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SCHAU HIN! empfiehlt: - Das wandelnde Schloß

Herausragendes Anime des japanischen Altmeisters Hayao Miyazaki, das aus verschiedenen Mythen schöpft und anrührende Liebesgeschichte, Märchen und Antikriegsfilm zugleich ist.

 

20.02.2006

Zurückgezogen arbeitet die schüchterne Sophie als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters, während ihre extrovertierte Schwester in der Stadt längst Karriere gemacht hat. Nur selten verirrt sich Sophie dorthin, denn sie hängt sehr an ihrer vertrauten überschaubaren Umgebung. Eines Tages lernt sie in der Stadt den gut aussehenden galanten Zauberer Hauro kennen, in den sie sich spontan verliebt. Von einer eifersüchtigen Hexe wird sie deshalb in eine alte Frau verwandelt. Sie begibt sich auf die Suche nach Hauro, der allein den Fluch aufheben kann. Hauros wandelndes Schloß sieht aus wie ein riesiges mechanisches Monster mit vier Türen in unterschiedliche Welten und Zeiten und wird vom Feuerteufel Calcifer bewacht. Von Hauro zunächst nicht erkannt, arbeitet Sophie dort als Putzhilfe. Sie steht ihm unerschütterlich auch dann zur Seite, als er vom König den Auftrag erhält, das Land vor einem heraufziehenden Krieg zu bewahren. Dank ihrer großen Liebe gelingt es ihr, Hauro vor der Vernichtung zu retten und alles zum Guten zu wenden.Seit Regisseur Hayao Miyazaki für "Chihiros Reise ins Zauberland" auf der Berlinale 2002 den Goldenen Bären erhielt, ist der japanische Meisterregisseur des anspruchsvollen Anime auch hierzulande einem breiten Publikum bekannt. In seinem neuen Werk verbindet er mit großer Kreativität und überbordender Fantasie Märchen- und Mythenelemente aus östlichen wie westlichen Kulturkreisen. Entstanden ist ein ausgewogenes wie anrührendes modernes Märchen über Toleranz und Humanität. Deutlich erkennbar ist Miyazakis unverwechselbare Handschrift: Anrührende poetische Momente setzt er mit der brutalen Alltagsrealität eines Krieges in Beziehung. Obwohl das Naturverständnis und die Welt der Geister und Dämonen eher japanischen Traditionen entsprechen, wirkt der Film mit seinen Kulissen auch sehr europäisch. Das Märchen erschließt sich durch seine universelle Geschichte bereits Kindern, bietet aber auch Erwachsenen noch genügend Anreiz.Japan 2004, 119 Min.
Regie: Hayao Mayazaki
FSK: ab 6 Jahre, empfohlen ab 8 Jahre
DVD (Kauf): Universum Film

 


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