das Gerät nutzen. Diese Vereinbarung müssen sie nach wie vor mit ihren Eltern treffen. Das sollte am besten schon vor dem Kauf besprochen und verabredet werden. So machen Eltern ihren Kindern von vornherein klar: Ihr dürft euch das Gerät kaufen, aber was ihr damit spielt, wann und wie lange, das müsst ihr mit uns Eltern absprechen.
Das Verstecken der Spielkonsole ist keine Lösung auf Dauer. Eltern müssen die Auseinandersetzungen darüber, wie lange gespielt wird, führen und ihre Vorstellungen auch konsequent durchsetzen.
… sich Kinder ein modernes Handy, ein Smartphone zum Geburtstag wünschen?“
E1: Mein Sohn (elf) wünscht sich zum Geburtstag ein Handy – am liebsten natürlich so ein ganz modernes mit Touchpad und Internetzugang. Das hätten ja ganz viele in seiner Klasse. Ich finde aber, ein ganz einfaches würde in seinem Alter auch reichen. Bin ich da zu altmodisch oder zu geizig?
E2: In der Klasse meines Sohnes haben schon sehr viele Kinder ein neues Handy. Wir haben auch auf einem Elternabend darüber gesprochen und die Eltern finden das ganz normal. Mein Sohn spart jetzt und möchte sich dann von dem Geld ein Smartphone kaufen. Am liebsten würde ich es ihm aber trotzdem verbieten, obwohl es dann sein Geld ist.
E3: Ich sehe nicht ein, warum mein Kind unbedingt ein Handy haben muss. Früher hatten wir doch auch keins, und wir haben es überlebt. Da gab es natürlich auch nicht diesen Druck, dass angeblich alle in der Klasse schon ein Handy haben. Aber reicht das als Grund aus, dass alle Kinder ein Handy bekommen?
Tipp SCHAU HIN!
Viele Kinder finden Smartphones schick und hätten gerne eins. Den Eltern geht es manchmal ja genauso. Smartphones bieten viele Möglichkeiten – aber auch mehr Risiken. Worauf Eltern achten müssen, zeigt die SCHAU HIN! Simple Show zum Thema Medienkonvergenz. SCHAU HIN! rät: Lassen Sie für Kinder den Internetzugang sperren. Achtung: Informieren Sie sich vorab, ob Sie bei dem Smartphone den Internetzugang mittels Passwort sperren lassen können. So können Sie verhindern, dass sie Internetseiten mit nicht kindgerechten Inhalten aufrufen. Grenzen Sie das Guthaben ein, mit dem Ihre Kinder Apps und Spiele herunterladen können. Treffen Sie vorab klare Vereinbarungen, was Ihr Kind mit dem Smartphone machen und was das kosten darf.
Eltern sollten sich generell die Frage stellen, ob Ihr Kind ein Handy braucht und wozu. Wenn Kinder unterwegs sind, geben Handys Sicherheit. Geschieht etwas Unerwartetes, können sie zu Hause nachfragen, was sie in dieser Situation machen sollen.
Weitere Tipps zur kindgerechten Nutzung von Handys finden Eltern in der Broschüre „Handy ohne Risiko. Mit Sicherheit mobil.“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
… ich mein Kind über Handy orten möchte?“
E1: Wir denken gerade darüber nach, eine Handyortung für das Handy unseres Kindes in Anspruch zu nehmen. Das kostet nur einige Euro im Monat und wir hätten die Möglichkeit, im Ernstfall immer zu prüfen, wo unser Kind ist. Wir wollen ihm aber auch nicht das Gefühl geben, dass es immer überwacht wird.
E2: Ich halte das nicht für eine gute Idee. Wenn mal wirklich etwas passieren sollte, hat auch die Polizei die Möglichkeit, das Handy zu orten. Und ansonsten ist es doch wichtiger, ein Vertrauensverhältnis zum Kind aufzubauen, damit es nicht verschweigt, wo es sich aufhält.
E3: Ich meine auch, dass man das Geld dafür sparen kann. So eine Überwachung zerstört Vertrauen, und trotzdem gibt es keine hundertprozentige Sicherheit für das Kind dadurch.
Tipp SCHAU HIN!:
Handyortung ist ein sensibles Thema, mit dem Eltern sehr vorsichtig sein sollten. SCHAU HIN! rät dringend davon ab, eine Handyortung dafür zu nutzen, ständig zu überprüfen, wo sich die Kinder aufhalten. Eltern wollen ja, dass ihre Kinder verlässliche Menschen werden und lernen, Absprachen einzuhalten.
… beim Essen ständig Handy, Nintendo oder Fernseher im Einsatz sind?“
E1: Meine Tochter ist dreizehn und hat ein eigenes Handy. Wenn wir gemeinsam essen, ist sie damit beschäftigt, mit ihren Freundinnen SMS auszutauschen, das sei jetzt wichtig und könne nicht verschoben werden, meint sie. Mich stört das, ich würde es eigentlich gerne verbieten. Ist das richtig?
E2: Mich stört das auch, meinen Mann aber nicht so sehr. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, geht er ja auch ran und führt längere Gespräche.
E3: Das Handy ist bei uns kein Problem, dafür spielt mein Sohn liebend gerne mit seinem Nintendo beim Essen. Ich finde es schade, dass wir das Essen nicht dazu nutzen, uns miteinander zu unterhalten. Aber ich möchte auch nicht, dass es jedes Mal Streit wegen des Nintendos gibt.
Tipp SCHAU HIN!
Das gemeinsame Essen ist für Kinder ein wichtiges Familienerlebnis. Sie erleben dabei Geborgenheit und können sich mit Geschwistern und Familie austauschen. Eltern sollten die gemeinsamen Mahlzeiten als Familienzeit aufrecht erhalten und schützen.
„Störer“ wie das Handy, die Spielkonsole oder der Fernseher sollten dabei ausgeschaltet bleiben. Das gilt für Kinder wie für Eltern. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, sollten Eltern Vorbild sein. Sie können die Anrufer bitten, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzurufen oder einfach gleich den Anrufbeantworter einschalten und nach dem Essen abhören. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern durchsetzen, was Sie unbedingt tun sollten.
… mein Kind seinen Klingelton nicht leiser stellen möchte?“
E1: Unser Sohn (elf) hat seit kurzem ein eigenes Handy. Als Klingelton hat er sich ein Lied aus den aktuellen Charts eingestellt. In der Öffentlichkeit lässt er es gerne laut und lange klingeln. Das nervt uns und die Menschen um ihn herum. Wir haben ihn schon gebeten, den Klingelton anders einzustellen. Aber er weigert sich. Ist es ok, wenn wir ihm das Handy wegnehmen, wenn er den Ton nicht leise stellt?
E2: Wir haben das so gemacht. Bei unserer Tochter (zwölf) haben wir das Handy einkassiert, weil sie den nervigen Klingelton nicht anders einstellen wollte. Nach einer Woche war das Thema erledigt. Sie hat ihr Handy wieder, aber der Klingelton ist jetzt leise.
E3: Bei meinem Sohn (zwölf) ist das Problem leider noch größer. Er kann mit seinem Handy nämlich Musik hören. Das macht er auch, im Bus, in der Straßenbahn. Und zwar laut, so dass alle mithören müssen. Ob sie wollen oder nicht. Ich habe ihm das Handy auch schon weggenommen. Aber er hat sich von seinen Großeltern ein neues gewünscht und prompt bekommen. Wenn ich ihm das wieder wegnehme, sind die mir böse.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sollten ihren Kindern vermitteln, dass man auf andere Rücksicht nimmt. Dazu gehört auch, dass sie mit ihren Handys andere Menschen nicht belästigen. Deshalb sollten Eltern immer wieder darauf hinweisen, dass man mit Handys über den Lautsprecher nicht laut Musik hört oder den Klingelton ewig klingeln lässt, dort wo es andere stört. In den Situationen, wo lautes Handyklingeln stört, wie z.B. beim Mittagessen oder in der Schule, sollte das Handy lautlos gestellt werden. Eltern sollten ihren Kindern auch erklären, dass es legitim ist, das Handy nach dem ersten Klingeln einfach auf stumm zu schalten, wenn man nicht rangehen möchte. So kann verhindert werden, dass es minutenlang laut weiterklingelt. Hilft das nicht, ist es völlig in Ordnung, wenn das Handy mal eine Weile eingezogen wird. So können Eltern zeigen, dass es ihnen ernst damit ist.
Das sollten sie auch den Großeltern ihres Kindes erklären. Kommt es dabei zum Konflikt, sollten Eltern diesen Konflikt aushalten. Aber die Großeltern der Kinder können sicher verstehen, dass niemandem damit geholfen ist, wenn die Kinder andere Menschen belästigen.
… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“
E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.
E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.
E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.
Tipp SCHAU HIN!
Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.
Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.
Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.
Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.
Fragen Sie Frau Langer
Tipps zur Nutzung
Für eine einfache und schnelle Suche, sind die Fragen nach Medienarten (TV, Internet, Games und Handy) und Situationen sortiert. Klicken Sie einfach auf das jeweilige Icon und finden Sie alle Antworten und Tipps zum Thema.
Damit Sie die Gespräche verfolgen können, haben wir die Beiträge der Eltern durch ein E kenntlich gemacht. Die Kürzel E1, E2 und E3 stehen also für drei verschiedene Eltern, die sich zur jeweiligen Frage geäußert haben.

„Was mach‘ ich, wenn…
… meine Kinder bei den Großeltern mehr fernsehen dürfen, als mir recht ist?“
E1: Bei den Großeltern darf sich unsere Tochter (drei) zu Opa mit aufs Sofa setzen, wenn er fernsieht. Dann schauen sie gemeinsam Frühstücksfernsehen oder Nachmittagsprogramm. Mir ist das gar nicht recht, dass meine Tochter dann so viel fernsieht. Wenn ich das bei meinen Schwiegereltern anspreche, stoße ich auf Unverständnis. Was soll ich tun, ich möchte das eigentlich ändern, brauche aber meine Schwiegereltern an zwei Tagen in der Woche für die Kinderbetreuung, da ich Teilzeit arbeiten gehe.
E2: Auch bei uns schien dieser Konflikt unauflösbar zu sein. Ich habe meine Eltern vor die Wahl gestellt: Entweder das Thema fernsehen wird so behandelt, wie ich mir das vorstelle, oder ich suche eine andere Lösung– so schmerzlich das auch finanziell sein mag. Das hat funktioniert. Wir sprechen uns jetzt jedes Mal ab, ob der Fernseher angemacht wird und wenn ja, was mein Sohn schauen darf. Und meine Eltern halten sich daran. E3: Auch ich habe eine ähnliche Situation. Ich sehe das aber gelassen. Mein Sohn ist auch drei Jahre alt und drei Vormittage bei den Großeltern, wo der Fernseher läuft. Die meiste Zeit verbringt er aber mit uns und da bleibt der Fernseher aus. So lernt er, dass es normal ist, wenn der Fernseher aus ist, und fernsehen eine Ausnahme ist. E4: Ich denke auch, dass das ein wenig der Preis dafür ist, dass die Eltern auf die Kinder aufpassen. Ich möchte von meinen Eltern auch nicht zu viel verlangen. Die haben ihre Gewohnheiten, auch Fernsehgewohnheiten, und können sich auch nicht jedes Mal ein Bespaßungsprogramm ausdenken, wenn sie auf meine Kinder aufpassen sollen. Da kann es schon mal passieren, dass ich völlig aufgedrehte Kinder zurückbekomme, die bei Opa und Oma zu lange vor dem Fernseher saßen. Aber das ist eben der Preis fürs kostenlose Kinderhüten.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich, mit den Großeltern von Beginn an darüber zu sprechen, wie mit dem Fernsehen umgegangen werden soll. Machen Sie Ihren Eltern oder Schwiegereltern deutlich, dass Sie konkrete Vorstellungen haben, welchen Umgang Ihre Kinder mit elektronischen Medien erlernen. Sie möchten mitbekommen, wie Ihre Kinder das, was sie im Fernsehen sehen, erleben und aufnehmen. Wenn Ihr Kind beginnt, erste Sendungen zu sehen, wollen natürlich auch die Großeltern erfahren, wie die Enkel das Geschehen im Fernsehen erleben. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu, vereinbaren Sie aber feste Zeiten und Sendungen, die sie mit ihren Enkeln anschauen dürfen.
… ich nicht weiß, ob mein Kind schon alt genug fürs Fernsehen ist?“
E1: Woran erkenne ich, dass mein Kind alt genug für das Fernsehen ist und wie gestalte ich das erste Fernsehschauen?
E2: Bei uns hat sich das so ergeben. Irgendwann erzählte unsere Tochter, da war sie fast vier Jahre, dass alle im Kindergarten immer eine bestimmte Sendung schauen. Weil sie so gedrängelt hat, haben wir diese dann mal zusammen gesehen. Seitdem schaut sie jeden Tag ihre Lieblingssendung und danach wird der Fernseher wieder ausgeschaltet. E3: Wir haben mit einem kurzen DVD-Film angefangen. Die Zwillinge haben so mit drei, vier Jahren immer öfter danach gefragt und irgendwann musste man schon die Fernbedienung verstecken, damit sie die Kiste nicht selbst anschalten. Seitdem schauen wir immer zwei, drei Mal die Woche eine DVD oder eine Sendung im Fernsehen zusammen.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder anfangen, sich für das Fernsehen zu interessieren, sagen sie das in der Regel ganz offen und äußern vermehrt den Wunsch, etwas anzuschauen. Suchen Sie zunächst gemeinsam mit Ihrem Kind eine Sendung aus und schauen sie diese dann auch zusammen. So können Sie am besten beobachten, wie Ihr Kind auf das Fernsehen reagiert. Viele Kinder langweilen sich schon nach wenigen Minuten wieder, andere sind sehr fasziniert. Schalten Sie den Fernseher wieder aus, wenn die ausgesuchte Sendung vorbei ist. Fragen Sie Ihr Kind auch, ob ihm das Programm gefallen hat und ob es Fragen dazu hat. Wenn Ihr Kind den Wunsch äußert, öfters gemeinsam Fernzusehen, können Sie ein paar Tage später wieder eine Sendung anschauen. Jeden Tag brauchen kleine Kinder aber nicht vor dem Fernseher zu sitzen.
E1: Verpasst meine Tochter (drei) etwas, wenn sie sich noch nicht für das Fernsehen interessiert? Schließlich kann sie beim Fernsehen ja auch viel über die Welt lernen.
Tipp SCHAU HIN!:
Nein! Es gibt viele Kinder, die sich erst später für das Fernsehen interessieren. Die Kinder verpassen nichts, wenn sie nicht TV schauen. Sie beschäftigen sich in dieser Zeit mit anderen Dingen, und auch ohne Fernsehen können Kinder viel über die Welt lernen. Das Interesse für das Fernsehen kommt irgendwann von ganz alleine.
… die Zeit reif ist für das erste Mal fernsehen, wie gestalte ich die Fernsehpremiere am besten?“
E1: Meine Tochter wird bald vier. Ich habe ihr immer versprochen, dass sie mit vier Jahren fernsehen darf. Am liebsten würde ich daraus eine richtige kleine Familienfeier machen. Ist das sinnvoll? Oder macht das das Fernsehen zu etwas viel wichtigerem, als es eigentlich ist?
E2: Bei uns lief das anders. Meinen Sohn hat Fernsehen natürlich schon interessiert. Auch wenn das Gerät bei uns in der Familie meistens aus ist, zumindest tagsüber. Als ich den Eindruck hatte, mein Sohn wäre so weit, dass er das mal kennen lernen kann, habe ich mit ihm zusammen einen kurzen Zeichentrickfilm geschaut. Das war gar kein besonderer Anlass, einfach so, nebenbei. Ein paar Tage später wollte er noch mal etwas anschauen. So hat sich das dann langsam entwickelt. E1: Ich glaube, bei meiner Tochter wäre das nicht möglich. Die fragt immer wieder nach, wann sie denn endlich mal schauen darf. E3: Das war bei unserer Tochter genau so. Wir haben dann ein richtiges kleines Fest gemacht. Seitdem hat das Fernsehen einen festen Platz im Wochenablauf meiner Tochter.
Tipp SCHAU HIN!:
Es gibt verschiedene Wege, wie Sie das erste Fernsehen gestalten können. Das hängt auch ganz stark von Ihrem Kind und Ihnen ab. Auf eines sollten Sie unbedingt achten: Schauen Sie gemeinsam fern, und schauen Sie nur einen kurzen und altersgerechten Film.
Ein richtiges Fest gibt dem Fernsehen sehr viel Bedeutung. Davon würden wir abraten. Es ist aber auf alle Fälle sinnvoll, wenn Ihr Kind das erste Mal Fernsehen als Familienerlebnis wahrnimmt. Von daher ist das gemeinsame Schauen mit den Eltern bei leckeren kleinen Snacks ganz sicher der richtige Weg. Und wenn der Film vorbei ist: Sprechen Sie mit Ihrem Kind und machen Sie sich einen Eindruck, wie es das Gesehene erlebt haben.
… mein Kind vom Fernsehen überfordert ist?“
E1: Mein Sohn (vier Jahre) darf seit wenigen Wochen fernsehen. Wir schauen gemeinsam kleinere Filmchen, die ihn aber emotional sehr mitnehmen. Er macht dann richtig mit, zappelt auf dem Sofa rum oder steht auf und schaut im Stehen weiter, weil er es einfach nicht mehr im Sitzen aushält. Ist das normal oder ist das ein Zeichen von Überforderung?
