Projektbüro "SCHAU HIN!"
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Kinder - und Jugendstudien - PC, Internet und Handy - Die Bedeutung wächst
Auch, wenn sich die Lebenswelten von jungen Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren nicht dramatisch verändert haben, spielen Computer, Internet und Handy eine immer bedeutendere Rolle. Zu diesem Schluss kommen unabhängig voneinander mehrere Studien, die sich mit der Mediennutzung im Alltag von Schulkindern und Jugendlichen auseinandersetzen.
So widmen nach der ARD/ZDF-Studie "Kinder und Medien 2003" die 6- bis 13-Jährigen zwar nach wie vor die meiste medial verbrachte Zeit dem Fernseher (83 Prozent schauen täglich oder fast täglich) oder dem Radio, doch die neuen Medien holen auf. Während im Vorschulbereich der Computer so gut wie keine Rolle spielt, benutzen immerhin 61 Prozent dieser Altersgruppe den Computer zumindest einmal pro Woche; jeder Fünfte geht sogar täglich an den Rechner. Laut der KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zählten 2003 mit 62 Prozent zudem erstmals mehr computererfahrene Mädchen als Jungen zu denen, die zumindest ab und zu auch das Internet nutzen.Für Sabine Feierabend, Medienforscherin und Mitautorin der Studie, ist die rege Mediennutzung durchaus auch ein Zeichen von gestiegener Medienkompetenz. Allerdings müsse unterschieden werden zwischen der reinen Handhabung - Feierabend: "Das ist unproblematisch, die Kinder haben meist weniger Ehrfurcht vor den Geräten als wir."- und der sinnvollen Medienintegration in den Alltag.
Der spielerische Einstieg sei zwar begrüßenswert, "doch der zweite Schritt: was kann ich mit dem Ding sonst noch machen, passiert nicht automatisch." Die Expertin sieht gerade bei Kindern aus finanziell weniger gut gestellten Familien die Gefahr, dass diese in der reinen Spielewelt hängen bleiben. Hier sind also die Eltern gefordert. Tatsächlich aber surft beispielsweise ein Drittel der Schulkinder laut Untersuchung häufig alleine im Internet, bei 39 Prozent sitzt meist ein Erwachsener dabei.Die Suche nach Informationen für die Schule führt dabei die Liste der regelmäßigen Internetaktivitäten an, dicht gefolgt von der Recherche nach bestimmten Themen und dem Versenden von E-Mail. Zu den häufigsten Betätigungen am Computer zählen jedoch nach wie vor Spiele (70 Prozent). Allerdings geben auch 45 Prozent an, den Rechner regelmäßig für die Schule oder für Lernprogramme zu nutzen.Deutlich sind in allen Untersuchungen geschlechtsspezifische Unterschiede. Während die Spielkonsole laut ARD-ZDF-Studie deutlich mehr Jungen fasziniert, lesen Mädchen mehr oder hören Musik. "Außerdem nutzen sie das Handy intensiver als Kommunikationsmittel", so die Forscher. Immerhin ist nach der KIM-Studie bereits ein Viertel der 6- bis 13-Jährigen im Besitz eines eigenen Mobiltelefons. Noch extremer zeigt sich die Entwicklung bei den Jugendlichen: Nach Ergebnissen der JIM-Studie, die die 12- bis 19-Jährigen in den Fokus nimmt, hat sich die Handy-Ausstattungsrate mit 86 Prozent innerhalb von fünf Jahren mehr als Verzehnfacht. "Durch das Handy aber auch durchs Internet entwickeln sich völlig neue Kommunikationswege, die stetig an Bedeutung gewinnen", meint die Berliner Medienforscherin Inge Mohr. So empfinden Jugendliche und jungen Erwachsene zwar nach wie vor das Fernsehen als wichtigstes Medium, der Computer hat jedoch das Radio auf den Dritten Platz verdrängt. Für Mohr ist das nicht überraschend. Das Arbeiten am Computer plus Recherche im Netz sei künftig "eine der Grundfertigkeiten wie Lesen und Schreiben".In der Tat nimmt das Internet beim Thema Ausbildung und Beruf nach der JIM-Studie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Spitzenposition ein, "Informationen über Liebe und Partnerschaft werden aber noch immer am häufigsten in Zeitschriften gesucht". Allerdings: Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift HÖRZU haben 93 Prozent dieser Altersgruppe nach eigenen Angaben viele Freunde, mit denen sie sich gut verstehen. Lediglich sieben Prozent ziehen demnach häufig den PC oder Fernseher einem Treffen mit der Clique vor.






