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Artikel Detail

Die Glücksstudie des ZDF - Deutschlands glückliche Kinder und die Medien

Familie, Freunde, Freizeit sind die drei Säulen des Glücks. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Studie, die das Glücksempfinden von Kindern im Alter zwischen vier und 13 Jahren untersucht hat.

Auf dem Fachkongress "Wunschlos glücklich?" am 15. und 16. November 2007 wurden die weiteren Ergebnisse im ZDF präsentiert.

11.12.2007

Die Überraschung: Deutsche Kinder schätzen sich selbst überwiegend als glücklich oder total glücklich ein. Entscheidend sind hier Familie und Freunde. Ein durch Liebe, Anerkennung und Unterstützung geprägtes familiäres Klima sowie gemeinsame Aktivitäten fördern das Glück. Glücksmomente der 4-Jährigen sind beispielsweise das Kuscheln mit den Eltern, die Geburt eines Geschwisters oder ein Haustier als Geschenk.

Mit steigendem Alter werden die Freunde wichtiger. 42% der befragten Kinder, die sich täglich mit Freunden treffen, schätzen sich als sehr glücklich sein. Dagegen sind es nur 17% bei den Kindern, die sich selten oder nie mit Anderen treffen. Der Austausch mit Gleichaltrigen, gemeinsame Unternehmungen oder lediglich die Abwesenheit von Unglück – das sind für 10-Jährige Momente des Glücks.Vor allem die Schule stört oder hebt das Glücksempfinden: Kinder, die leicht lernen und ihren Unterricht als spannend erleben, sind meist glücklich. Weniger Glück erleben Heranwachsende, die sich täglich in die Schule quälen und lange Zeit mit den Hausaufgaben verbringen. Generell macht es Kinder glücklicher, wenn ihnen genug Freizeit bleibt.

Ebenso ist die Armut der Eltern ein Glückskiller – vor allem dann, wenn der Familie ein Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1500,- Euro zur Verfügung steht. Ist dieses Minimum überschritten, geht es den Kindern gut. Das Glück steigt dann nicht proportional zur Höhe des Einkommens, sondern bleibt gleich: Das Kind eines Millionärs ist nicht glücklicher als das Kind eines Büroangestellten. Die Höhe des Taschengeldes ist gleichsam unerheblich.Je älter die Kinder werden, umso weniger glücklich fühlen sie sich. Sie wissen bereits: Glück ist verfehlbar – und nähern sich damit schon einer erwachsenen Glückswahrnehmung an.

In der Lebensphase der Pubertät, wenn Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle zunehmen, stellen Medien Erfahrungsnischen gegen das „verlorene Glück“ dar. Medien wirken als Parallelwelten, in denen Heranwachsende ihren Tagträumen und Größenfantasien, etwa nach einem Superstar-Dasein, nachgehen können.

Insgesamt wirkt sich die Mediennutzung nicht auf das globale Glücksempfinden aus. Allerdings können die Medien einzelne Glücksmomente auslösen. So erzählen beispielsweise viele der jüngeren, befragten Kinder: „Glück ist für mich, wenn ich fernsehen darf“Die wichtigsten Ergebnisse der Studie als Download

Auf einem Fachkongress von ZDF und tabaluga tivi am 15. und 16. Nov diskutierten Experten und prominente Gäste die Rahmenbedingungen von Kinderglück

 

Stand: November 2007

Autorin: Alexandra Durner