Eltern fragen - SCHAU HIN! gibt Tipps

Hier schildern Eltern alltägliche Familiensituationen rund um das Thema Kinder und Medien und ihre eigenen Wege, diese zu lösen. Der anschließende SCHAU HIN! Tipp zeigt, welcher Lösungsweg empfehlenswert ist und was Eltern beachten sollten. Haben Sie noch Fragen? Dann wenden Sie sich an SCHAU HIN! Mediencoach Kristin Langer.

Internet: „Was mach‘ ich, wenn…

… ich mit technischen Zeitbegrenzungen kontrollieren will, wie lange meine Kinder am PC sitzen?“

E1: Bei uns zu Hause haben alle Kinder (zehn, zwölf und 15) ihren eigenen Computer. Die stehen aber alle im selben Raum. Die Computer sind so eingestellt, dass sie täglich nur eine bestimmte Zeit nutzbar sind. Jetzt rufen die Kinder tagsüber bei mir auf der Arbeit an und wollen die Zeiten verlängern, weil sie angeblich etwas für die Schule machen müssten. Sind solche Programme zur Zeitbegrenzung da noch sinnvoll?

E2: Bei uns wird das gar nicht so streng geregelt. Ich könnte das technisch auch gar nicht einrichten. Für die Schulaufgaben ist das Internet wirklich immer wichtiger. Da kommt schnell eine Stunde Recherche zusammen. Wenn aber abends die Hausaufgaben nicht gemacht sind, wurde wahrscheinlich wieder mehr gechattet als recherchiert. Dann bleibt der PC für private Sachen mal ganz aus und die Schularbeiten machen wir zusammen.

E3: Wir hatten bei unseren Kindern (elf und 13) auch eine Zeit lang eine technische Zeitbegrenzung eingebaut. Aber das hat sich nicht als sinnvoll erwiesen. Es ist immer wieder passiert, dass sich das Gerät mitten in einer Recherche für die Schule ausgeschaltet hat, weil die Zeit abgelaufen war. Deswegen haben wir die Zeitbegrenzung wieder rausgenommen.

 

Tipp SCHAU HIN!:

Technische Zeitbegrenzungen helfen nur am eigenen Computer zu Hause. Eltern können Ihre Kinder aber nicht immer kontrollieren. Wenn sie bei Freunden sind, die diese Begrenzungen nicht haben, hilft dieser Weg nicht weiter. 

SCHAU HIN! empfiehlt: Wenn sich Ihr Kind hin und wieder etwas exzessiver mit dem Internet beschäftigt, ist das noch nicht unbedingt bedenklich. Programme zur Zeitlimitierung sollten Eltern nur in Ausnahmefällen einsetzen, wenn andere Lebensbereiche (z.B. Freunde, Schule, sport) in den Hintergrund treten. Einige Unternehmen bieten Programme an, die Kindern anzeigen, wie lange sie noch surfen können, bevor der Computer abgeschaltet wird. Das kann Kindern helfen zu lernen, die verbleibende Zeit richtig einzuschätzen.

Besser aber ist es, sich mit Kindern über die PC Nutzung zu unterhalten und Regeln zu vereinbaren, die diese sinnvoll begrenzen. Das öffnet auch Spielräume, wenn der PC für die Schule genutzt wird und eine Recherche tatsächlich länger dauert. Damit zeigen Eltern ihren Kindern, dass sie ihnen zutrauen, verantwortungsvoll mit Verabredungen umzugehen. Außerdem zeigen sie ihnen, dass sie sich dafür interessieren, was ihre Kinder in ihrer Freizeit tun und woran sie Spaß haben.

Sinnvoll ist die Lösung, den Computer in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. So können Eltern jederzeit überblicken, was ihre Kinder gerade machen und wenn nötig eingreifen. Wie der Computer kindersicher gemacht werden kann, zeigt SCHAU HIN! hier.

… ich wissen will, was meine Kinder in sozialen Netzwerken erleben?“

E1: Meine Kinder (elf und zwölf) sind beide bei Facebook. Um mir das Ganze mal anzuschauen, habe ich mich auch dort angemeldet. Meine Freundschaftsanfrage haben aber beide abgelehnt. Sie möchten dort unbeobachtet sein. Aber es würde mich schon interessieren, was sie da machen. Wie kann ich das herausfinden?

Tipp SCHAU HIN!

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder altersgerechte Netzwerke nutzen. Facebook darf man erst ab 13 Jahren nutzen. Anscheinend haben die Kinder im beschriebenen Fall falsche Altersangaben gemacht. Wenn Eltern mitbekommen, dass ihre Kinder schon in jüngerem Alter ein Facebook Profil haben, sollten sie darauf bestehen, dieses zu löschen. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko? Sicher kommunizieren in Chat, Messenger und Community“ von jugendschutz.net, die hier kostenlos heruntergeladen werden kann. Auf der SCHAU HIN! Internetseite finden Eltern Tipps für soziale Netzwerke für Kinder, die auch entsprechend betreut werden. Was Eltern tun können, um die Daten ihrer Kinder im Netz zu schützen, erklärt SCHAU HIN! hier.

