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Aktuelle Kinderstudie ARD/ZDF - Gute Freunde sind wichtiger als der Fernseher

Beunruhigende Meldungen über Deutschlands dicke Kinder beherrschten in den vergangenen Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der Nachwuchs bewege sich zu wenig und hänge ständig vor dem Fernseher, der Spielkonsole oder dem Computer. Ein differenzierteres Bild liefert nun eine Studie, die sich mit dem Freizeit- und Medienverhalten von kleineren Kindern befasst. Demnach ist Spielen, drinnen wie draußen, und das Treffen von Freunden deren wichtigste Beschäftigung.

 

03.11.2007

Nichtsdestotrotz hat selbst bei Klein- und Vorschulkindern auch die Mediennutzung bereits große Bedeutung. So schauen beispielsweise 58 Prozent der Zwei- bis Dreijährigen schon täglich oder fast täglich fern. Im Vorschulalter steigt die Quote dann auf 69 Prozent an. Das ist ein Ergebnis der Studie "Kinder und Medien 2003" der ARD/ZDF-Medienkommission. Das Fernsehen könne somit laut Studie, in der 245 Erziehungsberechtigte befragt wurden, bereits in dieser Altersgruppe als Leitmedium bezeichnet werden. Allerdings erfolgt die TV-Nutzung überwiegend gemeinsam mit anderen, wobei "Erwachsenen als `Ko-Zuschauer´ eine größere Rolle spielen als andere Kinder".Insgesamt verbringen Zwei- bis Fünfjährige 162 Minuten täglich mit Medien (zum Vergleich: Spielen, Malen etc. 229 Minuten). Neben dem Fernsehen gehören dabei für ein Drittel der Kinder Bücher zum Alltag, danach kommt das Radio (30 Prozent) sowie das Hören von Hörspielen (16 Prozent) und Musik von Tonträgern (15 Prozent). Auffallend sei, sagt die Medienforscherin und Jugendschutzbeauftragte des RBB, Inge Mohr, die an der Studie beteiligt war, "dass immer mehr Kinder Verfügungsgewalt über die Medien haben". Im Klartext: 40 Prozent der Kleinkinder besitzen eigene Kassettenrekorder, in sieben Prozent der Kinderzimmer steht sogar ein Fernseher.Spielkonsolen, Handys und Computer, denen bei Schulkindern bereits große Bedeutung zukommt, spielen im Vorschulalter dagegen noch keine Rolle. Jedoch zeigen sich schon in dieser Altersgruppe geschlechtsspezifische Unterschiede beim Mediengebrauch: Mädchen nutzen Radio, Tonträger oder Bücher nicht nur häufiger als Jungen, sondern auch länger. Jungen wenden sich laut Studie dagegen etwas häufiger dem Fernsehen zu.Überraschend ist die Erkenntnis, dass Einzelkinder nicht häufiger vor dem Fernseher hocken als Kinder mit Geschwistern - im Gegenteil. Einzelkinder weisen bei allen Medienformen außer Comics eine deutlich geringere Nutzungsrate auf. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass diesen Kindern, rein aus Kapazitätsgründen, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden kann.Dennoch ist es offenbar weder in kleinen noch großen Familien zu vermeiden, dass das TV-Gerät zuweilen als Babysitter herhalten muss. Fast jeder Zweite der Befragten räumte ein, sein Kind fernsehen zu lassen, wenn man Zeit für etwas anderes brauche. Zehn Prozent gaben gar an, ihr Kind soviel gucken zu lassen, wie es möchte.

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Untersuchung zeigten, so die Forscher, dass das Aufwachsen der Kinder heutzutage von Beginn an von Medien begleitet und durch Medien geprägt werde. Dass das Fernsehen dabei der wichtigste Sozialisationsfaktor sei, "unterstreicht, wie wichtig kindgerechte Angebote im TV sind".


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