E2: Ich habe mit meiner Tochter, auch vier, eine Abmachung: Wenn sie es im Sitzen nicht mehr aushält, wird der Fernseher ausgemacht. Ich glaube schon, dass sie dann mit dem was sie sieht überfordert ist, und ich will nicht, dass sie sich so aufschaukelt. E3: Ich finde das ok, wenn mein Kind mit dem Film richtig mitgeht. Ich orientiere mich da an der Altersfreigabe. Wenn mein Sohn aufgedreht ist nach dem Fernsehen, braucht er eben ein bisschen, um wieder runterzukommen. Aber das schafft er schon.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade kleinere Kinder reagieren noch sehr ursprünglich auf Situationen und „leben“ Filme richtig mit. Wenn sie von etwas begeistert sind, hält es sie oft nicht mehr auf dem Sofa, ebenso, wenn etwas sehr spannend ist. Das ist in gewissen Maßen normal und muss kein Zeichen von Überforderung sein. Sie verarbeiten das Gesehene sehr körperlich. Gerade weil sie das Gesehene „mitleben“, ist es so wichtig, dass die Fernsehzeit begrenzt ist und Kinder danach die Möglichkeit haben, wieder zur Ruhe zu kommen.
Aber Kinder zeigen auch deutlich, wenn sie sich unwohl fühlen und wirklich überfordert sind. Sie gehen beim Fernsehen einfach aus dem Zimmer, reden laut oder verstecken sich hinterm Sofa. Dann sollten Sie den Fernseher ausschalten und mit Ihrem Kind darüber reden, was es verängstigt oder verschreckt hat. Kinder sind dann vom Gesehenen überfordert, wenn sie nicht begreifen oder nachvollziehen können, was im Film geschieht. Kinder sprechen Überforderungen nicht unbedingt beim Fernsehen an, sondern meist erst später, in Situationen, die mit dem Fernsehen nichts zu tun haben. Sie fragen dann nochmal nach und wollen Erklärungen für das, was sie beim Schauen eines Films nicht verstanden haben.
E1: Das ist nicht so einfach, sich die Sendungen vorher anzuschauen. Denn tagsüber, wenn Kindersendungen gezeigt werden, ist mein Kind meistens bei mir.
Tipp SCHAU HIN!:
Viele TV-Sender bieten auf ihren Internetseiten Informationen und erste Bilder zu ihren Sendungen an. Oft finden Sie dort auch Filmbeispiele, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können oder die Sendung steht in der Mediathek des jeweiligen Senders zum Abruf bereit. Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… mein Kind nach dem Fernsehen aufgedreht ist?“
E1: Nach dem Fernsehen wird es bei uns laut. Meine Tochter tobt dann durch die Wohnung und hat erstmal kein Maß mehr für Lautstärke und Heftigkeit. Ich habe dann immer Mühe, sie wieder zur Ruhe zu bringen. Ist das normal?
E2: Das war bei uns auch lange ein Thema, bis ich einen Riegel vorgeschoben habe. Ich habe es nämlich zur Bedingung gemacht, dass mein Sohn (fünf) nur unter der Bedingung fernsehen darf, dass er danach nicht aufgedreht ist. Ist er es doch, bleibt der Fernseher am nächsten Tag aus. E3: Ich finde das nicht schlimm, wenn Kinder mal aufgedreht sind. Irgendwo müssen die ja mit ihrer ganzen Energie hin. Ich habe meinem Sohn (fünf) einen Punching Ball gekauft, wie ihn Boxer zum trainieren nutzen. Der hängt bei ihm im Zimmer. Da kann er sich abreagieren, wenn er so richtig aufgedreht ist. Wenn er fünf Minuten auf das Ding eingedroschen hat, hat er sich meist wieder beruhigt.
Tipp SCHAU HIN!:
Dass Kinder nach dem Fernsehen aufgedreht sind, kann schon mal passieren und ist an sich nichts Schlimmes. Wir raten davon ab, Fernsehen nur unter der Bedingung zu erlauben, dass Ihr Kind danach ruhig bleibt. Kinder brauchen das Toben. Es hilft ihnen, das Gesehene zu verarbeiten. Wenn es dabei laut und heftig zugeht, ist das ok.
Allerdings sollten Ihre Kinder schon bald wieder „runterkommen“ und sich beruhigen, das müsste nach etwa 10 bis 15 Minuten der Fall sein. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, indem Sie es bitten, sich wieder zu beruhigen und sich mit etwas Ruhigem zu beschäftigen, zum Beispiel damit, ein Bild zu dem gesehenen Film zu malen.
Die Ursache dafür, dass Ihr Kind nach dem Fernsehen aufgedreht ist, muss nicht der gesehene Film sein. Manchmal kann das auch die Folge der Erlebnisse des Tages sein. Am besten finden Sie das heraus, wenn Sie sich die Zeit nehmen, mit Ihrem Kind über den Tag zu plaudern. Das hilft auch Ihrem Kind, das Erlebte zu verarbeiten.
… mein Kind am liebsten Werbespots schaut?“
E1: Meine Tochter (fünf) entdeckt das Fernsehen für sich. Am liebsten schaut sie Werbespots im Kinderprogramm der Privaten, was ich eigentlich nicht möchte. Aber ihr gefallen die kurzen Spots, sie kann den kurzen Geschichten gut folgen. Soll ich ihr das erlauben?
E2: Ich finde ja. Unsere Kinder dürfen selbst bestimmen, was sie in ihrer Fernsehzeit anschauen. Einzige Bedingung: Es dürfen keine Erwachsenenprogramme sein. So haben sie die Möglichkeit, selbst etwas zu entscheiden. Sie fühlen sich ernst genommen und respektiert. E1: Wir bekommen aber immer Streit miteinander, weil meine Tochter das, was sie in der Werbung sieht, oft auch haben will. Dass das Geld kostet und dass wir nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung haben, das will sie dann oft nicht einsehen.
Tipp SCHAU HIN!
Die Vereinbarung darüber, welche Sendungen sie sehen dürfen und welche nicht, sollte mit Kindern von vornherein getroffen werden. So machen Sie den Kindern klar: Euch steht eine bestimmte Zeit für das Fernsehen zu. Aber was ihr anschaut, müsst ihr mit uns Eltern absprechen.
Bloß weil ein Programm kein ausgesprochenes „Erwachsenenprogramm“ ist bedeutet das noch nicht, dass es für Kinder geeignet ist. Das gilt auch für Werbung. Gerade jüngere Kinder können noch nicht zwischen Werbung und anderen Sendungen unterscheiden. Sie verstehen nicht, dass Werbung einen ganz bestimmten Zweck verfolgt.
Werbefilme sind nicht für Kinder geeignet. Deshalb sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie jetzt noch keine Werbung anschauen dürfen. Wenn sie älter sind, mit ca. acht bis zehn Jahren, können Sie sich mit ihren Kindern darüber unterhalten, was in der Werbung gezeigt wird und was die Werbefilme eigentlich erreichen wollen.
… ich selbst auf meine Lieblingssendung nicht verzichten will?“
E1: Meine Tochter ist drei und soll noch nicht fernsehen. Ich möchte da auch gutes Vorbild sein und selbst wenig fernsehen, aber auf meine Sportschau am Samstag will ich auch nicht verzichten. Ist das ein Widerspruch? Wie kann ich den auflösen?
E2: Wir versuchen, solche Konflikte zu vermeiden, indem wir Sendungen, auf die wir nicht verzichten möchten, aufzeichnen. E1: Aber nichts ist so alt wie die Sportschau von gestern… E3: Ich denke, dass Kinder lernen müssen und können, dass nicht alles, was Erwachsene machen, auch ihnen erlaubt ist. Deshalb habe ich keine Probleme damit, dass meine Kinder noch nicht fernsehen dürfen, ich aber schon meine Lieblingssendungen schaue. Da bekommen sie ja auch die Botschaft mit, dass Papa und Mama den Fernseher nicht nur anmachen, sondern auch wieder abschalten, wenn die Lieblingssendung vorbei ist.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sich Eltern bewusst sein. Dazu gehört auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Das gilt eben auch für Eltern, deren Kinder noch zu klein zum fernsehen sind.
Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: schauen Sie ruhig Ihre Sportschau. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie meinen, dass sie fürs Fernsehen (oder für diese spezielle Sendung) noch zu klein sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen sie auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen. Sie lernen also, wie richtige Mediennutzung aussehen kann.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen handelt, bietet sich diese Lösung an.
… Geschwister unterschiedlichen Alters Medien nutzen?“
E1: Mein Sohn ist fünf Jahre alt. Er schaut gerne am Nachmittag ein bisschen Fernsehen. Ich schaue dann mit, falls er Fragen oder Angst vor etwas hat. Meine Tochter ist dann auch automatisch mit dabei. Die ist erst zweieinhalb. Eigentlich sollen Kinder unter drei Jahren ja noch nicht fernsehen. Ich möchte aber keines der beiden in dieser Situation allein lassen. Was kann ich da machen?
E2: Wir verbieten der Großen (fünf) dann manchmal bestimmte Sendungen, weil die Kleine (zwei) mit im Zimmer ist. Aber immer kann man das ja auch nicht machen. Wenn sie dann ab und zu auch mal mitschaut, finden wir das nicht so schlimm. So richtig interessiert ist sie eh noch nicht daran. E3: Unser Sohn passt immer ganz genau auf, wenn seine kleine Schwester mit fernsieht. Wenn es spannend wird, hält er ihr auch schon einmal die Augen zu. Ansonsten darf er seine Sendungen sehen, wenn die Kleine schläft oder etwas anderes macht.
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen. Sie wollen die Welt im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Sie erkunden ihre nähere Umgebung und wollen die Dinge dabei anfassen, um sie zu verstehen. Wenn sie aber doch mal bei den älteren Geschwistern mitschauen, sollten Eltern kein schlechtes Gewissen haben. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Die älteren Geschwister brauchen auch etwas, was speziell für sie bestimmt ist, beispielsweise ihre „eigene Sendung“, die sie anschauen dürfen. Die kleine Schwester sollte für diese Zeit mit etwas anderem beschäftigt werden, beispielsweise mit malen oder mit einem Bilderbuch. Das kann am Anfang zu Enttäuschung oder Streit führen. Wenn Sie aber Ihren Standpunkt ruhig und konsequent vertreten, wird es schon bald bei allen zur Selbstverständlichkeit.
… mein Kind mit der Fernbedienung spielt?“
E1: Meine Tochter ist zweieinhalb. Sie spielt leidenschaftlich gerne mit der Fernbedienung des Fernsehers. Für sie ist es toll, dass sie auf einen Knopf drückt und es passiert etwas. Ist das ok, wenn ich sie damit spielen lasse?
E2: Wir haben die Fernbedienung versteckt. Ich möchte nicht, dass mein Kind lernt, wie es den Fernseher anschalten kann. Den dürfen nur wir Eltern anschalten.
E3: Ich denke, mein Sohn (zwei) kann mit den Filmen gar nichts anfangen. Der will nur sehen, dass er etwas anmachen kann, wenn er auf einen Knopf drückt. Dann ist er ganz stolz und freut sich.
Tipp SCHAU HIN!:
Kleine Kinder haben einen riesigen Spaß daran, Geräte an- und auszuschalten. Das gilt auch für Fernbedienungen, und das ist auch ok so. Sie bekommen ja mit, wie die Eltern damit hantieren, und wollen das auch mal ausprobieren. Sie sollten aber von Anfang an klarstellen, dass bestimmte Geräte nur gemeinsam mit den Eltern ausprobiert werden können. Dazu gehört die Fernbedienung für den Fernseher. Machen Sie es Ihren kleinen Kindern nicht zu schwer, sich an diese Abmachung zu halten. Am besten, Sie legen die Fernbedienung in eine Schublade oder irgendwo hin, wo sie nicht immer sichtbar und greifbar für Ihre Kinder ist. Dann werden sie auch weniger verführt, das tolle Gerät auch mal alleine auszuprobieren.
… Kinder gerne vor dem Fernseher essen möchten?“
E1: Wir haben zwei Kinder im Teenager Alter und eine Tochter, die erst drei Jahre alt ist. Die Großen essen meistens vor dem Fernseher Abendbrot und schauen dabei die Simpsons an. Natürlich möchte die Kleine dann auch dabei sein. Ist denn Fernsehen beim Abendessen in Ordnung?
E3: Wir essen auch abends immer vor dem Fernseher und gucken das Sandmännchen oder Spongebob. Dann aber alle zusammen. Das hat sich bei uns so eingebürgert. Unsere Tochter (fünf) bleibt sonst auch gar nicht ruhig am Tisch sitzen.
Tipp SCHAU HIN!:
Essen und Fernsehen sollten getrennt werden. Essen ist Familienzeit, in der man sich unterhalten und über die Ereignisse des Tages austauschen kann. Für Kinder ist das ein schönes Ritual. Als Ausnahme kann das Essen vor dem Fernseher mal am Wochenende als Ereignis gestaltet. Ein DVD-Abend mit der ganzen Familie, mit leckeren Snacks oder den Lieblingsgetränken der Kinder macht das Fernsehen zu einem Gemeinschaftserlebnis.
E1: Ich lasse meine Kinder (vier und fünf) gerne morgens beim Frühstück, bevor ich sie in den Kindergarten bringe, fernsehen. Ich kann mich in Ruhe fertig machen, und sie haben in der Zeit Unterhaltung.
Tipp SCHAU HIN!:
Wir raten davon ab, den Fernseher schon beim Frühstück anzuschalten. Kinder haben einen vollgepackten Tag vor sich. Sie brauchen morgens nicht zusätzliche Unterhaltung. Die Zeit zwischen Frühstück und Kindergarten können Ihre Kinder nutzen, um sich auf den Tag vorzubereiten. Sie können beispielsweise die Puppe für den Kindergarten fertig machen, ein Bild malen, weil die Großeltern zu Besuch kommen oder die Rennbahn für das Spielen am Nachmittag aufbauen.
… mein Kind krank ist und Langeweile hat?“
E1: Mein Sohn ist dreieinhalb Jahre alt. Jetzt ist er krank geworden und liegt mit Fieber im Bett. Ihm ist natürlich schrecklich langweilig, deshalb dachte ich, ich könnte ihn tagsüber fernsehen lassen. Ich bin mir aber unsicher, ob das eine gute Idee ist.
E2: Ich mache das auch bei meinen Kindern. Meine Tochter (vier) lag neulich mit einem grippalen Infekt mehrere Tage zu Hause. Die Arme hat sich fürchterlich gelangweilt. Da habe ich Ihr ein paar Kinder-DVDs besorgt, die sie anschauen durfte - als kleines Trostpflaster dafür, dass sie nicht mit anderen Kindern spielen kann. E3: Bei uns bleibt der Fernseher aus, wenn die Kinder krank sind, schon aus Prinzip. Ich glaube einfach, dass meine Kinder Ruhe brauchen, um wieder gesund zu werden.
Tipp SCHAU HIN!:
Fernsehen nimmt Ihre Kinder auch körperlich in Anspruch. Deshalb sollten Eltern sehr genau hinschauen und prüfen, ob der Fernseher bei Krankheit nicht besser ausbleibt. Das hängt auch von der Krankheit selbst ab. Hat sich das Kind beispielsweise ein Bein gebrochen oder ist einfach erkältet und kann deswegen nicht zum spielen rausgehen, kann das Fernsehen helfen, die Langeweile zu vertreiben.
Gerade wenn sie Fieber haben oder einen Infekt, braucht ihr Körper Ruhe und Entspannung, um wieder gesund zu werden. Wenn das Ärgste überstanden ist, können Kinder auch wieder fernsehen. Eltern sollten dann mit kurzen Sendungen oder Ausschnitten einer DVD anfangen und beobachten, wie ihre Kinder reagieren .
Bei Krankheit sind auch Mal- und Ratespiele, Vorlesen, Hörspiele oder der Besuch von lieben Menschen ein geeigneter Zeitvertreib.
… mein Kind Märchenfilme sehen will?“
E1: Mein Sohn (viereinhalb) möchte gerne Märchenfilme sehen. Er kennt viele Märchen, da wir ihm abends vor dem Schlafengehen welche vorlesen. Kann ich mich bei Märchenfilmen darauf verlassen, dass sie für Kinder geeignet sind?
E2: Ich bin da vorsichtig, denn in Märchen geht’s ja manchmal richtig heftig zu. Da habe ich bei meinem Sohn lange gewartet, ich glaube er war schon sechs, bis wir überhaupt mal eins angeschaut haben. Das mache ich bei der Kleinen (drei Jahre) auch so. E3: Wir haben die Neuverfilmungen von Märchen in ARD und ZDF entdeckt. Die fanden meine beiden Großen (sechs und acht Jahre) toll, weil die Filme zum Teil besonders witzig und einfach anders waren. Unsere Jüngste hat manchmal kurz mitgeschaut, aber schnell wieder aufgehört. Für sie war ganz klar: „Das ist nicht das echte Märchen“. Ihr hat das nicht gefallen.
Tipp SCHAU HIN!:
Vorsicht, nicht jeder Märchenfilm ist gleich ein Kinderfilm und für Fernsehanfänger geeignet. Sie sollten sich die Filme anschauen, bevor Sie sie Ihren Kindern zeigen.
Um einzuschätzen, ob ein Märchenfilm für Ihr Kind geeignet ist, können Sie auf die folgenden Dinge achten: Wie lange ist der Film? Märchenfilme sind oft länger als 15 oder 20 Minute. Das ist für Fernsehanfänger zu lange. Sie schaffen es noch nicht, einer Handlung in dieser Länge zu folgen. Wird das Märchen genau so erzählt, wie Ihre Kinder es kennen? Abweichungen können gerade kleine Kinder irritieren. Wie sind die Figuren, die Guten und die Bösewichte gestaltet? Arbeitet der Film mit dunklen, bedrohlich wirkenden Bildern? Kommen viele spannende oder gar gruselige Momente vor? Ist der Film besonders schnell geschnitten, so dass die einzelnen Bildeinstellungen nur kurz zu sehen sind? Bilder wirken sehr stark auf Kinder und nachdrücklich. Das ist deutlich anders, als wenn die Bilder zum Märchen in ihrem eigenen Kopf entstehen.
Märchen sind aber auch nicht der richtige Vorlesestoff für Kinder im TV-Anfängeralter (also von drei bis fünf). Das gilt insbesondere für Märchenklassiker wie die der Gebrüder Grimm. Die Geschichten sind oft noch zu lang und das Erzählte wirkt auf viele Kinder bedrohlich und ängstigend.