Grundsätzlich ist es gut, wenn sich Eltern die Lieblingsseiten ihrer Kinder ansehen und sich so ein Bild über die Sicherheit des Angebots machen. Tipps, was dabei zu beachten ist, und Infos über mögliche Risiken gibt die Website Chatten-ohne-risiko.net. Was Kinder in ihren sozialen Netzwerken erleben, können Eltern jedoch nicht durch Kontrolle herausfinden. Denn tatsächlich möchten Kinder sich auch unbeobachtet bewegen können. Fühlen sie sich kontrolliert, werden sie auch dafür sorgen, dass sie unbeobachtet sind.

Daher sollten Eltern versuchen, durch Fragen und Gespräche herauszufinden, welche sozialen Netzwerke ihre Kinder nutzen und aus welchen Gründen sie das tun. Aber natürlich merken Kinder, wenn Eltern nach ihren Erlebnissen fragen, auch den feinen Unterschied: Sind sie ehrlich interessiert oder wollen sie sie nur neugierig ausfragen?. Wenn Kinder merken, das Interesse ist echt, ergibt sich sicher auch schnell ein Gespräch darüber, wer heute alles „on“ war, wann man sich wieder trifft und worum es so ging. Das eröffnet die Chance, dass Kinder auch zu ihren Eltern kommen, wenn sie Unangenehmes erleben.

Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

… ich Angst habe, meine Kinder verraten zu viel von sich in Sozialen Netzwerken?“

E1: Meine Tochter ist 13. Sie hat ein Facebook Profil. Ich habe sie gebeten, mir zu zeigen, was sie in ihrem Profil über sich erzählt. Aber das möchte sie nicht. Sie sagt, ihr Profil sei gesperrt. Deshalb könne sie ganz genau kontrollieren, wer ihre Daten einsehen kann und wer nicht. Ich wüsste aber schon gerne, was andere sehen können und was nicht. Ist das möglich? 

E2: Ich habe selbst ein Facebook Profil und habe einfach mal versucht, das Profil meines Sohnes (13) anzuschauen. Ich war schockiert, dass er sein Profil überhaupt nicht schützt. Ich konnte alle Angaben und Fotos sehen, obwohl er mich nicht als Freund bestätigt hat. Ich habe ihn dann angesprochen, dass er das ändert. Das hat er auch getan.

E3: Genauso würde ich das auch machen, ich habe einfach einen Bekannten gefragt, der ein Facebook Profil hat, ob er mal nachschauen kann, wie meine Kinder ihre Daten geschützt haben. Mich hat das beruhigt, zu sehen, dass sie ihre Profile nur für Freunde frei gegeben haben.

Tipp SCHAU HIN!

Die Privatsphäreneinstellungen von sozialen Netzwerken – besonders die von Facebook – sind vielfältig und kompliziert. Häufig glauben Kinder, ihr Profil sei geschützt – trotzdem sind viele ihrer persönlichen und privaten Daten einsehbar. Eltern sollten ihren Kindern die Wichtigkeit des Schutzes ihrer persönlichen Seiten klarmachen. Wollen Kinder ihre Profile nicht vorzeigen, ist es in diesem Fall vollkommen legitim, wenn Eltern als Besucher von Facebook selbst prüfen, ob die Profile ihrer Kinder geschützt sind. Das hat mit „ausspionieren“ nichts zu tun. Facebook ist ein öffentlicher Raum, den jeder, der das will, nutzen darf. Genau das müssen Kinder lernen. Was es zu beachten gibt, um sich in Sozialen Netzwerken selbst zu schützen, hat jugendschutz.net auf dem Poster „Sicher chatten!“  zusammengestellt. Das Poster kann ausgedruckt und neben dem Computer aufgehängt werden. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder auf die öffentlichen Informationen ihrer Profile ansprechen und Hilfe bei den Privatsphäreneinstellungen anbieten.

Wir halten nichts davon, Kindern die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken generell zu verbieten. Vorausgesetzt, sie haben das erforderliche Mindestalter, das in den AGBs des jeweiligen Netzwerks angegeben ist, und das soziale Netzwerk ist für das Kind geeignet. Risikoeinschätzungen der bei Kindern beliebtesten Netzwerke finden Eltern im Chat-Atlas der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“. Tipps zu kindgerechten sozialen Netzwerken finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website. Eltern müssen mit ihren Kindern aber über die Notwendigkeit, die eigenen Daten zu schützen, sprechen. Wie das geht, erfahren Eltern hier.  

E1: Meine Tochter sagt, dass ihr Profil nur Freunde einsehen können. Ich glaube ihr das auch. Aber sie hat mehr als 200 Freunde. Wer sind diese Menschen? Ich bin jetzt 38 Jahre alt und habe vielleicht 15 oder 20 Freunde. Wie kann sie mit 13 Jahren 200 Freunde haben? Ich würde gerne wissen, wer diese Menschen sind. Aber sie will mir ihr Profil nicht zeigen. Kann ich sie dazu zwingen?

 

Tipp SCHAU HIN!

Prinzipiell könnten Eltern darauf bestehen, dass Kinder ihnen ihre Profile und Freunde in sozialen Netzwerken zeigen. Wir raten jedoch davon ab, sie dazu zu zwingen.

