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Artikel Detail

Interview mit Freya Loft - Jungs wollen Action, Mädchen Veranwortung

Kind ist nicht gleich Kind. In den Spielvorlieben unterscheiden sich Mädchen und Jungs ganz erheblich. Wie genau, das verrät Freya Loft, Geschäftsführerin des Hamburger Softwarepublisher dtp young entertainment im Gespräch mit SCHAU HIN!.

24.12.2007

Frau Loft, spielen Mädchen anders? Nutzen Sie Software überhaupt in dem Maße wie Jungen?

Die Mädchen interessieren sich für andere Themen, achten auf mehr Details und bevorzugen andere Spielegenres als Jungen. Wenn Mädchen spielen, dann sind sie in ihrem Spielverhalten genauso engagiert wie das andere Geschlecht.

Worin unterscheiden sich die Spielvorlieben der Mädchen von denen der Jungen?

Jungen interessieren sich für Spiele, deren Aufbau und grafische Umsetzung Erwachsene ansprechen. Sie wollen genauso herausgefordert werden, wie 20- oder 30-jährige Gamer. Während Jungen Action wollen, wünschen sich Mädchen lange Spieldauer, Verantwortung und Multitaskingaufgaben rund um Themen, die sie auch im Alltag begeistern. Ein solches Thema sind Pferde. Diese Überlegungen führten uns vor sieben Jahren zum entscheidenden Schritt: Mit der Veröffentlichung der Reitsimulation "Riding Star" entdeckten wir das Genre "Pferdespiel".

Worauf achten Sie besonders, wenn Sie Software für Mädchen entwickeln?

Die Erwartungen der Mädchen sind hoch: Sie wünschen, dass sich die virtuellen Pferde genauso bewegen und verhalten wie ihre Artgenossen im Stall. Aus diesem Grund sind die realistische, detailreiche Grafikumsetzung und authentischer Spielverlauf von großer Bedeutung bei der Spielentwicklung. Verschiedene Schwierigkeitsstufen, die aufeinander aufbauen, sorgen für Abwechselung und fordern die Spielerinnen jedes Mal aufs Neue heraus.

Tiere und speziell Pferde scheinen Mädchen auch in Spielesoftware besonders anzusprechen. Gibt es auch andere Themen für Mädchen?

Neben den Tierspielen gibt es Lizenzthemen wie Harry Potter oder Ice Age, die bei beiden Geschlechtern gut ankommen. Auch Lifestylesimulationen wie Sims sind ein beliebtes Thema bei Mädchen und jungen Frauen.

Spiele-Software scheint meist für männliche Spieler entwickelt worden zu sein. Gibt es keinen Markt für Mädchen-Software oder fehlt den Entwicklern nur die nötige Fantasie?

Der Markt für Mädchensoftware ist zwar jung, aber mittlerweile sehr umfangreich. Jährlich erscheinen im deutschsprachigen Raum rund 100 Kinderspiele für PC und Konsole. Fast die Hälfte davon richtet sich speziell an Mädchen. Das Computerspiel entwickelt sich zu einem Massenmedium, dessen Nutzung selbstverständlich ist. Eine neue Spielerinnengeneration wächst heran.

Spielentwickler für Mädchen, sind das eher Frauen oder Männer?

Spielentwickler sind meistens Männer, da bis jetzt nur wenige Frauen das technische Knowhow beherrschen. Unter den Grafikern und Gamedesignern für Kinderspiele steigt der Frauenanteil. Die Ideen und Konzepte für unsere Mädchenspiele entstehen in einem Team, das zu einem großen Teil aus Frauen besteht.


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