Besser ist es, Märchen zu erzählen. Das können Sie zum schönen Ritual machen, bei dem sich vielleicht auch die Großeltern oder Onkel und Tante gerne einbeziehen lassen. Unterstützt mit einem Bilderbuch ist das Ganze dann altersgerechter als ein Film.
… meine Kinder mit Hilfe des Fernsehers Deutsch lernen sollen?“
E1: Wir sind erst vor wenigen Monaten nach Deutschland gezogen. Unser Deutsch ist leider nicht sehr gut. Wir möchten, dass unsere Tochter (vier) sehr gut Deutsch sprechen lernt. Deshalb lassen wir den Fernseher tagsüber extra laufen, damit unsere kleine Tochter mehr Deutsch hört. Wenn sie dann in den Kindergarten kommt ist das vielleicht schon besser mit ihrem Deutsch. Stimmt das?
Tipp SCHAU HIN!:
Damit Kinder eine Sprache richtig und nachhaltig lernen, brauchen sie die persönliche Vermittlung durch Personen, zu denen sie eine enge Bindung haben. Das können die Eltern ebenso wie andere Verwandte oder gleichaltrige Freunde sein. Aber das Fernsehen kann sie dabei unterstützen.
Denn vier- bis fünfjährige Kinder haben Spaß daran, mit Wörtern zu spielen. Sie bilden gerne Reime, erfinden Quatschwörter. Oder amüsieren sich königlich darüber, wenn aus dem „Papa“ ein „Popo“ wird. So lernen sie spielerisch, Laute zu bilden und sich an die Sprechmelodie der Sprache zu gewöhnen.
Die Sendereihe „JoNaLu“ von ZDF tivi wurde eigens entwickelt, um diesen spielerischen Spracherwerb zu fördern. Die Hauptfiguren, Jo, Naya und Ludwig, reimen, spielen und singen mit der Sprache. Kinder lassen sich davon anstecken und bekommen Lust, das nachzuahmen. So üben sie, mit Sprache umzugehen und ihre eigenen Vorlieben zu entdecken. Das hilft gerade auch Kindern, deren erste Muttersprache nicht Deutsch ist. Eltern finden die Sendungen unter www.tivi.de in der Mediathek.
Mehr Infos zu JoNaLu und darüber, wie Kinder sprachen lernen, finden Sie unter http://www.tivi.de/fernsehen/jonalu/artikel/35828/index.html
… meine Kinder Zeichentrickfilme anschauen möchten?“
E1: Mein Sohn ist vier und fängt an, sich fürs Fernsehen zu interessieren. Am liebsten würde ich mit ihm die Zeichentrickfilme ansehen, die ich als Kind so sehr geliebt habe. Aber heute finde ich die manchmal recht heftig, weil es da ziemlich gewalttätig zur Sache geht. Kann ich Zeichentrickfilme bedenkenlos mit Kindern anschauen?
Tipp SCHAU HIN!
Zeichentrickfilme sind nicht automatisch Kinderfilme. Gerade die Klassiker – der rosarote Panther, Speedy Gonzales oder auch Micky Maus – sind für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder. Früher durften Kinder diese Filme oft sehen. Man hat sich damals noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht hat, welche Filme für Kinder geeignet sind und welche nicht.
Heute wissen wir mehr darüber, wie Kinder Filme erleben und welche Folgen das haben kann. Zeichentrickfilme sind nicht generell kindgerecht. Das hat mit der gezeigten Gewalt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie sehr schnell und hektisch geschnitten sein können. Außerdem sind die Geschichten und Witze oft für Erwachsene geschrieben. Kinder verstehen diese noch nicht.
Für Zeichentrickfilme gilt daher das Gleiche wie für andere Filme auch: Schauen Sie sich die Filme zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.tivi.de, www.kikaplus.net und die „Seite mit dem Elefanten“ geben. Auch die DVD- und Kinotipps bei schau-hin.info können Ihnen weiterhelfen, das Passende für Ihr Kind zu finden.
Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… meine Kinder Tierfilme anschauen möchten?“
E1: Meine Tochter ist vier. Sie liebt Tiere über alles und ist verrückt nach allem, was vier Beine hat oder fliegen kann. Daher denke ich, dass Tierfilme eigentlich genau der richtige Start dafür sind. Tierfilme sind doch für Kinder geeignet, oder?
E2: Ich kann mir das bei meiner Tochter mit fünfeinhalb gar nicht vorstellen. Tiere in der Natur erleben – das ja. Aber wenn sie sehen würde, dass ein Eisbärbaby stirbt, weil es krank ist, oder wie ein Eisbär eine Robbe frisst, da würde sie heulen oder schreien. Das erspar ich ihr.
E3: Mit meinen Kindern gehe ich in den Streichelzoo, oder wir fahren zum Wildpark und schauen uns Tiere in echt an. Die Tierfilme, die ich gesehen habe, Dokumentationen und so was, fand ich nicht für Kinder gemacht.
Tipp SCHAU HIN!
Die meisten Tierfilme sind Dokumentationen. Sie informieren beispielsweise über bedrohte Tierarten, über Besonderheiten im Tierreich oder über neue Forschungsergebnisse zu Tieren. Meist sind diese Inhalte zu kompliziert für kleine Kinder oder zu grausam. Denn schließlich geht es im Tierreich oft um „fressen und gefressen werden“. Außerdem gibt es Tierfilme, die wie ein Spielfilm erzählt werden. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Film „Der Bär“. Diese Filme haben meist Spielfilmlänge und sind daher für TV Anfänger nicht geeignet.
Auch die bei Erwachsenen sehr beliebten Nachmittagssendungen, die aus dem Alltag in verschiedenen Zoos berichten, sind für kleinere Kinder nicht geeignet. Kinder brauchen einfach erzählte Geschichten mit linearer Handlung, der sie folgen können. Die ständigen Ortswechsel, die in diesen Sendungen vorkommen, sind für TV Anfänger zu verwirrend.
Schauen Sie sich die Filme, die Sie mit Ihren Kindern sehen möchten, unbedingt zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.kikaplus.net, www.checkeins.de und www.tivi.de geben.
E3: Meine Kinder, vier und sechs Jahre alt, können durch das Fernsehen doch jede Menge lernen, beispielsweise durch „Die Sendung mit der Maus“, „Willi wills wissen“ oder “Löwenzahn“.
Tipp SCHAU HIN!
Diese Sendungen sind speziell für Kinder ab 6 Jahre gemacht. Aber gerade für TV Anfänger, die vielleicht drei oder vier Jahre alt sind, sind sie oft noch zu schwer zu verstehen. Wenn Kinder solche Sendungen sehen, gehen sie in der Regel sehr intelligent damit um. Was sie verstehen, merken sie sich, was sie nicht verstehen, sortieren sie aus und vergessen es. Sie schaden Ihren Kindern nicht, wenn sie – natürlich in Maßen – solche Wissenssendungen sehen. Aber wirklich etwas lernen, was sie dann später auch anwenden können, werden sie nur, wenn sie alt genug dafür sind, diesen Sendungen zu folgen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… es abends, vor dem Schlafengehen, Streit gibt, wann der Fernseher oder der Computer ausgeschaltet wird?“
E1: Wir schauen abends gemeinsam das Sandmännchen. Danach soll meine Tochter (vier) eigentlich ins Bett. Aber es gibt praktisch jeden Abend Streit und Geschrei. Was kann ich da machen, um das zu vermeiden?
E2: Wir haben das auch eine Zeitlang durchgemacht. Irgendwann wurde es besser, weil wir klar gemacht haben, dass wir nicht von dieser Regel abweichen werden. Jeden Abend haben wir nach dem Sandmännchen den Fernseher ausgeschaltet, ganz konsequent. Nach einer Weile hat unser Sohn das dann verstanden.
E3: Unsere Tochter schaltet nach dem Sandmännchen den Fernseher selbst aus. Das klappt ganz gut. Es darf dann auch niemand anders ausschalten, weil das sozusagen „ihr Job“ ist.
E4: Wenn unser Sohn abends noch länger fernsehen möchte, versuchen wir ihn abzulenken und spielen noch kurz zusammen oder lesen vor. Meistens wird er dann etwas ruhiger.
Tipp SCHAU HIN!:
Kein Fernsehen direkt vor dem zu Bett gehen – gerade die jüngeren Kinder bleiben dann durch die Bild- und Tonreize zu aufgedreht.
Das Ende der Sandmännchen Sendung ist ein guter Zeitpunkt, um den Fernseher auszuschalten. Danach sollten Eltern zum Abschluss des Tages einen festen Ablauf schaffen, bei dem der Fernseher keine Rolle spielt. Das kann das Vorlesen, das Erzählen über die Erlebnisse des Tages oder eine Hörgeschichte sein. Kinder freuen sich auf solche Rituale und akzeptieren dann auch leichter, dass der Fernseher ausgeschaltet wird.
E1: Wir haben ein ähnliches Problem, allerdings geht es dabei ums Internet. Mit meinem Sohn (wird bald fünf Jahre alt) schaue ich abends gerne noch ein paar Clips auf www.youtube.de an. Aber wenn wir einmal anfangen, will er dann gar nicht mehr aufhören. Es werden ja auch immer neue Clips angezeigt. Das ist natürlich verführerisch. Wenn er dann ins Bett gehen soll, gibt es oft Reibereien.
E2: Wir legen immer vorher fest, wie viele Clips wir anschauen wollen – meisten fünf Stück, da ja alle immer nur ein paar Minuten dauern. Wenn wir dann beim Surfen noch weitere Clips finden, die spannend sind, setzen wir diese auf unsere Merkliste und können sie an einem anderen Tag anschauen.
E3: Wir legen auch vorher einen bestimmten Zeitraum fest. Sonst wollen die Kinder ewig Videos schauen. Nach einer halben Stunde wird der Computer dann ausgemacht. Manchmal meckern sie dann, aber nach ein paar Minuten sind sie wieder friedlich und suchen sich eine andere Beschäftigung.
Tipp SCHAU HIN!:
Generell kann das gemeinsame Ansehen von kurzen Filmen am Computer ein schönes Gemeinschaftserlebnis von Eltern und Kindern sein. Verabreden Sie bereits bevor Sie den Computer anmachen, wie lange Videos geschaut werden dürfen. Wird die verabredete Zeit konsequent eingehalten, lernen Kinder zu akzeptieren, dass an dieser Abmachung auch nicht mehr zu rütteln ist.
Im beschriebenen Fall raten wir aber davon ab, Clips auf YouTube anzusehen. Denn dann lernen Kinder, wie YouTube funktioniert und dass es völlig normal ist, YouTube zu nutzen. YouTube ist aber keine kindgerechte Plattform. Beim Anschauen von Videoclips wird oft auf andere, möglicherweise nicht kindgerechte Clips hingewiesen, auf die Kinder ungeschützt zugreifen können. Daher empfehlen wir Angebote wie www.pikcha.tv und www.clipklapp.de, die spezielle Filmangebote gerade auch für jüngere Kinder anbieten. Für Vorschulkinder geeignet sind auch „Die Seite mit dem Elefanten“ sowie die Angebote unter www.kikaplus.net. Schauen Sie sich die Filme auf jeden Fall vorher an, die Sie Ihren Kindern zeigen wollen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… die Hausaufgaben wegen Fernsehen oder PC zu kurz kommen?“
E1: Als ich Kind war, gab es meine Lieblingsserien immer einmal in der Woche. Mittlerweile laufen die jeden Tag. Und meine Tochter (zwölf) möchte die am liebsten auch täglich sehen und ihren Tagesablauf danach ausrichten. So haben wir oft Streit, weil sie fernsehen möchte und dadurch ihre Hausaufgaben vernachlässigt. Kann ich etwas tun, um diesen Streit zu vermeiden?
E2: Wir nehmen die Sendungen immer auf, wenn wir nicht zu Hause sind oder Sachen für die Schule gemacht werden müssen. Allerdings häufen sich da dann über die Woche oft viele Sendungen an und dann wollen die Kinder die natürlich am Wochenende sehen.
E3: Wir bleiben da konsequent: Wenn keine Zeit ist oder wenn die Hausaufgaben noch nicht gemacht sind, dann bleibt der Fernseher aus und sie verpassen halt mal eine Folge. Die Serien werden eh alle paar Wochen wiederholt, dann passt es vielleicht mal zeitlich.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder angefangen haben, eine Serie zu sehen, möchten sie oft wissen, wie diese weitergeht. Aber auch Kinder haben Pflichten. Und Hausaufgaben gehören dazu. Wenn Kinder beginnen, sich für eine bestimmte Serie zu interessieren, empfehlen wir, von Anfang an mit ihnen darüber zu reden, wie das in den Tagesablauf passt. Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen sein, wann und wie lange die Kinder fernsehen dürfen und wann die Hausaufgaben gemacht werden. Wenn das konsequent umgesetzt wird, lernen Kinder, dass sie sich auf die Abmachungen verlassen können, und es kann helfen, Streit zu vermeiden. Der SCHAU HIN! Fernsehstundenplan kann dabei helfen. Eine Auswahl an kindgerechten TV-Angebote gibt es unter www.flimmo.de.
E1: Mein Sohn ist zehn Jahre alt. Er spielt überhaupt nicht am Computer, schaut dafür aber sehr gerne fern, nach der Schule, am Nachmittag. Hausaufgaben macht er abends, da ist er leistungsfähiger. Das bringt das ganze Familienleben durcheinander, soll ich das hinnehmen?
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder haben unterschiedliche Tagesrhythmen. Manche sind abends eben fitter und Kinder nutzen das Fernsehen am Nachmittag gerne, weil sie dann nichts tun müssen. Ihrem Kind tut es gut, wenn Sie das zulassen können und schauen, wie sich das Familienleben auf diesen Rhythmus einstellen kann.
E1: Meiner Tochter (elf Jahre) ist nach sieben Stunden Schule richtig erledigt. Danach kommen noch Hausaufgaben und Hobbys. Sie würde am liebsten ihre ganze Freizeit vor dem Computer verbringen und spielen. Sie spielt am liebsten eine Simulation, da ist sie eine Ladenmanagerin. Aber sie soll ja auch noch an die frische Luft gehen und draußen mit Freunden spielen. Wie viel Zeit darf sie denn mit Computerspielen verbringen?
Tipp Schau HIN!:
Wie lange Kinder am Bildschirm spielen dürfen, hängt auch ein wenig vom Spiel selbst ab. Bei manchen Spielen lassen sich die Spielstände speichern, so dass am Tag darauf an derselben Stelle weitergespielt werden kann. Bei anderen Spielen ist es schwieriger, eine Aufgabe nach einer bestimmten Zeit zu unterbrechen. Daher raten wir Eltern, mit ihren Kindern über die Spiele zu sprechen, bevor sie angeschafft werden. Worum geht es in dem Spiel? Lassen sich Spielstände abspeichern? Wie kann sichergestellt werden, dass die Hausaufgaben dabei nicht zu kurz kommen? Das Ergebnis dieses Gesprächs sollten klare Verabredungen darüber sein, ob ein Spiel gekauft wird und wann und wie lange es gespielt werden darf. Gute Spiele finden Eltern unter www.spielbar.de und www.spieleratgeber-nrw.de.
Für die elfjährige Tochter scheint das Spielen am Computer eine wichtige Entspannung zu sein. Sie kann im Spiel ihre Rollen, die sie während des Tages eingenommen hat, austauschen und neu gestalten. In der Schule muss sie machen, was andere ihr sagen. Beim Spielen kann sie bestimmen, was passiert. Das ist ein gutes Gefühl. Außerdem kann es nach einem Tag mit Schulkameraden erholsam sein, auch mal etwas ganz für sich allein zu tun. Elfjährige Kinder sollten am Tag nicht länger als 60 Minuten vor dem Bildschirm verbringen. Das schließt die Zeit vor dem Fernseher, im Internet und an der Spielkonsole ein. Empfehlungen auch für andere Altersgruppen finden Sie in den 10 Goldenen Regeln von SCHAU HIN!.

„Was mach‘ ich, wenn…
… alle Kinder ein Handy, Konsole oder Fernseher haben, nur meine Kinder nicht?“
E1: Meine Tochter (acht) möchte einen Nintendo. Ich bekomme zu hören: „Alle in meiner Klasse haben einen, nur ich nicht!“ Ich will ihr jetzt aber keinen Nintendo kaufen, das kostet ja auch einiges an Geld. Ist das richtig oder bin ich zu geizig?
E2: Wenn angeblich alle anderen Kinder einen haben, dann gibt es doch bestimmt eine gute Freundin, die ihrer Tochter ihren Nintendo mal ein paar Tage leihen kann. So haben wir das gemacht, dann konnte ich wenigstens sicher sein, dass das Interesse am Nintendo keine Eintagsfliege ist.
E3: Das haben wir auch gemacht. Unser Sohn musste außerdem auf seinen Nintendo sparen. Damit er merkt, die Dinge gibt es nicht einfach so, Geld schneit nicht vom Himmel. Das hat er auch konsequent durchgezogen.
Tipp SCHAU HIN!:
Bloß weil alle anderen Kinder angeblich schon einen Nintendo haben, müssen Eltern sich nicht verpflichtet fühlen, ihren Kindern auch so ein Gerät zu kaufen. Das gilt auch für andere Spielkonsolen, Handys und Fernseher. Eltern sind auch nicht geizig, wenn sie nicht möchten, dass so ein Gerät ins Haus kommt oder wenn ihnen das Gerät zu teuer ist. Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Deshalb müssen sie einverstanden sein, wenn ein neues Gerät gekauft werden soll. Das gilt auch für den Fall, dass Kinder sich das Geld für das Gerät selbst zusammensparen.
Gut finden wir die Idee, sich von Freunden ein Gerät für ein paar Tage zu leihen. Eltern können dann sehen, ob und wie das neue Gerät den Familienalltag verändert und bereits vor dem Kauf Verabredungen zur Nutzung des Geräts mit ihren Kindern treffen.