Denn es ist nur sehr schwer durchsetzbar, wenn ein 13-jähriges Kind sich weigert, das Passwort preiszugeben oder sich im Beisein der Eltern einzuloggen. Darüber hinaus würde das zu einem Vertrauensverlust führen, der kaum wieder zu reparieren ist. Wenn aber ein Kind tatsächlich mal Hilfe braucht, weil es im Internet belästigt oder gemobbt wird, braucht es Eltern, denen es vertraut und die es um Hilfe bitten kann.

Wir empfehlen Eltern, das Thema in einem entspannten Moment anzusprechen. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass sie ihr Interesse und ihre Freude an den sozialen Netzwerken akzeptieren. Und sie sollten ihnen erklären, warum sie mehr über das wissen wollen, was sie in sozialen Netzwerken erleben. Mehr Informationen dazu erhalten Kinder auf der Seite www.watch-your-web.de, wo sie spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Daten im Netz lernen können. Wie sich Kinder selbst schützen können und z.B. auch, warum es gefährlich sein kann, Fremde auf die Freundesliste zu setzen, können sie mit dem Poster „Sicher chatten!“ lernen.  

100%ige Gewissheit über die Erlebnisse in sozialen Netzwerken werden Eltern kaum erhalten, wenn ihr Kind nicht freiwillig darüber berichtet. Das ist nicht anders als im „realen“ Leben, wenn Kinder beispielsweise ohne die Eltern zur Schule gehen. 

Mehr Infos zu sozialen Netzwerken finden Sie in der Broschüre „Surfen ohne Risiko“ , herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und auf der Website Chatten-ohne-Risiko.net.

… mein Kind täglich viel zu lange im Internet surft?“

E1: Ich bin alleinerziehend und arbeite, ich kann tagsüber nicht kontrollieren, was meine Tochter macht. Meine Tochter ist 13. An ihrem 13. Geburtstag hat sie von ihrem Vater einen Laptop geschenkt bekommen und verbrachte seitdem täglich mehrere Stunden im Netz. Ich habe sie gebeten, täglich nicht länger als eine Stunde ins Netz zu gehen, aber sie hielt sich nicht dran. Deshalb habe ich jetzt das Internet abgemeldet. Auf Dauer ist das keine Lösung. Aber wie soll ich meinen Standpunkt sonst durchsetzen?

E2: Ich habe mir ähnlich geholfen, weil es bei uns immer Streit ums Internet gab. Ich ziehe einfach das Internetkabel aus der Steckdose. Und zwar so, dass die Verbindung unterbrochen ist, man das aber nicht sehen kann. Jetzt ist mein Sohn sauer auf die Internetgesellschaft, aber wir haben weniger Streit miteinander.

E3: Ich bin auch alleinerziehend und berufstätig. Ich habe drei Kinder, die sind neun, elf und 13. Auch bei uns gab es ständig Streit ums Internet. Wir haben dann einen Familienrat einbestellt und klare Verabredungen getroffen, wie lange jeder surfen darf: Auch das war nicht leicht,<s></s>aber jetzt ist das verabredet und funktioniert ganz gut.

 

Tipp SCHAU HIN!

Das Abschalten des Internets ist tatsächlich keine Lösung auf Dauer. Aber es ist auch gut, wenn Eltern zeigen, dass sie bereit sind, ihren Standpunkt durchzusetzen. Eine mögliche Alternative wäre es, das Laptop nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn die Mutter zu Hause ist und nachvollziehen kann, wie lange die Tochter vor dem Bildschirm sitzt.

Das sollte aber nur eine Lösung für eine begrenzte Zeit sein, ebenso wie der sehr pragmatische Ansatz, das Kabel zu manipulieren. Eltern sollten sich mit ihren Kindern über die Nutzungszeiten fürs Internet auseinandersetzen und sinnvolle Regeln vereinbaren, beispielsweise durch das Einberufen eines Familienrats. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Kindern zu zeigen, dass sie ihnen vertrauen, diese Zeiten einzuhalten. Im Falle der 13-jährigen Tochter könnten das rund 75 Minuten am Tag sein. Wenn sie zusätzlich noch fernsieht, entsprechend kürzer.

Mehr Infos zu empfohlenen Nutzungszeiten finden Sie auf der SCHAU HIN! Website

… mein Kind im Internet beleidigende, verrohte Sprache nutzt und andere anpöbelt?“

E1: Meine Tochter ist zwölf. Neulich erzählte sie ihrem älteren Bruder (14) beim Essen stolz, wie sie einen Klassenkameraden in einem Chat „fertig gemacht“ hat. Sie hat ihn wohl regelrecht angepöbelt. Als ich sagte, dass ich nicht möchte, dass sie so mit anderen Menschen spricht, meinten beide Kinder, dass das der Umgangston im Netz sei. Muss ich das so hinnehmen? Oder kann ich dagegen etwas tun?

E2: Wir hatten das Problem bei unserem Sohn (13). Der hat sich einen Spaß daraus gemacht, im Internet auf Seiten, auf denen man diskutieren kann, andere zu beleidigen. Beispielweise auf einer bekannten Fußball-Seite, da hat er andere Diskussionsteilnehmer regelrecht angepöbelt, anonym natürlich. Ich habe ihm gedroht: Wenn er das nochmal macht, veröffentliche ich im Netz, wer er eigentlich ist. Dann muss er für seine Pöbeleien gerade stehen.

E3: Ich hatte das bei meinen Kindern auch. Ich habe versucht, das über Verbote zu regeln. Deshalb durften meine Kinder zwei Monate lang nicht ins Internet. Natürlich bin ich mir bewusst, dass sie dann bei Freunden ins Netz gehen. Aber anders weiß ich mir nicht zu helfen. Irgendwie muss ich doch meinen Kindern zeigen, dass es mir damit ernst ist, dass sie sich anständig benehmen.    

 

Tipp SCHAU HIN!

Tatsächlich ist der Ton in vielen Foren und Chats im Internet sehr ruppig. Beiträge können im Schutz der Anonymität, ohne Preisgabe des eigenen Namens veröffentlicht werden. Das verleitet viele dazu, andere zu beleidigen oder sich rüpelhaft im Netz anderen gegenüber zu benehmen. Kinder sollten deswegen moderierte Chats besuchen, wie beispielsweise unter www.seitenstark.de oder www.tivitreff.de. Sie müssen lernen, dass es auch im Internet Regeln gibt, die eingehalten werden müssen. Beleidigungen, Drohungen,  Mobbing – all das ist verboten, on- wie offline. Was Kinder bei der Online-Kommunikation beachten sollten – u.a. auch, was das eigene Benehmen angeht – präsentiert das Poster „Sicher chatten!“

Generell sollten Eltern ihren Kindern Pöbeleien verbieten und ihnen vermitteln, was sie für den richtigen Umgang mit anderen Menschen halten. Sie sollten darüber mit ihren Kindern sprechen, immer wieder. Sie sollten diesen Umgang aber auch im Alltag selbst vorleben. Denn für ihre Kinder sind sie wichtige Vorbilder.

Die Drohung, die eigenen Kinder als Absender der Beleidigung öffentlich zu machen, ist kein geeignetes Mittel. Schließlich sollten Eltern Ihre Kinder anleiten, nicht zu viel von sich im Internet zu verraten.

Auch von einem Internetverbot raten wir ab. Denn die Kinder können zu Freunden gehen und dort weitermachen.

Weitere Informationen zum Thema Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken finden Sie in der Broschüre „Chatten ohne Risiko?“ von jugendschutz.net.

… ich gar nicht möchte, dass mein Kind ins Internet geht?“

E1: Eigentlich will ich nicht, dass meine Tochter (sechs) schon im Internet surft. Ich meine, das kann sie später immer noch lernen. Am liebsten würde ich ihr Internet ganz verbieten. Aber in der Schule wird heutzutage erwartet, dass sie sich damit auskennt. Kann ich ihr das Surfen im Internet verbieten?

E2: Ganz ohne Computer oder Internet geht es wahrscheinlich wirklich nicht. Wir haben zwei Kinder, sechs und zwölf. Der Ältere geht in der Schule mehrmals die Woche in den Computerraum und muss schon einiges wissen. Deshalb führen wir den Jüngeren auch langsam an den Computer heran. Wir lassen beide zu Hause aber nie alleine an den Computer. Mit dem Jüngeren surfen wir gemeinsam oder spielen zusammen ein Lernspiel. Wenn der Ältere am Computer sitzt, sind wir zumindest in der Nähe.

E3: Ich glaube auch, dass man ums Internet nicht herumkommt. Unsere Kinder (neun und elf) haben beide in der ersten Klasse im Unterricht damit angefangen. Zu Hause habe ich eine Filtersoftware und ein eigenes Benutzerkonto für jedes Kind eingerichtet. Wir schauen auch ab und zu mal in die Chronik des Browsers, um zu sehen, welche Seiten sie so besuchen. Bisher gab es noch keine Probleme.

 

Tipp SCHAU HIN!

Dass sich ein sechsjähriges Kind für das Internet interessiert, ist kein Einzelfall. In dem beschriebenen Fall wird die Tochter sicherlich Wege finden, erste Erfahrungen mit dem Surfen im Internet zu machen. Wenn nicht zu Hause, dann bei Freunden oder in der Schule. Es ist besser, Kinder lernen in diesem Alter, wie sie mit dem Internet sicher umgehen können.

Inzwischen nehmen viele Schulen das Thema auf und versuchen, den Kindern die ersten Schritte im Netz beizubringen. Kinder sollen lernen, sich so im Internet zu bewegen, dass sie Gefahren vermeiden können. Ob für die Erledigung der Hausaufgaben tatsächlich der Einsatz von Internet erwartet wird, können Eltern am besten mit den Lehrern direkt klären.

Wenn Kinder das Internet entdecken, sollten Eltern sie bei den ersten Schritten im Netz begleiten. Tipps, wie sie das machen können, geben unter anderem die 10 Goldenen Regeln von SCHAU HIN! sowie das Internet ABC. Eltern sollten ihren Kindern ihre Vorstellung vom richtigen Gebrauch des Internets vermitteln. Dazu gehört auch, die Dauer der Internetnutzung so zu vereinbaren, wie Eltern es für sinnvoll halten. Experten empfehlen, dass ein achtjähriges Kind nicht mehr als 45 Minuten vor dem Bildschirm verbringen sollte, egal ob vor dem Computer oder vor dem Fernseher.  

Mehr Informationen zu empfohlenen Nutzungszeiten des Internets finden Eltern hier. Weitere Infos unter www.surfen-ohne-risiko.de sowie in der Broschüre „Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko“, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Kindgerechte Suchmaschinen und einen sicheren Surfraum für Kinder gibt es unter www.fragfinn.de und www.blindekuh.de Tipps zu guten Seiten erhalten Eltern unter www.klicktipps.net.