Sobald Eltern und Kinder beginnen, gemeinsam nach (machbaren) Lösungen zu suchen, geht es um sehr viel mehr, als nur um den Einkauf von Technik. Es entsteht eine Gemeinsamkeit und ein Miteinander zu einem Thema, das die ganze Familie betrifft und sicher alle interessiert – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
… ich ein schlechtes Gewissen habe, weil andere Kinder angeblich viel mehr fernsehen dürfen als meine Kinder?“
E1: Meine Tochter (neun) behauptet immer wieder, ihre Freundinnen in der Schule dürfen zu Hause viel mehr Fernsehen als sie. Deshalb könne sie bei vielen Gesprächen gar nicht mitreden. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, weil meine Tochter weniger darf als andere Kinder?
E2: Das ist bei uns das gleiche, mein Sohn (sieben) behauptet auch immer, dass andere mehr dürfen. Ich versuche da einen Kompromiss zu finden. Wenn ich das Gefühl habe, eine bestimmte Sendung ist gerade Gesprächsthema bei seinen Freunden, darf er die sehen, damit er mitreden kann. Schließlich soll er ja nicht zum Außenseiter werden. Auch wenn ich manchmal finde, er schaut zu viel fern.
E3: Ich bleibe konsequent. Kinder behaupten ja immer, dass andere mehr dürfen, das habe ich als Kind auch gemacht. Ich lege fest, was und wie lange meine Kinder fernsehen dürfen.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern müssen kein schlechtes Gewissen haben, weil andere Kinder angeblich mehr dürfen. Entscheidend ist, dass sie gegenüber ihren Kindern ihren eigenen Standpunkt finden und diesen vermitteln und durchsetzen. Dabei sollten sie sich nicht davon leiten lassen, was andere Kinder angeblich zu Hause dürfen oder nicht dürfen. Eltern sollten klare Regeln vereinbaren, wann, wie lange und was Kinder im Fernsehen ansehen dürfen. Die festgelegten Zeiten können sie dann in den SCHAU HIN! TV-Stundenplan eintragen. Dieser hilft Kindern, sich tatsächlich an die Zeiten zu halten. Mehr Infos rund um das Thema TV finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website
… bei Freunden andere Fernsehregeln gelten als zu Hause?“
E1: Zu Hause haben wir mit unseren Kindern (sieben und zehn) klare Regeln, was und wie lange sie fernsehen dürfen. Das klappt auch ganz gut. Wenn sie bei ihren Freunden sind, schauen sie dort aber oft stundenlang fern, vor allen Dingen die ältere Tochter (zehn). Wir wollen unseren Kindern nicht verbieten, ihre Freunde zu besuchen, aber wie können wir verhindern, dass sie bei ihnen ewig fernsehen?
E2: Wir haben mit den Eltern der Schulkameraden darüber bei einem Elternabend gesprochen. Im Großen und Ganzen waren sich alle einig, dass die Kinder nicht den ganzen Nachmittag fernsehen sollten, sondern lieber zusammen spielen. Meistens klappt das ganz gut, obwohl bei manchen Familien natürlich mehr TV geschaut wird als bei anderen.
E3: Wir haben unserem Sohn (acht) verbieten müssen, bei einem seiner Freunde zu spielen. Dort lief den ganzen Tag der Fernseher – auch viele Sendungen, die nicht für Kinder geeignet waren. Die Eltern fanden das nicht problematisch. Jetzt dürfen die beiden nur noch bei uns spielen. Am Anfang gab es natürlich Geschrei, aber jetzt beschäftigen sich auch mit anderen Sachen oder gehen in den Garten zum Fußballspielen.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sollten das Problem bei den Eltern der Freunde direkt ansprechen. Sie sollten deutlich machen, dass sie nicht möchten, dass die Kinder so lange fernsehen. Wichtig ist, dass sie einen klaren Standpunkt haben, den sie auch vertreten. Sie können ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können die Eltern entscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Eltern das sogar zur Bedingung machen.
… meine Kinder bei den Großeltern mehr fernsehen dürfen, als mir recht ist?“
E1: Bei den Großeltern darf sich unsere Tochter (drei) zu Opa mit aufs Sofa setzen, wenn er fernsieht. Dann schauen sie gemeinsam Frühstücksfernsehen oder Nachmittagsprogramm. Mir ist das gar nicht recht, dass meine Tochter dann so viel fernsieht. Wenn ich das bei meinen Schwiegereltern anspreche, stoße ich auf Unverständnis. Was soll ich tun, ich möchte das eigentlich ändern, brauche aber meine Schwiegereltern an zwei Tagen in der Woche für die Kinderbetreuung, da ich Teilzeit arbeiten gehe.
E2: Auch bei uns schien dieser Konflikt unauflösbar zu sein. Ich habe meine Eltern vor die Wahl gestellt: Entweder das Thema fernsehen wird so behandelt, wie ich mir das vorstelle, oder ich suche eine andere Lösung– so schmerzlich das auch finanziell sein mag. Das hat funktioniert. Wir sprechen uns jetzt jedes Mal ab, ob der Fernseher angemacht wird und wenn ja, was mein Sohn schauen darf. Und meine Eltern halten sich daran.
E3: Auch ich habe eine ähnliche Situation. Ich sehe das aber gelassen. Mein Sohn ist auch drei Jahre alt und drei Vormittage bei den Großeltern, wo der Fernseher läuft. Die meiste Zeit verbringt er aber mit uns und da bleibt der Fernseher aus. So lernt er, dass es normal ist, wenn der Fernseher aus ist, und fernsehen eine Ausnahme ist.
E4: Ich denke auch, dass das ein wenig der Preis dafür ist, dass die Eltern auf die Kinder aufpassen. Ich möchte von meinen Eltern auch nicht zu viel verlangen. Die haben ihre Gewohnheiten, auch Fernsehgewohnheiten, und können sich auch nicht jedes Mal ein Bespaßungsprogramm ausdenken, wenn sie auf meine Kinder aufpassen sollen. Da kann es schon mal passieren, dass ich völlig aufgedrehte Kinder zurückbekomme, die bei Opa und Oma zu lange vor dem Fernseher saßen. Aber das ist eben der Preis fürs kostenlose Kinderhüten.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich, mit den Großeltern von Beginn an darüber zu sprechen, wie mit dem Fernsehen umgegangen werden soll. Machen Sie Ihren Eltern oder Schwiegereltern deutlich, dass Sie konkrete Vorstellungen haben, welchen Umgang Ihre Kinder mit elektronischen Medien erlernen. Sie möchten mitbekommen, wie Ihre Kinder das, was sie im Fernsehen sehen, erleben und aufnehmen. Wenn Ihr Kind beginnt, erste Sendungen zu sehen, wollen natürlich auch die Großeltern erfahren, wie die Enkel das Geschehen im Fernsehen erleben. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit dazu, vereinbaren Sie aber feste Zeiten und Sendungen, die sie mit ihren Enkeln anschauen dürfen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich mit meinen Kindern über das Thema „zu viel Games“ sprechen möchte, aber nicht weiß, wie ich anfangen soll?“
E1: Meine Tochter (neun) spielt wie ich finde zu lange am Computer. Gerne würde ich mit ihr darüber sprechen, wie wir das regeln können, dass sie weniger spielt. Ich weiß aber nicht, wie und wann ich das ansprechen soll. Sie macht immer gleich „zu“ und hört nicht mehr hin, wenn ich so ein Thema anspreche. Was kann ich da tun?
Lehrer1: Wir erleben in den Gesprächen mit Jugendlichen immer wieder, dass die sagen: „Wenn mir jemand gesagt hätte, ich interessiere mich für Dich, ich nehme es auf mich, mit Dir einen Konflikt einzugehen und auszustehen, dann hätte mir das damals geholfen.“ Auch wenn Eltern manchmal glauben, sie dringen gar nicht durch, brauchen ihre Kinder die Auseinandersetzung.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern sollten ihre Kinder ansprechen, wenn sie finden, dass sie zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Bei jüngeren Kindern (bis ca. acht oder neun Jahren) kann der Einstieg sehr einfach sein. Sie können damit beginnen, dass es sie sehr beschäftigt, dass ihre Kinder so viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen und dass sie möchten, dass das weniger wird.
Das kann zum Konflikt führen – schließlich wollen Kinder einmal gewonnene Freiräume nicht „kampflos“ aufgeben. Eltern sollten dann ruhig und sachlich ihren Standpunkt erläutern und sich auch die Argumente der Kinder anhören. Auch wenn sie oft genervt reagieren: Kindern tut es gut, wenn sie merken, ihre Eltern interessieren sich für sie und haben eine klare Meinung.
Gerade in der Diskussion mit älteren Kindern ab ca. zehn Jahren kann es helfen, eine objektive Grundlage für die Diskussion zu schaffen. Beispielsweise indem Eltern mit ihren Kindern vereinbaren, aufzuschreiben, wenn sie am Computer spielen. Dann kann jeder sehen, wie lange sie tatsächlich gespielt haben. Anhand dieser Liste können Eltern mit ihren Kindern besprechen, ob der Computer zu oft und zu lange an ist.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich mit technischen Zeitbegrenzungen kontrollieren will, wie lange meine Kinder am PC sitzen?“
E1: Bei uns zu Hause haben alle Kinder (zehn, zwölf und 15) ihren eigenen Computer. Die stehen aber alle im selben Raum. Die Computer sind so eingestellt, dass sie täglich nur eine bestimmte Zeit nutzbar sind. Jetzt rufen die Kinder tagsüber bei mir auf der Arbeit an und wollen die Zeiten verlängern, weil sie angeblich etwas für die Schule machen müssten. Sind solche Programme zur Zeitbegrenzung da noch sinnvoll?
E2: Bei uns wird das gar nicht so streng geregelt. Ich könnte das technisch auch gar nicht einrichten. Für die Schulaufgaben ist das Internet wirklich immer wichtiger. Da kommt schnell eine Stunde Recherche zusammen. Wenn aber abends die Hausaufgaben nicht gemacht sind, wurde wahrscheinlich wieder mehr gechattet als recherchiert. Dann bleibt der PC für private Sachen mal ganz aus und die Schularbeiten machen wir zusammen.
E3: Wir hatten bei unseren Kindern (elf und 13) auch eine Zeit lang eine technische Zeitbegrenzung eingebaut. Aber das hat sich nicht als sinnvoll erwiesen. Es ist immer wieder passiert, dass sich das Gerät mitten in einer Recherche für die Schule ausgeschaltet hat, weil die Zeit abgelaufen war. Deswegen haben wir die Zeitbegrenzung wieder rausgenommen.
Tipp SCHAU HIN!:
Technische Zeitbegrenzungen helfen nur am eigenen Computer zu Hause. Eltern können Ihre Kinder aber nicht immer kontrollieren. Wenn sie bei Freunden sind, die diese Begrenzungen nicht haben, hilft dieser Weg nicht weiter.
SCHAU HIN! empfiehlt: Wenn sich Ihr Kind hin und wieder etwas exzessiver mit dem Internet beschäftigt, ist das noch nicht unbedingt bedenklich. Programme zur Zeitlimitierung sollten Eltern nur in Ausnahmefällen einsetzen, wenn andere Lebensbereiche (z.B. Freunde, Schule, sport) in den Hintergrund treten. Einige Unternehmen bieten Programme an, die Kindern anzeigen, wie lange sie noch surfen können, bevor der Computer abgeschaltet wird. Das kann Kindern helfen zu lernen, die verbleibende Zeit richtig einzuschätzen.
Besser aber ist es, sich mit Kindern über die PC Nutzung zu unterhalten und Regeln zu vereinbaren, die diese sinnvoll begrenzen. Das öffnet auch Spielräume, wenn der PC für die Schule genutzt wird und eine Recherche tatsächlich länger dauert. Damit zeigen Eltern ihren Kindern, dass sie ihnen zutrauen, verantwortungsvoll mit Verabredungen umzugehen. Außerdem zeigen sie ihnen, dass sie sich dafür interessieren, was ihre Kinder in ihrer Freizeit tun und woran sie Spaß haben.
Sinnvoll ist die Lösung, den Computer in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. So können Eltern jederzeit überblicken, was ihre Kinder gerade machen und wenn nötig eingreifen. Wie der Computer kindersicher gemacht werden kann, zeigt SCHAU HIN! hier.
… mein Kind täglich viel zu lange im Internet surft?“
E1: Ich bin alleinerziehend und arbeite, ich kann tagsüber nicht kontrollieren, was meine Tochter macht. Meine Tochter ist 13. An ihrem 13. Geburtstag hat sie von ihrem Vater einen Laptop geschenkt bekommen und verbrachte seitdem täglich mehrere Stunden im Netz. Ich habe sie gebeten, täglich nicht länger als eine Stunde ins Netz zu gehen, aber sie hielt sich nicht dran. Deshalb habe ich jetzt das Internet abgemeldet. Auf Dauer ist das keine Lösung. Aber wie soll ich meinen Standpunkt sonst durchsetzen?
E2: Ich habe mir ähnlich geholfen, weil es bei uns immer Streit ums Internet gab. Ich ziehe einfach das Internetkabel aus der Steckdose. Und zwar so, dass die Verbindung unterbrochen ist, man das aber nicht sehen kann. Jetzt ist mein Sohn sauer auf die Internetgesellschaft, aber wir haben weniger Streit miteinander.
E3: Ich bin auch alleinerziehend und berufstätig. Ich habe drei Kinder, die sind neun, elf und 13. Auch bei uns gab es ständig Streit ums Internet. Wir haben dann einen Familienrat einbestellt und klare Verabredungen getroffen, wie lange jeder surfen darf: Auch das war nicht leicht,<s> </s>aber jetzt ist das verabredet und funktioniert ganz gut.
Tipp SCHAU HIN!
Das Abschalten des Internets ist tatsächlich keine Lösung auf Dauer. Aber es ist auch gut, wenn Eltern zeigen, dass sie bereit sind, ihren Standpunkt durchzusetzen. Eine mögliche Alternative wäre es, das Laptop nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn die Mutter zu Hause ist und nachvollziehen kann, wie lange die Tochter vor dem Bildschirm sitzt.
Das sollte aber nur eine Lösung für eine begrenzte Zeit sein, ebenso wie der sehr pragmatische Ansatz, das Kabel zu manipulieren. Eltern sollten sich mit ihren Kindern über die Nutzungszeiten fürs Internet auseinandersetzen und sinnvolle Regeln vereinbaren, beispielsweise durch das Einberufen eines Familienrats. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Kindern zu zeigen, dass sie ihnen vertrauen, diese Zeiten einzuhalten. Im Falle der 13-jährigen Tochter könnten das rund 75 Minuten am Tag sein. Wenn sie zusätzlich noch fernsieht, entsprechend kürzer.
Mehr Infos zu empfohlenen Nutzungszeiten finden Sie auf der SCHAU HIN! Website
… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?“
E1: Wenn am Wochenende oder in den Ferien schlechtes Wetter ist, möchte meine Tochter (zehn) am liebsten zu Hause bleiben und lange fernsehen oder am Computer spielen. Ich kann verstehen, dass sie dann keine Lust hat, etwas zu unternehmen. Ist eine Ausnahme bei solchen Bedingungen dann nicht ok?
E2: Ich finde schon, dass das ok ist. Was sollen die Kinder denn sonst machen? Es muss halt eine Ausnahme bleiben. Ins Kino gehen kostet immer gleich eine ganze Menge Geld - Eintritt, etwas zu trinken, vielleicht noch Popcorn.
E3: Ich sehe das anders. Ein verregneter Tag ist ja nicht so selten, dass man wirklich von einer Ausnahme sprechen kann. Wenn es regnet, können meine Kinder (acht und elf) gerne ihre Freunde zu uns einladen und mit denen gemeinsam spielen. Oder wir machen in der Familie gemeinsam einen Spielenachmittag. Da maulen sie am Anfang etwas, weil sie es gar nicht so richtig "cool" finden. Aber wenn wir erst mal angefangen haben, macht es ihnen doch Spaß.
Lehrer1: Wir merken in der Schule sofort, wenn Kinder - zum Beispiel nach einem verregneten Wochenende - zu viel vor dem Bildschirm gesessen haben. Vor allen Dingen, wenn sie keinen Ausgleich haben. Die sind dann unruhiger und unkonzentriert, der Unterricht mit ihnen ist dann viel mühseliger. Wenn Kinder am nächsten Tag in die Schule müssen, sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht nur vor dem Bildschirm sitzen
Tipp SCHAU HIN!
Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Eltern sollten sich für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen überlegen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.
Mehr Spieletipps finden Eltern auf der mobilen SCHAU HIN! Website.
… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?“
E1: Wenn am Wochenende oder in den Ferien schlechtes Wetter ist, möchte meine Tochter (zehn) am liebsten zu Hause bleiben und lange fernsehen oder am Computer spielen. Ich kann verstehen, dass sie dann keine Lust hat, etwas zu unternehmen. Ist eine Ausnahme bei solchen Bedingungen dann nicht ok?
E2: Ich finde schon, dass das ok ist. Was sollen die Kinder denn sonst machen? Es muss halt eine Ausnahme bleiben. Ins Kino gehen kostet immer gleich eine ganze Menge Geld - Eintritt, etwas zu trinken, vielleicht noch Popcorn.
E3: Ich sehe das anders. Ein verregneter Tag ist ja nicht so selten, dass man wirklich von einer Ausnahme sprechen kann. Wenn es regnet, können meine Kinder (acht und elf) gerne ihre Freunde zu uns einladen und mit denen gemeinsam spielen. Oder wir machen in der Familie gemeinsam einen Spielenachmittag. Da maulen sie am Anfang etwas, weil sie es gar nicht so richtig "cool" finden. Aber wenn wir erst mal angefangen haben, macht es ihnen doch Spaß.
Lehrer1: Wir merken in der Schule sofort, wenn Kinder - zum Beispiel nach einem verregneten Wochenende - zu viel vor dem Bildschirm gesessen haben. Vor allen Dingen, wenn sie keinen Ausgleich haben. Die sind dann unruhiger und unkonzentriert, der Unterricht mit ihnen ist dann viel mühseliger. Wenn Kinder am nächsten Tag in die Schule müssen, sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht nur vor dem Bildschirm sitzen
Tipp SCHAU HIN!
Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Eltern sollten sich für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen überlegen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.