… mein Kind auf Internetseiten mit pornographischen Inhalten geht?“

E1: Meinem Sohn (zwölf) ist neulich im Gespräch rausgerutscht, dass er im Internet Bilder von nackten Frauen gesehen hat. Offensichtlich war er auf einer Erotikseite. Ich war erst mal sprachlos, habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht will, dass er sich solche Seiten anschaut. Ich kam mir in dem Moment hilflos vor. Hätte ich strenger sein sollen? Hätte ich ihm das Internet für eine Zeit verbieten sollen?   

E2: Das ist bei meinem Sohn auch schon passiert. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass er auf solche Seiten nicht gehen darf. Sonst ist Schluss mit Internet. Das hat funktioniert. Zumindest hat er nie wieder was von pornographischen Seiten erzählt.

E3: Das scheint ja vor allen Dingen Söhne zu betreffen - bei uns in der Familie war da auch so, unser 13-jähriger hat sich auch verplappert. Ich habe ihn dann einfach gefragt, was denn an diesen Bildern so besonders sei, dass er davon unbedingt erzählen muss. Das war ihm richtig peinlich.

Tipp SCHAU HIN!

Eltern können nicht vollständig verhindern, dass Kinder auf ungeeignete Inhalte im Internet stoßen. Selbst wenn dies am eigenen Computer zu Hause gelingt. Wenn die Kinder bei Freunden am Computer sitzen, können Eltern nicht immer wissen, was dort geschieht. 

Eltern sollten ihren Kindern verbieten, dass sie pornographische Seiten anschauen. Sie sollten aber auch mit ihnen darüber sprechen, warum sie die Inhalte dieser Seiten ablehnen. Die Kinder sollten den Standpunkt der Eltern verstehen und merken, dass sie ihn entschlossen vertreten. Sie sollen aber auch das Vertrauen haben, zu Hause über ihre Internet Erlebnisse berichten zu können, ohne gleich Konsequenzen fürchten zu müssen.

Deshalb rät SCHAU HIN! von generellen Internetverboten ab. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Ihre Kinder gezielt auf der Suche nach "Erwachsenen-Inhalten" sind, sollten Sie dies so weit wie möglich unterbinden. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass Ihre Kinder zu Hause nur in Ihrem Beisein im Netz surfen dürfen, auch, wenn sie schon etwas älter sind. Oder die Eltern installieren eine Filterschutzsoftware bzw. einen Internet-Filter. Achtung: Diese können keinen vollständigen Schutz bieten, sondern beispielsweise nur Treffer beim ersten Surfversuch verhindern. Spielt sich das eher bei Freunden ab, sollten Sie deren Eltern ansprechen und sie bitten, dies zu unterbinden.

Auf der SCHAU HIN! Website erfahren Eltern zudem, wie sie den Computer ihrer Kinder kindersicher machen können. Weitere Infos dazu gibt es auch unter www.jugendschutz.net.

… mein Kind Onlinespiele im Internet spielt, und ich weiß nicht mit wem?“

E1: Meine Tochter (elf) spielt Onlinespiele im Internet. Die Spiele an sich sind ok, sie hat mir die mal gezeigt. Aber ich weiß nicht, mit wem sie da spielt und was für Menschen sich hinter den Namen verbergen. Ich habe Angst, sie erzählt wildfremden Menschen zuviel von sich. Mache ich mir zurecht Sorgen?

E2: Mein Sohn ist acht. Wenn er online spielt, bin ich dabei und sitze nebendran. Er sieht das nicht als Kontrolle, wir spielen dann eben gemeinsam. Das macht Spaß, ich kann sehen, was er da macht und notfalls eingreifen. Er kann mir erklären, wie das Spiel funktioniert.

E3: Meine Tochter ist 13. Ich habe ihr Onlinespiele lange verboten. Erst als sie zwölf war, durfte sie die spielen. Ich wollte, dass sie versteht, dass das fremde Menschen sind, mit denen sie spielt und dass sie da aufpassen muss, was sie über sich erzählt.

Tipp SCHAU HIN!:
Bei Onlinespielen besteht tatsächlich das Risiko, dass Kinder zu viele Daten von sich preis geben. Das fängt bereits bei der Registrierung an. Eltern sollten unbedingt dabei sein, wenn ihre Kinder sich registrieren. Vorsicht bei Angeboten, die nach der Telefonnummer oder der Adresse fragen. Seriöse Angebote können Eltern daran erkennen, dass sich die Kinder nicht ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern registrieren können. Das ist beispielsweise beim tivi.treff der Fall. Unter www.blinde-kuh.de finden Kinder eine Datenbank mit Onlinespielen, die sie nutzen können, ohne persönliche Daten von sich preis zu geben.

Die Idee, Onlinespiele gemeinsam mit den Kindern zu nutzen, finden wir sehr gut. Die Kinder können den Eltern erklären, wie die Spiele funktionieren und warum es sie ihnen so viel Spaß macht, sie zu spielen. Eltern können ihren Kindern spielerisch zeigen, wie sie sich richtig Verhalten und worauf sie achten sollten. Dabei sollten sie ihren Kindern vermitteln, dass sie gegen andere „echte“ Menschen spielen und deshalb nicht zuviel von sich preisgeben sollten. Zudem sollten sie ihren Kindern das gute Gefühl geben, dass sie sich jederzeit an sie wenden können, sollte jemand merkwürdige Dinge fragen. Außerdem bekommen Eltern einen Eindruck von den Spielen ihrer Kinder und können beurteilen, ob die Spiele wirklich für sie geeignet sind.

Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.

Hinweise zu altersgerechten Spielen finden Eltern unter www.surfen-ohne.risiko.net und unter www.klick-tipps.net.

Spielbeurteilungen und Altersempfehlungen von der Bundeszentrale für politische Bildung können Eltern unter www.spielbar.de nachlesen.

… mein Kind in Onlinespielen echtes Geld verspielt?“

E1: Neulich musste ich mich richtig ärgern über meinen Sohn (elf). Als ich in mein Paypal Konto geschaut habe, finde ich eine Abbuchung von 20 Euro. Den Empfänger kannte ich nicht. Als ich bei Paypal anrief, erklärte man mir, dass der Empfänger eine Spieleseite sei. Der Zugriff erfolgte offensichtlich von unserem Rechner, und zwar an einem Nachmittag, an dem ich nicht zu Hause war. Es stellte sich heraus, dass mein Sohn ein kostenloses Onlinespiel (ab zwölf) genutzt hat und Goldtaler dazu kaufte, die er über mein Paypal Konto bezahlte. Muss ich die 20 Euro bezahlen? Wieso kostet ein kostenloses Spiel Geld?

E2: Das ist uns auch passiert. Ich habe die 20 Euro bezahlt und meinem Sohn vom Taschengeld abgezogen. Der macht das bestimmt nicht mehr. Ich habe außerdem gehört, dass solche Spieleseiten mit empfindlichen Geldbußen drohen, wenn man die Spielgebühren nicht bezahlt. Ich denke, durch mein Vorgehen hat mein Sohn etwas gelernt und ich hatte weniger Ärger.

E3: Wie kam Ihr Sohn an das Paypal Passwort ran?

E1: Das habe ich auf dem Computer gespeichert. Ich dachte nicht, dass er das findet.

E3: Wir haben überhaupt keine Passwörter oder Kreditkartennummern auf unseren Computer gespeichert. Sicher ist sicher, da kann so etwas nicht passieren.

Tipp SCHAU HIN!:

Viele angeblich kostenlose Onlinespiele sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Richtig interessant werden diese oft erst, wenn man „Extras“ dazu bucht. Damit kann man zum Beispiel seine eigene Spielfigur stärker machen. Das kostet Geld. Im beschriebenen Fall kommt hinzu, dass das Spiel ab zwölf, das Kind aber erst elf ist. Das hätte der Spieleanbieter prüfen müssen. SCHAU HIN! rät, in so einem Fall mit einer Verbraucherzentrale zu sprechen, was zu tun ist. Ein Verzeichnis der Verbraucherschutzzentralen in Deutschland finden Eltern hier.

Eltern sollten sicher stellen, dass Kinder nicht an das Paypal Konto oder an die Nummer ihrer Kreditkarte kommen. Wenn Kinder die finden, kann die Versuchung manchmal eben doch zu groß sein. Wenn es dazu kommt, dass Kinder mit dem Geld der Eltern bezahlen, sollten Eltern mit ihren Kindern über den Vorfall sprechen und ihnen erklären, was passiert ist. Es ist in Ordnung, wenn das Kind sich zumindest an dem entstandenen Schaden beteiligt. Aber dann sollte der Fehler auch wieder verziehen sein. Denn ein elfjähriges Kind kann sich im Eifer des Spiels schon mal dazu hinreißen lassen, mit dem Passwort der Eltern Goldtaler zu kaufen. Auch wenn es eigentlich weiß, dass es das nicht darf. Und eine Mitverantwortung haben die Eltern auch, wenn sie ihre Passwörter nicht von ihren Kindern fernhalten.

… mein Kind ständig online spielen will, um nichts zu verpassen?“

E1: Unser Sohn (13) spielt mit Freunden seit einigen Wochen ein Online Rollenspiel. Das wird zu einer richtigen Belastung. Wenn wir essen, wenn wir am Wochenende etwas unternehmen möchten, wenn wir abends den Computer ausschalten wollen – immer gibt es Streit. Er möchte dann immer noch eine Aktion zu Ende machen. Wenn er das getan hat, geht das gleiche von vorne los. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm das Spiel verbieten soll. Wäre das richtig?

E2: Wir haben das so gelöst, dass unsere Tochter mit ihren Freundinnen feste Spielzeiten verabredet. Beispielsweise montags und donnerstags von fünf bis sieben. In den Tagen dazwischen bleibt der Computer aus. Weil sich alle dran halten, kann unsere Tochter auch nichts verpassen, wenn sie abschaltet.

E3: Wir haben unserem Sohn, zehn Jahre alt, Rollenspiele ganz verboten. Er steigert sich da so rein, dass er keinen Weg findet, aus dem Spiel wieder raus zu kommen. Spiele am PC gibt es jetzt nur offline, und nur gemeinsam mit Mama oder Papa. Es macht ihm Spaß, mit uns zu spielen. Außerdem hat er keinen Stress mehr, weil er glaubt, sich in einer Gruppe beweisen zu müssen.