Mehr Spieletipps finden Eltern auf der mobilen SCHAU HIN! Website.
… mein Kind nur noch in der Welt seiner Computerspiele lebt?“
E1: Unser Sohn hat zu seinem zwölften Geburtstag zwei Computerspiele bekommen. Beide ab zwölf, beide hat er sich schon lange gewünscht. Jetzt bekommen wir ihn kaum noch vom Computer weg, er könnte den ganzen Tag spielen. Wenn er nicht spielt, redet er nur von seinen Spielen. Ist das bedenklich? Müssen wir Angst haben, dass er süchtig wird?
E2: Bei unserer Tochter (13) war das ähnlich. Ich habe ihr verboten, beim Essen über das Spiel zu sprechen. Da möchte ich etwas über den Tag in der Schule oder über andere Erlebnisse erfahren. Außerdem haben wir eine klare Abmachung, wie lange sie in der Woche spielen darf. Wenn sie mal einen ganzen Nachmittag richtig lange spielen möchte, bleibt an den Tagen danach der Computer aus.
E3: Ich habe mich dafür entschieden, meinen Sohn (elf) spielen zu lassen, wenn er unbedingt nicht aufhören möchte. Nur die Hausaufgaben müssen vorher gemacht sein. Es gab jedes Mal Streit ums Computerspielen. Ich denke mir, wenn wir uns immer streiten, ist doch auch nichts gewonnen. Ich vertraue darauf, dass die Spiele irgendwann wieder uninteressant werden für ihn.
Tipp SCHAU HIN!:
Wenn Kinder ein neues Spiel geschenkt bekommen, ist es verständlich, dass sie sich eine Zeit lang mit aller Leidenschaft in dieses Spiel vertiefen. Umso mehr, wenn sie gerade zwölf geworden sind und jetzt endlich die Spiele für die „Großen“ nutzen dürfen, für die sie immer zu jung waren. Es ist auch verständlich, dass sie eine Zeit lang in dieser Spielewelt leben und über nichts anderes mehr sprechen wollen. Das sind Phasen, die zum Kindsein dazugehören, die aber auch wieder vorübergehen müssen.
Eltern dürfen ihre Kinder nicht grenzenlos der Spielewelt überlassen. Sehr gut gefällt uns die Verabredung, die Tochter wenn sie möchte an einem Tag sehr lange, dafür an anderen Tagen gar nicht spielen zu lassen. Das muss dann aber auch konsequent umgesetzt werden. So lernt sie innerhalb gewisser Grenzen, Verantwortung dafür zu übernehmen, ihre Zeit für die Dinge einzuteilen, die ihr wichtig sind. Den Vorschlag, den Sohn einfach spielen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass die Spiele von selbst wieder uninteressant werden, halten wir nicht für richtig. Eltern sollten dafür sorgen, dass nach etwa zwei Wochen die Spielzeiten wieder reduziert werden.
Die Verabredung, beim Essen nicht über das Spielen zu sprechen, halten wir nur dann für geeignet, wenn das Kind die Möglichkeit hat, das zu einem verabredeten Zeitpunkt im Tagesablauf nachzuholen. Das kann beispielsweise direkt im Anschluss an das Essen sein. Kinder brauchen die Möglichkeit, ihren Eltern zu erzählen, was sie beschäftigt. Eltern sollten sich für die Themen ihrer Kinder interessieren, vor allen Dingen, wenn sie so ein dringendes Mitteilungsbedürfnis haben.
Empfehlungen, wie lange Kinder spielen dürfen, finden Eltern hier. Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.
… mein Kind ständig online spielen will, um nichts zu verpassen?“
E1: Unser Sohn (13) spielt mit Freunden seit einigen Wochen ein Online Rollenspiel. Das wird zu einer richtigen Belastung. Wenn wir essen, wenn wir am Wochenende etwas unternehmen möchten, wenn wir abends den Computer ausschalten wollen – immer gibt es Streit. Er möchte dann immer noch eine Aktion zu Ende machen. Wenn er das getan hat, geht das gleiche von vorne los. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm das Spiel verbieten soll. Wäre das richtig?
E2: Wir haben das so gelöst, dass unsere Tochter mit ihren Freundinnen feste Spielzeiten verabredet. Beispielsweise montags und donnerstags von fünf bis sieben. In den Tagen dazwischen bleibt der Computer aus. Weil sich alle dran halten, kann unsere Tochter auch nichts verpassen, wenn sie abschaltet.
E3: Wir haben unserem Sohn, zehn Jahre alt, Rollenspiele ganz verboten. Er steigert sich da so rein, dass er keinen Weg findet, aus dem Spiel wieder raus zu kommen. Spiele am PC gibt es jetzt nur offline, und nur gemeinsam mit Mama oder Papa. Es macht ihm Spaß, mit uns zu spielen. Außerdem hat er keinen Stress mehr, weil er glaubt, sich in einer Gruppe beweisen zu müssen.
Tipp SCHAU HIN!:
Die wichtigste „Währung“ für Online Rollenspiele ist Zeit. Je erfolgreicher ein Spieler sein will, desto mehr Zeit muss er in ein Spiel investieren. Deshalb sollten Eltern vor Beginn eines Spiels mit ihren Kindern darüber reden, wie viel Zeit das Spiel im Alltag einnehmen darf. Die zeitliche Beschränkung bedeutet, dass man nicht unter den Besten mitmischen kann, sondern das Spiel nur zum Spaß spielt. Wenn Kinder das von vornherein verstehen, können sie leichter akzeptieren, dass das Spiel nach einer verabredeten Zeit wieder abgeschaltet wird.
Rollenspiele gehen immer weiter. Wenn Kinder abschalten sollen, haben sie Angst, etwas zu verpassen. Und oft verpassen sie tatsächlich etwas. Denn das Spiel läuft weiter, und es kann durchaus sein, dass es genau zu dem Zeitpunkt zu einer entscheidenden Situation kommt, wenn die Eltern wollen, dass der Computer ausgeschaltet wird. Für Kinder kann das zu einem ernsthaften inneren Konflikt führen. Gemeinsam mit ihren Freunden haben sie auf diese Situation hingearbeitet. Jetzt müssen sie ihre Freunde genau in dem Moment im Stich lassen, in dem diese ihre Unterstützung im Team brauchen und sich auf sie verlassen.
Die Lösung, mit Freunden eine Verabredung zu treffen, zu welchen Zeiten gespielt wird, finden wir gut. Es ist auch in Ordnung, solche Spiele ganz zu verbieten, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder damit noch nicht zurecht kommen. Auf alle Fälle sollten Eltern mit ihren Kindern feste Verabredungen treffen, wann und wie lange diese spielen dürfen. Ist das Spiel gerade dann besonders spannend oder an einem entscheidenden Punkt, sollten Eltern abwägen, ob es der Tagesablauf zulässt, dass der Computer ausnahmsweise etwas länger an bleibt. Das sollte jedoch durch kürzere Spielzeiten an anderen Tagen wieder ausgeglichen werden.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich wissen will, was meine Kinder in sozialen Netzwerken erleben?“
E1: Meine Kinder (elf und zwölf) sind beide bei Facebook. Um mir das Ganze mal anzuschauen, habe ich mich auch dort angemeldet. Meine Freundschaftsanfrage haben aber beide abgelehnt. Sie möchten dort unbeobachtet sein. Aber es würde mich schon interessieren, was sie da machen. Wie kann ich das herausfinden?
Tipp SCHAU HIN!
Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder altersgerechte Netzwerke nutzen. Facebook darf man erst ab 13 Jahren nutzen. Anscheinend haben die Kinder im beschriebenen Fall falsche Altersangaben gemacht. Wenn Eltern mitbekommen, dass ihre Kinder schon in jüngerem Alter ein Facebook Profil haben, sollten sie darauf bestehen, dieses zu löschen. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko? Sicher kommunizieren in Chat, Messenger und Community“ von jugendschutz.net, die hier kostenlos heruntergeladen werden kann. Auf der SCHAU HIN! Internetseite finden Eltern Tipps für soziale Netzwerke für Kinder, die auch entsprechend betreut werden. Was Eltern tun können, um die Daten ihrer Kinder im Netz zu schützen, erklärt SCHAU HIN! hier.
Grundsätzlich ist es gut, wenn sich Eltern die Lieblingsseiten ihrer Kinder ansehen und sich so ein Bild über die Sicherheit des Angebots machen. Tipps, was dabei zu beachten ist, und Infos über mögliche Risiken gibt die Website Chatten-ohne-risiko.net. Was Kinder in ihren sozialen Netzwerken erleben, können Eltern jedoch nicht durch Kontrolle herausfinden. Denn tatsächlich möchten Kinder sich auch unbeobachtet bewegen können. Fühlen sie sich kontrolliert, werden sie auch dafür sorgen, dass sie unbeobachtet sind.
Daher sollten Eltern versuchen, durch Fragen und Gespräche herauszufinden, welche sozialen Netzwerke ihre Kinder nutzen und aus welchen Gründen sie das tun. Aber natürlich merken Kinder, wenn Eltern nach ihren Erlebnissen fragen, auch den feinen Unterschied: Sind sie ehrlich interessiert oder wollen sie sie nur neugierig ausfragen?. Wenn Kinder merken, das Interesse ist echt, ergibt sich sicher auch schnell ein Gespräch darüber, wer heute alles „on“ war, wann man sich wieder trifft und worum es so ging. Das eröffnet die Chance, dass Kinder auch zu ihren Eltern kommen, wenn sie Unangenehmes erleben.
Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
… ich Angst habe, meine Kinder verraten zu viel von sich in Sozialen Netzwerken?“
E1: Meine Tochter ist 13. Sie hat ein Facebook Profil. Ich habe sie gebeten, mir zu zeigen, was sie in ihrem Profil über sich erzählt. Aber das möchte sie nicht. Sie sagt, ihr Profil sei gesperrt. Deshalb könne sie ganz genau kontrollieren, wer ihre Daten einsehen kann und wer nicht. Ich wüsste aber schon gerne, was andere sehen können und was nicht. Ist das möglich?
E2: Ich habe selbst ein Facebook Profil und habe einfach mal versucht, das Profil meines Sohnes (13) anzuschauen. Ich war schockiert, dass er sein Profil überhaupt nicht schützt. Ich konnte alle Angaben und Fotos sehen, obwohl er mich nicht als Freund bestätigt hat. Ich habe ihn dann angesprochen, dass er das ändert. Das hat er auch getan.
E3: Genauso würde ich das auch machen, ich habe einfach einen Bekannten gefragt, der ein Facebook Profil hat, ob er mal nachschauen kann, wie meine Kinder ihre Daten geschützt haben. Mich hat das beruhigt, zu sehen, dass sie ihre Profile nur für Freunde frei gegeben haben.
Tipp SCHAU HIN!
Die Privatsphäreneinstellungen von sozialen Netzwerken – besonders die von Facebook – sind vielfältig und kompliziert. Häufig glauben Kinder, ihr Profil sei geschützt – trotzdem sind viele ihrer persönlichen und privaten Daten einsehbar. Eltern sollten ihren Kindern die Wichtigkeit des Schutzes ihrer persönlichen Seiten klarmachen. Wollen Kinder ihre Profile nicht vorzeigen, ist es in diesem Fall vollkommen legitim, wenn Eltern als Besucher von Facebook selbst prüfen, ob die Profile ihrer Kinder geschützt sind. Das hat mit „ausspionieren“ nichts zu tun. Facebook ist ein öffentlicher Raum, den jeder, der das will, nutzen darf. Genau das müssen Kinder lernen. Was es zu beachten gibt, um sich in Sozialen Netzwerken selbst zu schützen, hat jugendschutz.net auf dem Poster „Sicher chatten!“ zusammengestellt. Das Poster kann ausgedruckt und neben dem Computer aufgehängt werden. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder auf die öffentlichen Informationen ihrer Profile ansprechen und Hilfe bei den Privatsphäreneinstellungen anbieten.
Wir halten nichts davon, Kindern die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken generell zu verbieten. Vorausgesetzt, sie haben das erforderliche Mindestalter, das in den AGBs des jeweiligen Netzwerks angegeben ist, und das soziale Netzwerk ist für das Kind geeignet. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“. Tipps zu kindgerechten sozialen Netzwerken finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website. Eltern müssen mit ihren Kindern aber über die Notwendigkeit, die eigenen Daten zu schützen, sprechen. Wie das geht, erfahren Eltern hier.
E1: Meine Tochter sagt, dass ihr Profil nur Freunde einsehen können. Ich glaube ihr das auch. Aber sie hat mehr als 200 Freunde. Wer sind diese Menschen? Ich bin jetzt 38 Jahre alt und habe vielleicht 15 oder 20 Freunde. Wie kann sie mit 13 Jahren 200 Freunde haben? Ich würde gerne wissen, wer diese Menschen sind. Aber sie will mir ihr Profil nicht zeigen. Kann ich sie dazu zwingen?
Tipp SCHAU HIN!
Prinzipiell könnten Eltern darauf bestehen, dass Kinder ihnen ihre Profile und Freunde in sozialen Netzwerken zeigen. Wir raten jedoch davon ab, sie dazu zu zwingen.
Denn es ist nur sehr schwer durchsetzbar, wenn ein 13-jähriges Kind sich weigert, das Passwort preiszugeben oder sich im Beisein der Eltern einzuloggen. Darüber hinaus würde das zu einem Vertrauensverlust führen, der kaum wieder zu reparieren ist. Wenn aber ein Kind tatsächlich mal Hilfe braucht, weil es im Internet belästigt oder gemobbt wird, braucht es Eltern, denen es vertraut und die es um Hilfe bitten kann.
Wir empfehlen Eltern, das Thema in einem entspannten Moment anzusprechen. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass sie ihr Interesse und ihre Freude an den sozialen Netzwerken akzeptieren. Und sie sollten ihnen erklären, warum sie mehr über das wissen wollen, was sie in sozialen Netzwerken erleben. Mehr Informationen dazu erhalten Kinder auf der Seite www.watch-your-web.de, wo sie spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Daten im Netz lernen können. Wie sich Kinder selbst schützen können und z.B. auch, warum es gefährlich sein kann, Fremde auf die Freundesliste zu setzen, können sie mit dem Poster „Sicher chatten!“ lernen.
100%ige Gewissheit über die Erlebnisse in sozialen Netzwerken werden Eltern kaum erhalten, wenn ihr Kind nicht freiwillig darüber berichtet. Das ist nicht anders als im „realen“ Leben, wenn Kinder beispielsweise ohne die Eltern zur Schule gehen.
Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und auf der Website Chatten-ohne-Risiko.net.
… mein Kind Onlinespiele im Internet spielt, und ich weiß nicht mit wem?“
E1: Meine Tochter (elf) spielt Onlinespiele im Internet. Die Spiele an sich sind ok, sie hat mir die mal gezeigt. Aber ich weiß nicht, mit wem sie da spielt und was für Menschen sich hinter den Namen verbergen. Ich habe Angst, sie erzählt wildfremden Menschen zuviel von sich. Mache ich mir zurecht Sorgen?
E2: Mein Sohn ist acht. Wenn er online spielt, bin ich dabei und sitze nebendran. Er sieht das nicht als Kontrolle, wir spielen dann eben gemeinsam. Das macht Spaß, ich kann sehen, was er da macht und notfalls eingreifen. Er kann mir erklären, wie das Spiel funktioniert.
E3: Meine Tochter ist 13. Ich habe ihr Onlinespiele lange verboten. Erst als sie zwölf war, durfte sie die spielen. Ich wollte, dass sie versteht, dass das fremde Menschen sind, mit denen sie spielt und dass sie da aufpassen muss, was sie über sich erzählt.
Tipp SCHAU HIN!:
Bei Onlinespielen besteht tatsächlich das Risiko, dass Kinder zu viele Daten von sich preis geben. Das fängt bereits bei der Registrierung an. Eltern sollten unbedingt dabei sein, wenn ihre Kinder sich registrieren. Vorsicht bei Angeboten, die nach der Telefonnummer oder der Adresse fragen. Seriöse Angebote können Eltern daran erkennen, dass sich die Kinder nicht ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern registrieren können. Das ist beispielsweise beim tivi.treff der Fall. Unter www.blinde-kuh.de finden Kinder eine Datenbank mit Onlinespielen, die sie nutzen können, ohne persönliche Daten von sich preis zu geben.
Die Idee, Onlinespiele gemeinsam mit den Kindern zu nutzen, finden wir sehr gut. Die Kinder können den Eltern erklären, wie die Spiele funktionieren und warum es sie ihnen so viel Spaß macht, sie zu spielen. Eltern können ihren Kindern spielerisch zeigen, wie sie sich richtig Verhalten und worauf sie achten sollten. Dabei sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie gegen andere „echte“ Menschen spielen und deshalb nicht zuviel von sich preisgeben sollten. Zudem sollten sie ihren Kindern das gute Gefühl geben, dass sie sich jederzeit an sie wenden können, sollte jemand merkwürdige Dinge fragen. Außerdem bekommen Eltern einen Eindruck von den Spielen ihrer Kinder und können beurteilen, ob die Spiele wirklich für sie geeignet sind.
Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.
Hinweise zu altersgerechten Spielen finden Eltern unter www.surfen-ohne.risiko.net und unter www.klick-tipps.net.
Spielbeurteilungen und Altersempfehlungen von der Bundeszentrale für politische Bildung können Eltern unter www.spielbar.de nachlesen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich einen Babysitter brauche, aber nur der Fernseher oder das Computerspiel zur Verfügung stehen?“
E1: Wenn ich mal rasch etwas erledigen und eine halbe Stunde aus den Haus muss, dann erlaube ich manchmal meinem Sohn (elf), in der Zeit ein Computerspiel zu spielen. Ich höre aber immer wieder, man soll Medien nicht als Babysitter einsetzen. Ist das dennoch OK, wenn ich mir so helfe?
E2: Ich sehe das sehr gelassen. Meine Tochter (13) nutzt elektronische Medien sowieso sehr eigenständig. Die würde das nie akzeptieren, dass ich ihr dabei über die Schultern schaue. Da kann ich ebenso gut einkaufen gehen, wenn im Fernsehen eine ihrer Lieblingssendungen läuft.
E3: Ich habe zwei Kinder, eine Tochter (sieben) und einen Sohn (fünf). Manchmal mache ich das so, dass beide zusammen eine bestimmte Kindersendung im Fernsehen schauen dürfen, während ich weg bin. Dann muss mir meine Tochter aber versprechen, dabei zu bleiben. Ich möchte nicht, dass meine Kinder alleine fernsehen.
E4: Ich habe gar keine andere Wahl. Mein Sohn ist zehn. Wenn er aus der Schule kommt, ist er meist ein bis zwei Stunden alleine, bevor ich nach Hause komme. Wir sprechen an solchen Tagen morgens ab, was er sich anschauen darf und wann der Fernseher wieder ausgemacht wird. Ich habe den Eindruck, er hält sich dran, wirklich kontrollieren kann ich das nicht. Ob es richtig ist, weiß ich nicht. Aber was soll ich tun? Ich gehe arbeiten, da muss manchmal der Fernseher als Babysitter herhalten.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich sollten gerade jüngere Kinder unter zehn Jahren nicht alleine fernsehen oder am Computer spielen. Es kann immer sein, dass Kinder auf das gesehene anders reagieren, als man das erwartet. Aber manchmal scheint es keine andere Lösung zu geben. Dann sollten Eltern darauf achten, dass das eine Ausnahme bleibt und das Kind möglichst kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem sollten sie eine bestimmte Sendung verabreden. Gut gefällt uns die Lösung, die Geschwister gemeinsam schauen zu lassen. Welche Sendungen für Kinder in Frage kommen, können Eltern auf www.flimmo.de nachlesen.
Ältere Kinder möchten auch mal alleine sein und nicht das Gefühl haben, beobachtet und kontrolliert zu werden. Eltern können das ruhig zulassen, wenn ihre Kinder zehn Jahre und älter sind. Sie können ihren Kindern signalisieren: „Ich muss mich jetzt um meine Angelegenheiten kümmern. Du kannst so lange fernsehen. Ich vertraue Dir, dass Du keinen Blödsinn machst“. Sie sollten ihren Kindern aber zugleich signalisieren, dass sie danach wieder etwas gemeinsam unternehmen.
… ich mein Kind am Wochenende morgens fernsehen lassen möchte, damit ich noch schlafen kann?“
E1: Unsere Kinder (vier und sechs) stehen auch am Wochenende sehr früh auf. Damit wir noch mal eine Stunde unsere Ruhe haben, dürfen sie dann fernsehen. Sind sie dafür schon im richtigen Alter?
E2: Ich finde es auch verführerisch, die Kinder dann mit dem Fernseher etwas „ruhigzustellen“. Aber wir versuchen, sie mit etwas anderem zu beschäftigen, sodass Fernsehen eine seltene Ausnahme bleibt. Hörbücher funktionieren z.B. sehr gut.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade kleinere Kinder sollten überhaupt nicht alleine fernsehen. Hier sind beispielsweise Hörbücher, malen oder mit Legosteinen spielen sicher die sinnvollere Alternative. Wenn Kinder etwas älter sind (etwa acht) und eine Sendung schon kennen, und wenn die Eltern wissen, wie ihre Kinder auf die Sendung reagieren, können sie am Sonntagmorgen auch mal eine halbe Stunde alleine fernsehen. Die Eltern sollten aber in der Nähe sein, damit sie sofort mitbekommen, wenn ihre Kinder anders reagieren als sonst.
… mein Kind krank ist und Langeweile hat?“
E1: Mein Sohn ist dreieinhalb Jahre alt. Jetzt ist er krank geworden und liegt mit Fieber im Bett. Ihm ist natürlich schrecklich langweilig, deshalb dachte ich, ich könnte ihn tagsüber fernsehen lassen. Ich bin mir aber unsicher, ob das eine gute Idee ist.
E2: Ich mache das auch bei meinen Kindern. Meine Tochter (vier) lag neulich mit einem grippalen Infekt mehrere Tage zu Hause. Die Arme hat sich fürchterlich gelangweilt. Da habe ich Ihr ein paar Kinder-DVDs besorgt, die sie anschauen durfte - als kleines Trostpflaster dafür, dass sie nicht mit anderen Kindern spielen kann.
E3: Bei uns bleibt der Fernseher aus, wenn die Kinder krank sind, schon aus Prinzip. Ich glaube einfach, dass meine Kinder Ruhe brauchen, um wieder gesund zu werden.
Tipp SCHAU HIN!:
Fernsehen nimmt Ihre Kinder auch körperlich in Anspruch. Deshalb sollten Eltern sehr genau hinschauen und prüfen, ob der Fernseher bei Krankheit nicht besser ausbleibt. Das hängt auch von der Krankheit selbst ab. Hat sich das Kind beispielsweise ein Bein gebrochen oder ist einfach erkältet und kann deswegen nicht zum spielen rausgehen, kann das Fernsehen helfen, die Langeweile zu vertreiben.
Gerade wenn sie Fieber haben oder einen Infekt, braucht ihr Körper Ruhe und Entspannung, um wieder gesund zu werden. Wenn das Ärgste überstanden ist, können Kinder auch wieder fernsehen. Eltern sollten dann mit kurzen Sendungen oder Ausschnitten einer DVD anfangen und beobachten, wie ihre Kinder reagieren .
Bei Krankheit sind auch Mal- und Ratespiele, Vorlesen, Hörspiele oder der Besuch von lieben Menschen ein geeigneter Zeitvertreib.
… mein Kind bei schlechtem Wetter den ganzen Tag fernsehen oder am PC spielen will?“
E1: Wenn am Wochenende oder in den Ferien schlechtes Wetter ist, möchte meine Tochter (zehn) am liebsten zu Hause bleiben und lange fernsehen oder am Computer spielen. Ich kann verstehen, dass sie dann keine Lust hat, etwas zu unternehmen. Ist eine Ausnahme bei solchen Bedingungen dann nicht ok?
E2: Ich finde schon, dass das ok ist. Was sollen die Kinder denn sonst machen? Es muss halt eine Ausnahme bleiben. Ins Kino gehen kostet immer gleich eine ganze Menge Geld - Eintritt, etwas zu trinken, vielleicht noch Popcorn.
E3: Ich sehe das anders. Ein verregneter Tag ist ja nicht so selten, dass man wirklich von einer Ausnahme sprechen kann. Wenn es regnet, können meine Kinder (acht und elf) gerne ihre Freunde zu uns einladen und mit denen gemeinsam spielen. Oder wir machen in der Familie gemeinsam einen Spielenachmittag. Da maulen sie am Anfang etwas, weil sie es gar nicht so richtig "cool" finden. Aber wenn wir erst mal angefangen haben, macht es ihnen doch Spaß.
Lehrer1: Wir merken in der Schule sofort, wenn Kinder - zum Beispiel nach einem verregneten Wochenende - zu viel vor dem Bildschirm gesessen haben. Vor allen Dingen, wenn sie keinen Ausgleich haben. Die sind dann unruhiger und unkonzentriert, der Unterricht mit ihnen ist dann viel mühseliger. Wenn Kinder am nächsten Tag in die Schule müssen, sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht nur vor dem Bildschirm sitzen
Tipp SCHAU HIN!
Dass Fernseher oder PC bei schlechtem Wetter ausnahmsweise mal eine halbe oder (bei älteren Kindern) ganze Stunde länger laufen, ist ok, wenn auch dem Kind deutlich gemacht wird: Heute ist eine Ausnahme, Regen bedeutet nicht automatisch mehr Medienzeit. Aber auch das sollte in Maßen geschehen, und sie sollten versuchen, daraus ein Familienerlebnis zu machen. Wenn es sich alle gemeinsam vor dem Fernseher gemütlich machen und einen spannenden Film sehen, ist die Gemeinsamkeit wichtiger als das Geschehen auf dem Bildschirm.
Eltern sollten sich für verregnete Wochenenden geeignete Alternativen überlegen. Beispielsweise gemeinsame Brettspiele, ein Vorlese-Nachmittag, gemeinsames Backen oder Kochen, Freunde einladen ... Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Schlecht-Wetter-Zeiten zu gestalten.
Mehr Spieletipps finden Eltern auf der mobilen SCHAU HIN! Website.

„Was mach‘ ich, wenn…
… beim Essen ständig Handy, Nintendo oder Fernseher im Einsatz sind?“
E1: Meine Tochter ist dreizehn und hat ein eigenes Handy. Wenn wir gemeinsam essen, ist sie damit beschäftigt, mit ihren Freundinnen SMS auszutauschen, das sei jetzt wichtig und könne nicht verschoben werden, meint sie. Mich stört das, ich würde es eigentlich gerne verbieten. Ist das richtig?
E2: Mich stört das auch, meinen Mann aber nicht so sehr. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, geht er ja auch ran und führt längere Gespräche.
E3: Das Handy ist bei uns kein Problem, dafür spielt mein Sohn liebend gerne mit seinem Nintendo beim Essen. Ich finde es schade, dass wir das Essen nicht dazu nutzen, uns miteinander zu unterhalten. Aber ich möchte auch nicht, dass es jedes Mal Streit wegen des Nintendos gibt.
Tipp SCHAU HIN!
Das gemeinsame Essen ist für Kinder ein wichtiges Familienerlebnis. Sie erleben dabei Geborgenheit und können sich mit Geschwistern und Familie austauschen. Eltern sollten die gemeinsamen Mahlzeiten als Familienzeit aufrecht erhalten und schützen.
„Störer“ wie das Handy, die Spielkonsole oder der Fernseher sollten dabei ausgeschaltet bleiben. Das gilt für Kinder wie für Eltern. Wenn beim Essen das Telefon klingelt, sollten Eltern Vorbild sein. Sie können die Anrufer bitten, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzurufen oder einfach gleich den Anrufbeantworter einschalten und nach dem Essen abhören. Je konsequenter Sie sich an diese Regel halten, desto besser können Sie diese auch gegenüber Ihren Kindern durchsetzen, was Sie unbedingt tun sollten.
… Kinder gerne vor dem Fernseher essen möchten?“
E1: Wir haben zwei Kinder im Teenager Alter und eine Tochter, die erst drei Jahre alt ist. Die Großen essen meistens vor dem Fernseher Abendbrot und schauen dabei die Simpsons an. Natürlich möchte die Kleine dann auch dabei sein. Ist denn Fernsehen beim Abendessen in Ordnung?
E3: Wir essen auch abends immer vor dem Fernseher und gucken das Sandmännchen oder Spongebob. Dann aber alle zusammen. Das hat sich bei uns so eingebürgert. Unsere Tochter (fünf) bleibt sonst auch gar nicht ruhig am Tisch sitzen.
Tipp SCHAU HIN!:
Essen und Fernsehen sollten getrennt werden. Essen ist Familienzeit, in der man sich unterhalten und über die Ereignisse des Tages austauschen kann. Für Kinder ist das ein schönes Ritual. Als Ausnahme kann das Essen vor dem Fernseher mal am Wochenende als Ereignis gestaltet. Ein DVD-Abend mit der ganzen Familie, mit leckeren Snacks oder den Lieblingsgetränken der Kinder macht das Fernsehen zu einem Gemeinschaftserlebnis.
E1: Ich lasse meine Kinder (vier und fünf) gerne morgens beim Frühstück, bevor ich sie in den Kindergarten bringe, fernsehen. Ich kann mich in Ruhe fertig machen, und sie haben in der Zeit Unterhaltung.
Tipp SCHAU HIN!:
Wir raten davon ab, den Fernseher schon beim Frühstück anzuschalten. Kinder haben einen vollgepackten Tag vor sich. Sie brauchen morgens nicht zusätzliche Unterhaltung. Die Zeit zwischen Frühstück und Kindergarten können Ihre Kinder nutzen, um sich auf den Tag vorzubereiten. Sie können beispielsweise die Puppe für den Kindergarten fertig machen, ein Bild malen, weil die Großeltern zu Besuch kommen oder die Rennbahn für das Spielen am Nachmittag aufbauen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“
E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.
E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.
E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.
Tipp SCHAU HIN!
Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.
Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.
Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.
Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.
Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich empfehlenswerte Bücher für meine Kinder suche?“
E1: Meine Kinder sind sieben und neun, beide sind richtige Leseratten. Gerne würde ich sie beim Lesen unterstützen. Wo finde ich denn Tipps zu empfehlenswerten Büchern?
E2: Unser Sohn geht in die erste Klasse. Seine Grundschule hat sich dafür stark gemacht, dass Eltern mit ihren Kindern am Antolin Programm teilnehmen. Das ist ein Programm, das aus der Schweiz kommt. Die Idee ist ganz simpel: Unser Sohn liest abends in einem Buch. Manchmal lesen wir uns die Geschichten auch im Wechsel gegenseitig vor. Im Anschluss daran muss er gemeinsam einige Fragen zu dem Buch beantworten. Für jede richtig beantwortete Frage gibt es Punkte. Geeignete Bücher und die Fragen dazu holen wir uns aus dem Internet, unter www.antolin.ch.
Tipp SCHAU HIN!
Gerade die Lesefähigkeit ist eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kinder lernen, mit elektronischen Medien sinnvoll umzugehen.
Unter www.schau-hin.info finden Eltern die monatlichen Buchtipps für Lesestarter, die die Stiftung Lesen herausgibt.
Die Stiftung Lesen veröffentlicht darüber hinaus auf ihrer eigenen Internetseite regelmäßig Buchtipps für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen. Weitere Lesetipps finden Eltern unter www.kinderbuch-couch.de, wo eine Sortierung der vorgeschlagenen Bücher nach Alter möglich ist, sowie unter www.hanisauland.de.
Außerdem finden Eltern unter www.djlp.jugendliteratur.org die Liste der Nominierten für den deutschen Jugendliteraturpreis. Die nominierten Titel sind auf alle Fälle empfehlenswert.
… es abends, vor dem Schlafengehen, Streit gibt, wann der Fernseher oder der Computer ausgeschaltet wird?“
E1: Wir schauen abends gemeinsam das Sandmännchen. Danach soll meine Tochter (vier) eigentlich ins Bett. Aber es gibt praktisch jeden Abend Streit und Geschrei. Was kann ich da machen, um das zu vermeiden?
E2: Wir haben das auch eine Zeitlang durchgemacht. Irgendwann wurde es besser, weil wir klar gemacht haben, dass wir nicht von dieser Regel abweichen werden. Jeden Abend haben wir nach dem Sandmännchen den Fernseher ausgeschaltet, ganz konsequent. Nach einer Weile hat unser Sohn das dann verstanden.
E3: Unsere Tochter schaltet nach dem Sandmännchen den Fernseher selbst aus. Das klappt ganz gut. Es darf dann auch niemand anders ausschalten, weil das sozusagen „ihr Job“ ist.
E4: Wenn unser Sohn abends noch länger fernsehen möchte, versuchen wir ihn abzulenken und spielen noch kurz zusammen oder lesen vor. Meistens wird er dann etwas ruhiger.
Tipp SCHAU HIN!:
Kein Fernsehen direkt vor dem zu Bett gehen – gerade die jüngeren Kinder bleiben dann durch die Bild- und Tonreize zu aufgedreht.
Das Ende der Sandmännchen Sendung ist ein guter Zeitpunkt, um den Fernseher auszuschalten. Danach sollten Eltern zum Abschluss des Tages einen festen Ablauf schaffen, bei dem der Fernseher keine Rolle spielt. Das kann das Vorlesen, das Erzählen über die Erlebnisse des Tages oder eine Hörgeschichte sein. Kinder freuen sich auf solche Rituale und akzeptieren dann auch leichter, dass der Fernseher ausgeschaltet wird.
E1: Wir haben ein ähnliches Problem, allerdings geht es dabei ums Internet. Mit meinem Sohn (wird bald fünf Jahre alt) schaue ich abends gerne noch ein paar Clips auf www.youtube.de an. Aber wenn wir einmal anfangen, will er dann gar nicht mehr aufhören. Es werden ja auch immer neue Clips angezeigt. Das ist natürlich verführerisch. Wenn er dann ins Bett gehen soll, gibt es oft Reibereien.
E2: Wir legen immer vorher fest, wie viele Clips wir anschauen wollen – meisten fünf Stück, da ja alle immer nur ein paar Minuten dauern. Wenn wir dann beim Surfen noch weitere Clips finden, die spannend sind, setzen wir diese auf unsere Merkliste und können sie an einem anderen Tag anschauen.
E3: Wir legen auch vorher einen bestimmten Zeitraum fest. Sonst wollen die Kinder ewig Videos schauen. Nach einer halben Stunde wird der Computer dann ausgemacht. Manchmal meckern sie dann, aber nach ein paar Minuten sind sie wieder friedlich und suchen sich eine andere Beschäftigung.
Tipp SCHAU HIN!:
Generell kann das gemeinsame Ansehen von kurzen Filmen am Computer ein schönes Gemeinschaftserlebnis von Eltern und Kindern sein. Verabreden Sie bereits bevor Sie den Computer anmachen, wie lange Videos geschaut werden dürfen. Wird die verabredete Zeit konsequent eingehalten, lernen Kinder zu akzeptieren, dass an dieser Abmachung auch nicht mehr zu rütteln ist.
Im beschriebenen Fall raten wir aber davon ab, Clips auf YouTube anzusehen. Denn dann lernen Kinder, wie YouTube funktioniert und dass es völlig normal ist, YouTube zu nutzen. YouTube ist aber keine kindgerechte Plattform. Beim Anschauen von Videoclips wird oft auf andere, möglicherweise nicht kindgerechte Clips hingewiesen, auf die Kinder ungeschützt zugreifen können. Daher empfehlen wir Angebote wie www.pikcha.tv und www.clipklapp.de, die spezielle Filmangebote gerade auch für jüngere Kinder anbieten. Für Vorschulkinder geeignet sind auch „Die Seite mit dem Elefanten“ sowie die Angebote unter www.kikaplus.net. Schauen Sie sich die Filme auf jeden Fall vorher an, die Sie Ihren Kindern zeigen wollen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… bei Freunden andere Fernsehregeln gelten als zu Hause?“
E1: Zu Hause haben wir mit unseren Kindern (sieben und zehn) klare Regeln, was und wie lange sie fernsehen dürfen. Das klappt auch ganz gut. Wenn sie bei ihren Freunden sind, schauen sie dort aber oft stundenlang fern, vor allen Dingen die ältere Tochter (zehn). Wir wollen unseren Kindern nicht verbieten, ihre Freunde zu besuchen, aber wie können wir verhindern, dass sie bei ihnen ewig fernsehen?