Tipp SCHAU HIN!:

Die wichtigste „Währung“ für Online Rollenspiele ist Zeit. Je erfolgreicher ein Spieler sein will, desto mehr Zeit muss er in ein Spiel investieren. Deshalb sollten Eltern vor Beginn eines Spiels mit ihren Kindern darüber reden, wie viel Zeit das Spiel im Alltag einnehmen darf. Die zeitliche Beschränkung bedeutet, dass man nicht unter den Besten mitmischen kann, sondern das Spiel nur zum Spaß spielt. Wenn Kinder das von vornherein verstehen, können sie leichter akzeptieren, dass das Spiel nach einer verabredeten Zeit wieder abgeschaltet wird.

Rollenspiele gehen immer weiter. Wenn Kinder abschalten sollen, haben sie Angst, etwas zu verpassen. Und oft verpassen sie tatsächlich etwas. Denn das Spiel läuft weiter, und es kann durchaus sein, dass es genau zu dem Zeitpunkt zu einer entscheidenden Situation kommt, wenn die Eltern wollen, dass der Computer ausgeschaltet wird. Für Kinder kann das zu einem ernsthaften inneren Konflikt führen. Gemeinsam mit ihren Freunden haben sie auf diese Situation hingearbeitet. Jetzt müssen sie ihre Freunde genau in dem Moment im Stich lassen, in dem diese ihre Unterstützung im Team brauchen und sich auf sie verlassen.

Die Lösung, mit Freunden eine Verabredung zu treffen, zu welchen Zeiten gespielt wird, finden wir gut. Es ist auch in Ordnung, solche Spiele ganz zu verbieten, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder damit noch nicht zurecht kommen. Auf alle Fälle sollten Eltern mit ihren Kindern feste Verabredungen treffen, wann und wie lange diese spielen dürfen. Ist das Spiel gerade dann besonders spannend oder an einem entscheidenden Punkt, sollten Eltern abwägen, ob es der Tagesablauf zulässt, dass der Computer ausnahmsweise etwas länger an bleibt. Das sollte jedoch durch kürzere Spielzeiten an anderen Tagen wieder ausgeglichen werden.

Tipps rund ums Thema Onlinespiele finden Eltern hier.

Eltern, die den Eindruck haben, ihre Kinder nicht mehr zu erreichen, können sich über die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Suchtvorbeugung informieren oder sich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden, die sie im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden.

… ich die neuen Angebote auf dem Medienmarkt gar nicht mehr verstehe?“

E1: Ständig kommen neue technische Geräte und Anwendungen auf den Markt, die ich zum Teil gar nicht verstehe. Ich habe oft das Gefühl, dass mein Sohn (zwölf) sich besser auskennt als ich. Besonders wenn es um Spiele, Handys oder Computer geht.

E2: Mir geht das auch oft so. Aber für mich ist ganz klar: Was ich nicht verstehe, kommt mir nicht ins Haus. Meine Kinder müssen ja auch nicht gleich alles haben, was neu auf den Markt kommt.

E3: Ich gehe manchmal mit meiner Tochter (elf) in die entsprechenden Geschäfte und lass mir von ihr erklären, was es so Neues gibt. Sie findet das toll, wenn sie mir das zeigen kann und mehr weiß als ich. Ob die Sachen dann alle sinnvoll sind oder nicht, weiß ich dann natürlich noch nicht. Das ist manchmal sehr schwer einzuschätzen.

Tipp SCHAU HIN!

Kinder bekommen oft sehr rasch mit, wenn etwas Neues auf dem Markt ist. Und sie finden diese neuen Dinge meist toll und wollen sie gerne haben – da sind sie nicht anders als Erwachsene.

Die Idee, sich von den Kindern erklären zu lassen, welche Neuigkeiten es gibt und wie die funktionieren, ist eine schöne Idee. Aber sie sollte nicht die Grundlage für eine Kaufentscheidung sein.

Bevor Eltern ein neues Gerät oder ein neues Spiel kaufen, sollten sie sich darüber klar werden, ob sie das Geld dafür überhaupt ausgeben möchten und können. Zudem sollten sie die zahlreichen Informationsangebote wahrnehmen, bei denen Sie sich informieren können, ob ein Angebot für Kinder geeignet ist oder nicht. Im SCHAU HIN! Initiativen-Atlas finden Sie Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können.

Darüber hinaus können sich Eltern bei Freunden und Bekannten über neue Geräte erkundigen. Vielleicht besitzen sie das fragliche Gerät ja schon. Dann können Eltern gleich fragen, ob die Anschaffung sich bewährt hat, ob sie den Familienalltag verändert hat und ob das Interesse der Kinder an dem neuen Gerät anhält. Wenn die Freunde das Gerät für ein paar Tage verleihen, können Eltern mit ihren Kindern ausprobieren, ob das Gerät für die Kinder geeignet ist und ob das Interesse länger als ein paar Tage anhält.

Wenn Eltern unsicher sind, ob etwas für ihr Kind geeignet ist, sollten sie von einer Anschaffung absehen.

… ich empfehlenswerte Bücher für meine Kinder suche?“

E1: Meine Kinder sind sieben und neun, beide sind richtige Leseratten. Gerne würde ich sie beim Lesen unterstützen. Wo finde ich denn Tipps zu empfehlenswerten Büchern?

E2: Unser Sohn geht in die erste Klasse. Seine Grundschule hat sich dafür stark gemacht, dass Eltern mit ihren Kindern am Antolin Programm teilnehmen. Das ist ein Programm, das aus der Schweiz kommt. Die Idee ist ganz simpel: Unser Sohn liest abends in einem Buch. Manchmal lesen wir uns die Geschichten auch im Wechsel gegenseitig vor. Im Anschluss daran muss er gemeinsam einige Fragen zu dem Buch beantworten. Für jede richtig beantwortete Frage gibt es Punkte. Geeignete Bücher und die Fragen dazu holen wir uns aus dem Internet, unter www.antolin.ch.

Tipp SCHAU HIN!

Gerade die Lesefähigkeit ist eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kinder lernen, mit elektronischen Medien sinnvoll umzugehen.

Unter www.schau-hin.info finden Eltern die monatlichen Buchtipps für Lesestarter, die die Stiftung Lesen herausgibt.

Die Stiftung Lesen veröffentlicht darüber hinaus auf ihrer eigenen Internetseite regelmäßig Buchtipps für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen. Weitere Lesetipps finden Eltern unter www.kinderbuch-couch.de, wo eine Sortierung der vorgeschlagenen Bücher nach Alter möglich ist, sowie unter www.hanisauland.de.

Außerdem finden Eltern unter www.djlp.jugendliteratur.org die Liste der Nominierten für den deutschen Jugendliteraturpreis. Die nominierten Titel sind auf alle Fälle empfehlenswert.

... mein Kind sich in einem sozialen Netzwerk angemeldet hat, für das es in meinen Augen zu jung ist?

E1: Meine Tochter (11 J.) hat mir erzählt, dass sie ihren nächsten Geburtstag über Facebook organisieren will. Dabei hat sie mir gesagt, dass sie schon ein eigenes Profil bei Facebook hat, sie hat sich angemeldet, ohne mich zu fragen. Sie hat das gemacht, weil ihre Freundinnen gedrängelt haben, ein Profil anzulegen. Ich finde, sie gehört noch nicht in Facebook. Kann ich ihr das einfach verbieten?

Der SCHAU HIN! Tipp!
Eltern haben das Recht, ihren Kindern eine Mitgliedschaft bei Facebook zu verbieten und das Profil ihres Kindes löschen zu lassen. Wie das funktioniert, beschreiben wir unter www.schau-hin.info. Allerdings: Ein Verbot ist schnell ausgesprochen, wirkt aber nicht auf Dauer. Denn oftmals stehen Kinder unter Druck, sich dort anzumelden. Wenn beispielsweise der ganze Freundeskreis schon ein Profil hat, befürchten Kinder vielleicht, ausgegrenzt zu werden, wenn sie nicht bei Facebook sind, und melden sich heimlich an. Erklären Sie Ihren Kindern, warum Sie gegen eine Facebook Mitgliedschaft sind.

E2: Unsere Tochter ist 12 Jahre alt und wir haben ihr erlaubt, sich auf schuelerVZ anzumelden, ein soziales Netzwerk, bei dem ich das Risiko einigermaßen einschätzen kann. Aber sie liegt uns täglich in den Ohren, angeblich seien alle ihre Freundinnen bei Facebook. Wir spielen mit dem Gedanken, es ihr zu erlauben, aber unter der Bedingung, dass wir mit ihr befreundet sind. Dann können wir immer sehen, mit wem sie Kontakt hat und können eingreifen, wenn etwas vorgeht, womit wir nicht einverstanden sind.

Der SCHAU HIN! Tipp!
Facebook ist das soziale Netzwerk mit den meisten Mitgliedern. Viele Kinder wollen in Facebook Mitglied werden oder sind schon Mitglied. Facebook selbst erlaubt die Mitgliedschaft ab 13 Jahren. Wir meinen, eine Mitgliedschaft bei Facebook ist für Kinder und Jugendliche generell nicht zu empfehlen. Sie ist mit besonderen Risiken verbunden, die Kinder und Jugendliche oft nicht einschätzen können.

Auch wenn die Kinder 13 Jahre alt sind, liegt die Entscheidung über eine Facebook Mitgliedschaft bei den Eltern. Eltern müssen selbst einschätzen, ob ihre Kinder mit den Risiken, die mit einer Facebook Mitgliedschaft verbunden sind, umgehen können. Auf alle Fälle sollten Eltern mit ihren Kindern über diese Risiken sprechen und ihnen zeigen, wie sie ihre Daten bestmöglich schützen. Anleitungen, wie das funktioniert, finden Sie unter www.schau-hin.info.

Hinweise zur Nutzung

Für eine einfache und schnelle Suche, sind die Fragen nach Medienarten (TV, Internet, Games und Handy) und Situationen sortiert. Klicken Sie einfach auf das jeweilige Icon und finden Sie alle Antworten und Tipps zum Thema.

Damit Sie die Gespräche verfolgen können, haben wir die Beiträge der Eltern durch ein E kenntlich gemacht. Die Kürzel E1, E2 und E3 stehen also für drei verschiedene Eltern, die sich zur jeweiligen Frage geäußert haben.


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