E2: Wir haben mit den Eltern der Schulkameraden darüber bei einem Elternabend gesprochen. Im Großen und Ganzen waren sich alle einig, dass die Kinder nicht den ganzen Nachmittag fernsehen sollten, sondern lieber zusammen spielen. Meistens klappt das ganz gut, obwohl bei manchen Familien natürlich mehr TV geschaut wird als bei anderen.
E3: Wir haben unserem Sohn (acht) verbieten müssen, bei einem seiner Freunde zu spielen. Dort lief den ganzen Tag der Fernseher – auch viele Sendungen, die nicht für Kinder geeignet waren. Die Eltern fanden das nicht problematisch. Jetzt dürfen die beiden nur noch bei uns spielen. Am Anfang gab es natürlich Geschrei, aber jetzt beschäftigen sich auch mit anderen Sachen oder gehen in den Garten zum Fußballspielen.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sollten das Problem bei den Eltern der Freunde direkt ansprechen. Sie sollten deutlich machen, dass sie nicht möchten, dass die Kinder so lange fernsehen. Wichtig ist, dass sie einen klaren Standpunkt haben, den sie auch vertreten. Sie können ihre Kinder bitten, die Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Dann können die Eltern entscheiden, was angeschaut wird und wie lange der Fernseher läuft. Wenn Absprachen nicht helfen, sollten Eltern das sogar zur Bedingung machen.
… mein Kind auf Internetseiten mit pornographischen Inhalten geht?“
E1: Meinem Sohn (zwölf) ist neulich im Gespräch rausgerutscht, dass er im Internet Bilder von nackten Frauen gesehen hat. Offensichtlich war er auf einer Erotikseite. Ich war erst mal sprachlos, habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht will, dass er sich solche Seiten anschaut. Ich kam mir in dem Moment hilflos vor. Hätte ich strenger sein sollen? Hätte ich ihm das Internet für eine Zeit verbieten sollen?
E2: Das ist bei meinem Sohn auch schon passiert. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass er auf solche Seiten nicht gehen darf. Sonst ist Schluss mit Internet. Das hat funktioniert. Zumindest hat er nie wieder was von pornographischen Seiten erzählt.
E3: Das scheint ja vor allen Dingen Söhne zu betreffen - bei uns in der Familie war da auch so, unser 13-jähriger hat sich auch verplappert. Ich habe ihn dann einfach gefragt, was denn an diesen Bildern so besonders sei, dass er davon unbedingt erzählen muss. Das war ihm richtig peinlich.
Tipp SCHAU HIN!
Eltern können nicht vollständig verhindern, dass Kinder auf ungeeignete Inhalte im Internet stoßen. Selbst wenn dies am eigenen Computer zu Hause gelingt. Wenn die Kinder bei Freunden am Computer sitzen, können Eltern nicht immer wissen, was dort geschieht.
Eltern sollten ihren Kindern verbieten, dass sie pornographische Seiten anschauen. Sie sollten aber auch mit ihnen darüber sprechen, warum sie die Inhalte dieser Seiten ablehnen. Die Kinder sollten den Standpunkt der Eltern verstehen und merken, dass sie ihn entschlossen vertreten. Sie sollen aber auch das Vertrauen haben, zu Hause über ihre Internet Erlebnisse berichten zu können, ohne gleich Konsequenzen fürchten zu müssen.
Deshalb rät SCHAU HIN! von generellen Internetverboten ab. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Ihre Kinder gezielt auf der Suche nach "Erwachsenen-Inhalten" sind, sollten Sie dies so weit wie möglich unterbinden. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass Ihre Kinder zu Hause nur in Ihrem Beisein im Netz surfen dürfen, auch, wenn sie schon etwas älter sind. Oder die Eltern installieren eine Filterschutzsoftware bzw. einen Internet-Filter. Achtung: Diese können keinen vollständigen Schutz bieten, sondern beispielsweise nur Treffer beim ersten Surfversuch verhindern. Spielt sich das eher bei Freunden ab, sollten Sie deren Eltern ansprechen und sie bitten, dies zu unterbinden.
Auf der SCHAU HIN! Website erfahren Eltern zudem, wie sie den Computer ihrer Kinder kindersicher machen können. Weitere Infos dazu gibt es auch unter www.jugendschutz.net.
… mein Kind Sendungen schauen möchte, die nicht für sein Alter geeignet sind?“
E1: Meine Tochter (vier) schaut gerne diese Barbie-Sendung und will nichts anderes sehen? Ist die Sendung für dieses Alter geeignet?
E2: Bei uns zu Hause ist es dasselbe Thema mit „Star Wars Clones“. Unsere Söhne (vier und sechs) sind ganz verrückt danach. Besonders für den Kleineren finde ich die Sendung nicht geeignet, aber angeblich schauen das ja alle im Kindergarten.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade bei kleineren Kindern sollten Eltern darauf achten, dass die Sendungen Probleme und Erfahrungen aufgreifen, die auch Kinder in diesem Alter beschäftigen. Versuchen Sie, Ihr Kind an Sendungen heranzuführen, die für die Altersstufe geeignet sind. Sendungen können ruhig in einer anderen Welt spielen, wie z.B. Zeichentrickserien. Die Hauptdarsteller sollten sich aber mit Themen beschäftigen, die auch kleine Kinder betreffen. Wenn Ihr Kind von einer Sendung besonders fasziniert ist, versuchen Sie durch interessierte Fragen herauszubekommen, was das Besondere an der Geschichte oder dem Charakter ist. Auf diese Weise erfahren Sie, welche Themen Ihr Kind beschäftigt, z.B. Freundschaft, Verarbeitung von Konflikten, „selber groß und stark sein wollen“ etc..
Wenn Sie Sendungen für nicht geeignet halten, sollten sie diese auch konsequent verbieten und lieber eine altersgerechte Alternative anbieten. Sicherlich gibt es dann am Anfang Konflikte, aber in der Regel geht das Interesse der Kinder schnell zu anderen Dingen über.
Tipps für kindgerechte Sendungen finden Eltern täglich unter www.schau-hin.info sowie unter www.tivi.de und www.kika.de. Auch www.flimmo.de und www.checkeins.de zeigen, welche Sendungen sich für Kinder eignen.
… mein Kind vom Fernsehen überfordert ist?“
E1: Mein Sohn (vier Jahre) darf seit wenigen Wochen fernsehen. Wir schauen gemeinsam kleinere Filmchen, die ihn aber emotional sehr mitnehmen. Er macht dann richtig mit, zappelt auf dem Sofa rum oder steht auf und schaut im Stehen weiter, weil er es einfach nicht mehr im Sitzen aushält. Ist das normal oder ist das ein Zeichen von Überforderung?
E2: Ich habe mit meiner Tochter, auch vier, eine Abmachung: Wenn sie es im Sitzen nicht mehr aushält, wird der Fernseher ausgemacht. Ich glaube schon, dass sie dann mit dem was sie sieht überfordert ist, und ich will nicht, dass sie sich so aufschaukelt.
E3: Ich finde das ok, wenn mein Kind mit dem Film richtig mitgeht. Ich orientiere mich da an der Altersfreigabe. Wenn mein Sohn aufgedreht ist nach dem Fernsehen, braucht er eben ein bisschen, um wieder runterzukommen. Aber das schafft er schon.
Tipp SCHAU HIN!:
Gerade kleinere Kinder reagieren noch sehr ursprünglich auf Situationen und „leben“ Filme richtig mit. Wenn sie von etwas begeistert sind, hält es sie oft nicht mehr auf dem Sofa, ebenso, wenn etwas sehr spannend ist. Das ist in gewissen Maßen normal und muss kein Zeichen von Überforderung sein. Sie verarbeiten das Gesehene sehr körperlich. Gerade weil sie das Gesehene „mitleben“, ist es so wichtig, dass die Fernsehzeit begrenzt ist und Kinder danach die Möglichkeit haben, wieder zur Ruhe zu kommen.
Aber Kinder zeigen auch deutlich, wenn sie sich unwohl fühlen und wirklich überfordert sind. Sie gehen beim Fernsehen einfach aus dem Zimmer, reden laut oder verstecken sich hinterm Sofa. Dann sollten Sie den Fernseher ausschalten und mit Ihrem Kind darüber reden, was es verängstigt oder verschreckt hat. Kinder sind dann vom Gesehenen überfordert, wenn sie nicht begreifen oder nachvollziehen können, was im Film geschieht. Kinder sprechen Überforderungen nicht unbedingt beim Fernsehen an, sondern meist erst später, in Situationen, die mit dem Fernsehen nichts zu tun haben. Sie fragen dann nochmal nach und wollen Erklärungen für das, was sie beim Schauen eines Films nicht verstanden haben.
E1: Das ist nicht so einfach, sich die Sendungen vorher anzuschauen. Denn tagsüber, wenn Kindersendungen gezeigt werden, ist mein Kind meistens bei mir.
Tipp SCHAU HIN!:
Viele TV-Sender bieten auf ihren Internetseiten Informationen und erste Bilder zu ihren Sendungen an. Oft finden Sie dort auch Filmbeispiele, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können oder die Sendung steht in der Mediathek des jeweiligen Senders zum Abruf bereit. Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… mein Kind am liebsten Werbespots schaut?“
E1: Meine Tochter (fünf) entdeckt das Fernsehen für sich. Am liebsten schaut sie Werbespots im Kinderprogramm der Privaten, was ich eigentlich nicht möchte. Aber ihr gefallen die kurzen Spots, sie kann den kurzen Geschichten gut folgen. Soll ich ihr das erlauben?
E2: Ich finde ja. Unsere Kinder dürfen selbst bestimmen, was sie in ihrer Fernsehzeit anschauen. Einzige Bedingung: Es dürfen keine Erwachsenenprogramme sein. So haben sie die Möglichkeit, selbst etwas zu entscheiden. Sie fühlen sich ernst genommen und respektiert.
E1: Wir bekommen aber immer Streit miteinander, weil meine Tochter das, was sie in der Werbung sieht, oft auch haben will. Dass das Geld kostet und dass wir nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung haben, das will sie dann oft nicht einsehen.
Tipp SCHAU HIN!
Die Vereinbarung darüber, welche Sendungen sie sehen dürfen und welche nicht, sollte mit Kindern von vornherein getroffen werden. So machen Sie den Kindern klar: Euch steht eine bestimmte Zeit für das Fernsehen zu. Aber was ihr anschaut, müsst ihr mit uns Eltern absprechen.
Bloß weil ein Programm kein ausgesprochenes „Erwachsenenprogramm“ ist bedeutet das noch nicht, dass es für Kinder geeignet ist. Das gilt auch für Werbung. Gerade jüngere Kinder können noch nicht zwischen Werbung und anderen Sendungen unterscheiden. Sie verstehen nicht, dass Werbung einen ganz bestimmten Zweck verfolgt.
Werbefilme sind nicht für Kinder geeignet. Deshalb sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie jetzt noch keine Werbung anschauen dürfen. Wenn sie älter sind, mit ca. acht bis zehn Jahren, können Sie sich mit ihren Kindern darüber unterhalten, was in der Werbung gezeigt wird und was die Werbefilme eigentlich erreichen wollen.
… mein Kind mit der Fernbedienung spielt?“
E1: Meine Tochter ist zweieinhalb. Sie spielt leidenschaftlich gerne mit der Fernbedienung des Fernsehers. Für sie ist es toll, dass sie auf einen Knopf drückt und es passiert etwas. Ist das ok, wenn ich sie damit spielen lasse?
E2: Wir haben die Fernbedienung versteckt. Ich möchte nicht, dass mein Kind lernt, wie es den Fernseher anschalten kann. Den dürfen nur wir Eltern anschalten.
E3: Ich denke, mein Sohn (zwei) kann mit den Filmen gar nichts anfangen. Der will nur sehen, dass er etwas anmachen kann, wenn er auf einen Knopf drückt. Dann ist er ganz stolz und freut sich.
Tipp SCHAU HIN!:
Kleine Kinder haben einen riesigen Spaß daran, Geräte an- und auszuschalten. Das gilt auch für Fernbedienungen, und das ist auch ok so. Sie bekommen ja mit, wie die Eltern damit hantieren, und wollen das auch mal ausprobieren. Sie sollten aber von Anfang an klarstellen, dass bestimmte Geräte nur gemeinsam mit den Eltern ausprobiert werden können. Dazu gehört die Fernbedienung für den Fernseher. Machen Sie es Ihren kleinen Kindern nicht zu schwer, sich an diese Abmachung zu halten. Am besten, Sie legen die Fernbedienung in eine Schublade oder irgendwo hin, wo sie nicht immer sichtbar und greifbar für Ihre Kinder ist. Dann werden sie auch weniger verführt, das tolle Gerät auch mal alleine auszuprobieren.
… die Medien über Katastrophen berichten, bei denen viele Menschen sterben?“
E1: Ich finde es schwierig, mit Kindern über schlimme Ereignisse in der Welt zu sprechen, wie z.B. das Erdbeben in Japan im März 2011. Unsere Tochter (neun) hat über Fernsehen oder Zeitungen die Bilder aus Japan gesehen und will wissen, was da passiert ist. Wie kann ich solche Themen ansprechen?
E2: Wir schauen mit unseren Kindern (acht und elf) gemeinsam logo!. Das ist eine Nachrichtensendung, die eigens für Kinder gemacht ist. Die gibt es auch im Internet, wenn man nachmittags nicht zu Hause ist. Die erklären solche schwierigen Themen sehr gut. Ich als Erwachsener kann da auch noch etwas lernen. Von Erwachsenen-Nachrichten halten wir sie noch fern. Die Bilder, die dort gezeigt werden, wären zu schlimm für unsere Kinder.
Erzieher1: Bei uns im Kindergarten lassen wir die Kinder nach Katastrophen wie in Japan Bilder malen. Es ist erstaunlich, wie viel die Kinder von den Geschehnissen mitbekommen haben und was sie davon gemalt haben. Über das Malen sind wir dann auch ins Gespräch gekommen. Das hilft den Kindern, zu verarbeiten, was sie gesehen haben.
Tipp SCHAU HIN!
Wenn in der Welt etwas Schreckliches geschieht, bekommen Kinder das mit. Eltern können ihren Kindern helfen, schreckliche Nachrichten zu verarbeiten. Schauen Sie mit Ihren Kindern gemeinsam Sendungen wie logo! oder minitz (für Kinder von acht bis zwölf). Das sind Nachrichtensendungen speziell für Kinder, die diese Themen kindgerecht aufbereiten. Eine Auswahl weiterer empfehlenswerter Kindernachrichten und deren Sendezeit hat SCHAU HIN! für Eltern in einem PDF zusammengestellt.
Eine sehr gute Idee ist das Malen, denn Kinder nutzen gern Gelegenheiten, ihre Eindrücke durch eigenes Tun zu verarbeiten. Sie können beim gemeinsamen Fernsehen oder beim Malen ein Gespräch ganz einfach damit beginnen, dass Sie Ihrem Kind Ihre eigene Betroffenheit vermitteln. Zum Beispiel indem Sie ihm sagen, dass Sie das Gesehene traurig macht, dass Sie an die betroffenen Menschen denken müssen. Kinder können dann antworten. Das macht es für sie einfach, ihre eigenen Gedanken auszusprechen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… ich selbst auf meine Lieblingssendung nicht verzichten will?“
E1: Meine Tochter ist drei und soll noch nicht fernsehen. Ich möchte da auch gutes Vorbild sein und selbst wenig fernsehen, aber auf meine Sportschau am Samstag will ich auch nicht verzichten. Ist das ein Widerspruch? Wie kann ich den auflösen?
E2: Wir versuchen, solche Konflikte zu vermeiden, indem wir Sendungen, auf die wir nicht verzichten möchten, aufzeichnen.
E1: Aber nichts ist so alt wie die Sportschau von gestern…
E3: Ich denke, dass Kinder lernen müssen und können, dass nicht alles, was Erwachsene machen, auch ihnen erlaubt ist. Deshalb habe ich keine Probleme damit, dass meine Kinder noch nicht fernsehen dürfen, ich aber schon meine Lieblingssendungen schaue. Da bekommen sie ja auch die Botschaft mit, dass Papa und Mama den Fernseher nicht nur anmachen, sondern auch wieder abschalten, wenn die Lieblingssendung vorbei ist.
Tipp SCHAU HIN!:
Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für Kinder, dieser Rolle sollten sich Eltern bewusst sein. Dazu gehört auch ein ehrlicher Umgang miteinander. Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Leben. Das gilt eben auch für Eltern, deren Kinder noch zu klein zum fernsehen sind.
Tatsächlich ist es so, dass Kinder lernen müssen, damit umzugehen, dass sie nicht alles dürfen, was Erwachsene dürfen. Daher: schauen Sie ruhig Ihre Sportschau. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie meinen, dass sie fürs Fernsehen (oder für diese spezielle Sendung) noch zu klein sind. Sie müssen sich dann in dieser Zeit mit sich selbst oder mit jemand anderem beschäftigen. Dabei lernen sie auch, dass Eltern sich die Sendungen bewusst aussuchen, die sie sehen wollen, und dass sie danach den Fernseher wieder ausmachen. Sie lernen also, wie richtige Mediennutzung aussehen kann.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Sendungen aufzunehmen und anzuschauen, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn es sich nicht um aktuelle Sendungen handelt, bietet sich diese Lösung an.
… mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?“
E1: Neulich musste ich mich richtig ärgern über meinen Sohn (elf). Als ich in mein Paypal Konto geschaut habe, finde ich eine Abbuchung von 20 Euro. Den Empfänger kannte ich nicht. Als ich bei Paypal anrief, erklärte man mir, dass der Empfänger eine Spieleseite sei. Der Zugriff erfolgte offensichtlich von unserem Rechner, und zwar an einem Nachmittag, an dem ich nicht zu Hause war. Es stellte sich heraus, dass mein Sohn ein kostenloses Onlinespiel (ab zwölf) genutzt hat und Goldtaler dazu kaufte, die er über mein Paypal Konto bezahlte. Muss ich die 20 Euro bezahlen? Wieso kostet ein kostenloses Spiel Geld?
E2: Das ist uns auch passiert. Ich habe die 20 Euro bezahlt und meinem Sohn vom Taschengeld abgezogen. Der macht das bestimmt nicht mehr. Ich habe außerdem gehört, dass solche Spieleseiten mit empfindlichen Geldbußen drohen, wenn man die Spielgebühren nicht bezahlt. Ich denke, durch mein Vorgehen hat mein Sohn etwas gelernt und ich hatte weniger Ärger.
E3: Wie kam Ihr Sohn an das Paypal Passwort ran?
E1: Das habe ich auf dem Computer gespeichert. Ich dachte nicht, dass er das findet.
E3: Wir haben überhaupt keine Passwörter oder Kreditkartennummern auf unseren Computer gespeichert. Sicher ist sicher, da kann so etwas nicht passieren.
Tipp SCHAU HIN!:
Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man „Extras“ dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Im beschriebenen Fall kommt hinzu, dass das Spiel ab zwölf, das Kind aber erst elf ist. Das hätte der Spieleanbieter prüfen müssen. SCHAU HIN! rät, in so einem Fall mit einer Verbraucherzentrale zu sprechen, was zu tun ist. Ein Verzeichnis der Verbraucherschutzzentralen in Deutschland finden Eltern hier.
Eltern sollten sicher stellen, dass Kinder nicht an das Paypal Konto oder an die Nummer ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Kinder die finden, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein elfjähriges Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.
… mein Kind im Internet beleidigende, verrohte Sprache nutzt und andere anpöbelt?“
E1: Meine Tochter ist zwölf. Neulich erzählte sie ihrem älteren Bruder (14) beim Essen stolz, wie sie einen Klassenkameraden in einem Chat „fertig gemacht“ hat. Sie hat ihn wohl regelrecht angepöbelt. Als ich sagte, dass ich nicht möchte, dass sie so mit anderen Menschen spricht, meinten beide Kinder, dass das der Umgangston im Netz sei. Muss ich das so hinnehmen? Oder kann ich dagegen etwas tun?
E2: Wir hatten das Problem bei unserem Sohn (13). Der hat sich einen Spaß daraus gemacht, im Internet auf Seiten, auf denen man diskutieren kann, andere zu beleidigen. Beispielweise auf einer bekannten Fußball-Seite, da hat er andere Diskussionsteilnehmer regelrecht angepöbelt, anonym natürlich. Ich habe ihm gedroht: Wenn er das nochmal macht, veröffentliche ich im Netz, wer er eigentlich ist. Dann muss er für seine Pöbeleien gerade stehen.
E3: Ich hatte das bei meinen Kindern auch. Ich habe versucht, das über Verbote zu regeln. Deshalb durften meine Kinder zwei Monate lang nicht ins Internet. Natürlich bin ich mir bewusst, dass sie dann bei Freunden ins Netz gehen. Aber anders weiß ich mir nicht zu helfen. Irgendwie muss ich doch meinen Kindern zeigen, dass es mir damit ernst ist, dass sie sich anständig benehmen.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich ist der Ton in vielen Foren und Chats im Internet sehr ruppig. Beiträge können im Schutz der Anonymität, ohne Preisgabe des eigenen Namens veröffentlicht werden. Das verleitet viele dazu, andere zu beleidigen oder sich rüpelhaft im Netz anderen gegenüber zu benehmen. Kinder sollten deswegen moderierte Chats besuchen, wie beispielsweise unter www.seitenstark.de oder www.tivitreff.de. Sie müssen lernen, dass es auch im Internet Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing – all das ist verboten, on- wie offline. Was Kinder bei der Online-Kommunikation beachten sollten – u.a. auch, was das eigene Benehmen angeht – präsentiert das Poster „Sicher chatten!“.
Generell sollten Eltern ihren Kindern Pöbeleien verbieten und ihnen vermitteln, was sie für den richtigen Umgang mit anderen Menschen halten. Sie sollten darüber mit ihren Kindern sprechen, immer wieder. Sie sollten diesen Umgang aber auch im Alltag selbst vorleben. Denn für ihre Kinder sind sie wichtige Vorbilder.
Die Drohung, die eigenen Kinder als Absender der Beleidigung öffentlich zu machen, ist kein geeignetes Mittel. Schließlich sollten Eltern Ihre Kinder anleiten, nicht zu viel von sich im Internet zu verraten.
Auch von einem Internetverbot raten wir ab. Denn die Kinder können zu Freunden gehen und dort weitermachen.
Weitere Informationen zum Thema Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken finden Sie in der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“ von jugendschutz.net.

„Was mach‘ ich, wenn…
… Geschwister unterschiedlichen Alters Medien nutzen?“
E1: Mein Sohn ist fünf Jahre alt. Er schaut gerne am Nachmittag ein bisschen Fernsehen. Ich schaue dann mit, falls er Fragen oder Angst vor etwas hat. Meine Tochter ist dann auch automatisch mit dabei. Die ist erst zweieinhalb. Eigentlich sollen Kinder unter drei Jahren ja noch nicht fernsehen. Ich möchte aber keines der beiden in dieser Situation allein lassen. Was kann ich da machen?
E2: Wir verbieten der Großen (fünf) dann manchmal bestimmte Sendungen, weil die Kleine (zwei) mit im Zimmer ist. Aber immer kann man das ja auch nicht machen. Wenn sie dann ab und zu auch mal mitschaut, finden wir das nicht so schlimm. So richtig interessiert ist sie eh noch nicht daran.
E3: Unser Sohn passt immer ganz genau auf, wenn seine kleine Schwester mit fernsieht. Wenn es spannend wird, hält er ihr auch schon einmal die Augen zu. Ansonsten darf er seine Sendungen sehen, wenn die Kleine schläft oder etwas anderes macht.
Tipp SCHAU HIN!:
Kinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen. Sie wollen die Welt im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Sie erkunden ihre nähere Umgebung und wollen die Dinge dabei anfassen, um sie zu verstehen. Wenn sie aber doch mal bei den älteren Geschwistern mitschauen, sollten Eltern kein schlechtes Gewissen haben. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Die älteren Geschwister brauchen auch etwas, was speziell für sie bestimmt ist, beispielsweise ihre „eigene Sendung“, die sie anschauen dürfen. Die kleine Schwester sollte für diese Zeit mit etwas anderem beschäftigt werden, beispielsweise mit malen oder mit einem Bilderbuch. Das kann am Anfang zu Enttäuschung oder Streit führen. Wenn Sie aber Ihren Standpunkt ruhig und konsequent vertreten, wird es schon bald bei allen zur Selbstverständlichkeit.
… ich einen Babysitter brauche, aber nur der Fernseher oder das Computerspiel zur Verfügung stehen?“
E1: Wenn ich mal rasch etwas erledigen und eine halbe Stunde aus den Haus muss, dann erlaube ich manchmal meinem Sohn (elf), in der Zeit ein Computerspiel zu spielen. Ich höre aber immer wieder, man soll Medien nicht als Babysitter einsetzen. Ist das dennoch OK, wenn ich mir so helfe?
E2: Ich sehe das sehr gelassen. Meine Tochter (13) nutzt elektronische Medien sowieso sehr eigenständig. Die würde das nie akzeptieren, dass ich ihr dabei über die Schultern schaue. Da kann ich ebenso gut einkaufen gehen, wenn im Fernsehen eine ihrer Lieblingssendungen läuft.
E3: Ich habe zwei Kinder, eine Tochter (sieben) und einen Sohn (fünf). Manchmal mache ich das so, dass beide zusammen eine bestimmte Kindersendung im Fernsehen schauen dürfen, während ich weg bin. Dann muss mir meine Tochter aber versprechen, dabei zu bleiben. Ich möchte nicht, dass meine Kinder alleine fernsehen.
E4: Ich habe gar keine andere Wahl. Mein Sohn ist zehn. Wenn er aus der Schule kommt, ist er meist ein bis zwei Stunden alleine, bevor ich nach Hause komme. Wir sprechen an solchen Tagen morgens ab, was er sich anschauen darf und wann der Fernseher wieder ausgemacht wird. Ich habe den Eindruck, er hält sich dran, wirklich kontrollieren kann ich das nicht. Ob es richtig ist, weiß ich nicht. Aber was soll ich tun? Ich gehe arbeiten, da muss manchmal der Fernseher als Babysitter herhalten.
Tipp SCHAU HIN!
Tatsächlich sollten gerade jüngere Kinder unter zehn Jahren nicht alleine fernsehen oder am Computer spielen. Es kann immer sein, dass Kinder auf das gesehene anders reagieren, als man das erwartet. Aber manchmal scheint es keine andere Lösung zu geben. Dann sollten Eltern darauf achten, dass das eine Ausnahme bleibt und das Kind möglichst kurze Zeit alleine bleibt. Außerdem sollten sie eine bestimmte Sendung verabreden. Gut gefällt uns die Lösung, die Geschwister gemeinsam schauen zu lassen. Welche Sendungen für Kinder in Frage kommen, können Eltern auf www.flimmo.de nachlesen.
Ältere Kinder möchten auch mal alleine sein und nicht das Gefühl haben, beobachtet und kontrolliert zu werden. Eltern können das ruhig zulassen, wenn ihre Kinder zehn Jahre und älter sind. Sie können ihren Kindern signalisieren: „Ich muss mich jetzt um meine Angelegenheiten kümmern. Du kannst so lange fernsehen. Ich vertraue Dir, dass Du keinen Blödsinn machst“. Sie sollten ihren Kindern aber zugleich signalisieren, dass sie danach wieder etwas gemeinsam unternehmen.

„Was mach‘ ich, wenn…
… mein Kind Märchenfilme sehen will?“
E1: Mein Sohn (viereinhalb) möchte gerne Märchenfilme sehen. Er kennt viele Märchen, da wir ihm abends vor dem Schlafengehen welche vorlesen. Kann ich mich bei Märchenfilmen darauf verlassen, dass sie für Kinder geeignet sind?
E2: Ich bin da vorsichtig, denn in Märchen geht’s ja manchmal richtig heftig zu. Da habe ich bei meinem Sohn lange gewartet, ich glaube er war schon sechs, bis wir überhaupt mal eins angeschaut haben. Das mache ich bei der Kleinen (drei Jahre) auch so.
E3: Wir haben die Neuverfilmungen von Märchen in ARD und ZDF entdeckt. Die fanden meine beiden Großen (sechs und acht Jahre) toll, weil die Filme zum Teil besonders witzig und einfach anders waren. Unsere Jüngste hat manchmal kurz mitgeschaut, aber schnell wieder aufgehört. Für sie war ganz klar: „Das ist nicht das echte Märchen“. Ihr hat das nicht gefallen.
Tipp SCHAU HIN!:
Vorsicht, nicht jeder Märchenfilm ist gleich ein Kinderfilm und für Fernsehanfänger geeignet. Sie sollten sich die Filme anschauen, bevor Sie sie Ihren Kindern zeigen.
Um einzuschätzen, ob ein Märchenfilm für Ihr Kind geeignet ist, können Sie auf die folgenden Dinge achten: Wie lange ist der Film? Märchenfilme sind oft länger als 15 oder 20 Minute. Das ist für Fernsehanfänger zu lange. Sie schaffen es noch nicht, einer Handlung in dieser Länge zu folgen. Wird das Märchen genau so erzählt, wie Ihre Kinder es kennen? Abweichungen können gerade kleine Kinder irritieren. Wie sind die Figuren, die Guten und die Bösewichte gestaltet? Arbeitet der Film mit dunklen, bedrohlich wirkenden Bildern? Kommen viele spannende oder gar gruselige Momente vor? Ist der Film besonders schnell geschnitten, so dass die einzelnen Bildeinstellungen nur kurz zu sehen sind? Bilder wirken sehr stark auf Kinder und nachdrücklich. Das ist deutlich anders, als wenn die Bilder zum Märchen in ihrem eigenen Kopf entstehen.
Märchen sind aber auch nicht der richtige Vorlesestoff für Kinder im TV-Anfängeralter (also von drei bis fünf). Das gilt insbesondere für Märchenklassiker wie die der Gebrüder Grimm. Die Geschichten sind oft noch zu lang und das Erzählte wirkt auf viele Kinder bedrohlich und ängstigend.
Besser ist es, Märchen zu erzählen. Das können Sie zum schönen Ritual machen, bei dem sich vielleicht auch die Großeltern oder Onkel und Tante gerne einbeziehen lassen. Unterstützt mit einem Bilderbuch ist das Ganze dann altersgerechter als ein Film.
… meine Kinder Zeichentrickfilme anschauen möchten?“
E1: Mein Sohn ist vier und fängt an, sich fürs Fernsehen zu interessieren. Am liebsten würde ich mit ihm die Zeichentrickfilme ansehen, die ich als Kind so sehr geliebt habe. Aber heute finde ich die manchmal recht heftig, weil es da ziemlich gewalttätig zur Sache geht. Kann ich Zeichentrickfilme bedenkenlos mit Kindern anschauen?
Tipp SCHAU HIN!
Zeichentrickfilme sind nicht automatisch Kinderfilme. Gerade die Klassiker – der rosarote Panther, Speedy Gonzales oder auch Micky Maus – sind für Erwachsene gemacht, nicht für Kinder. Früher durften Kinder diese Filme oft sehen. Man hat sich damals noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht hat, welche Filme für Kinder geeignet sind und welche nicht.
Heute wissen wir mehr darüber, wie Kinder Filme erleben und welche Folgen das haben kann. Zeichentrickfilme sind nicht generell kindgerecht. Das hat mit der gezeigten Gewalt zu tun. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie sehr schnell und hektisch geschnitten sein können. Außerdem sind die Geschichten und Witze oft für Erwachsene geschrieben. Kinder verstehen diese noch nicht.
Für Zeichentrickfilme gilt daher das Gleiche wie für andere Filme auch: Schauen Sie sich die Filme zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.tivi.de, www.kikaplus.net und die „Seite mit dem Elefanten“ geben. Auch die DVD- und Kinotipps bei schau-hin.info können Ihnen weiterhelfen, das Passende für Ihr Kind zu finden.
Eltern finden Mediatheken mit Angeboten für Kinder ab drei Jahren unter www.kikaplus.net, www.tivi.de, auf der „Seite mit dem Elefanten“ und hier.
… meine Kinder Tierfilme anschauen möchten?“
E1: Meine Tochter ist vier. Sie liebt Tiere über alles und ist verrückt nach allem, was vier Beine hat oder fliegen kann. Daher denke ich, dass Tierfilme eigentlich genau der richtige Start dafür sind. Tierfilme sind doch für Kinder geeignet, oder?
E2: Ich kann mir das bei meiner Tochter mit fünfeinhalb gar nicht vorstellen. Tiere in der Natur erleben – das ja. Aber wenn sie sehen würde, dass ein Eisbärbaby stirbt, weil es krank ist, oder wie ein Eisbär eine Robbe frisst, da würde sie heulen oder schreien. Das erspar ich ihr.
E3: Mit meinen Kindern gehe ich in den Streichelzoo, oder wir fahren zum Wildpark und schauen uns Tiere in echt an. Die Tierfilme, die ich gesehen habe, Dokumentationen und so was, fand ich nicht für Kinder gemacht.
Tipp SCHAU HIN!
Die meisten Tierfilme sind Dokumentationen. Sie informieren beispielsweise über bedrohte Tierarten, über Besonderheiten im Tierreich oder über neue Forschungsergebnisse zu Tieren. Meist sind diese Inhalte zu kompliziert für kleine Kinder oder zu grausam. Denn schließlich geht es im Tierreich oft um „fressen und gefressen werden“. Außerdem gibt es Tierfilme, die wie ein Spielfilm erzählt werden. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Film „Der Bär“. Diese Filme haben meist Spielfilmlänge und sind daher für TV Anfänger nicht geeignet.
Auch die bei Erwachsenen sehr beliebten Nachmittagssendungen, die aus dem Alltag in verschiedenen Zoos berichten, sind für kleinere Kinder nicht geeignet. Kinder brauchen einfach erzählte Geschichten mit linearer Handlung, der sie folgen können. Die ständigen Ortswechsel, die in diesen Sendungen vorkommen, sind für TV Anfänger zu verwirrend.
Schauen Sie sich die Filme, die Sie mit Ihren Kindern sehen möchten, unbedingt zuerst alleine an und prüfen Sie, ob sie für Ihre Kinder geeignet sind. Eine erste Orientierung können die Angebote in den Kinderprogrammen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und im KiKa sowie Internetseiten wie beispielsweise www.flimmo.de, www.kikaplus.net, www.checkeins.de und www.tivi.de geben.
E3: Meine Kinder, vier und sechs Jahre alt, können durch das Fernsehen doch jede Menge lernen, beispielsweise durch „Die Sendung mit der Maus“, „Willi wills wissen“ oder “Löwenzahn“.
Tipp SCHAU HIN!
Diese Sendungen sind speziell für Kinder ab 6 Jahre gemacht. Aber gerade für TV Anfänger, die vielleicht drei oder vier Jahre alt sind, sind sie oft noch zu schwer zu verstehen. Wenn Kinder solche Sendungen sehen, gehen sie in der Regel sehr intelligent damit um. Was sie verstehen, merken sie sich, was sie nicht verstehen, sortieren sie aus und vergessen es. Sie schaden Ihren Kindern nicht, wenn sie – natürlich in Maßen – solche Wissenssendungen sehen. Aber wirklich etwas lernen, was sie dann später auch anwenden können, werden sie nur, wenn sie alt genug dafür sind, diesen Sendungen zu folgen.
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