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Studie zur Mediennutzung: Computer und Internet werden bei Kindern immer beliebter

Mit der KIM-Studie (Kinder und Medien, Computer und Internet) untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) regelmäßig das Mediennutzungsverhalten von Kindern. Kürzlich stellte der mpfs die neuesten Zahlen vor. Zentrales Ergebnis: Während der Fernseher weiterhin das liebste Medium von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren ist, steigt das Interesse an Computer und Internet.

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15.05.2009

 

Vor der „Flimmerkiste“ verbringen Kinder doppelt so viel Zeit wie vor dem Computer. Dennoch kommt dem Rechner im Alltag der Kinder eine wichtige Rolle zu. Jedes zweite Kind im Alter von 6 und 7 Jahren hat bereits Erfahrungen am PC gesammelt; bei den 12- bis 13-Jährigen gehört der Computer inzwischen zum Alltag. Insgesamt betrachtet nutzen drei Viertel der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren zumindest selten einen Computer. Am häufigsten schalten Kinder den Rechner zum Spielen an: Sowohl allein (62 Prozent) als auch gemeinsam mit anderen (50 Prozent) spielen sie oft am Computer. Die nächstliebste Tätigkeit ist das Surfen im Internet (49 Prozent), gefolgt vom Arbeiten für die Schule (44 Prozent) oder der Beschäftigung mit Lernprogrammen (42 Prozent). Texte schreiben (29 Prozent), E-Mails verschicken (27 Prozent) sowie Malen und Zeichnen am Computer (27 Prozent) sind etwas weniger alltägliche Anwendun-gen.

 

Das Surfen im Internet als Freizeitaktivität nimmt zu. Im Altersverlauf zeigen sich aber enorme Unter-schiede: Bei den Sechs- und Siebenjährigen hat erst jeder Fünfte Erfahrung mit dem Online-Medium; in der Altersgruppe darüber (8-9 Jahre) ist es bereits die Hälfte. Der Anteil der Internetaktiven steigt bei den 10- und 11-Jährigen deutlich auf 79 Prozent an. Von der Gruppe der 12- und 13-Jährigen sind sogar 86 Prozent online.

 

Bei den konkreten Internet-Anwendungen stehen Suchmaschinen für Kinder an erster Stelle (min. einmal pro Woche: 50 Prozent). Es folgt die Recherche bzw. Informationssuche für die Schule (45 Prozent) oder für außerschulische Interessen (38 Prozent) sowie der Umgang mit speziellen Kinder-Angeboten (41 Prozent).

 

Dass das Internet auch Gefahren birgt, haben viele Kinder bereits direkt erfahren: So geben acht Prozent an, dass sie im Internet schon einmal auf Sachen gestoßen seien, die ihnen unangenehm waren oder ihnen Angst gemacht haben. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Erotik- oder Pornoseiten, aber auch um gewalthaltige Inhalte oder Bilder und Videos von

Unfällen. Kinder mit Chat-Erfahrung berichten zudem zu 17 Prozent, dass sie in Chatrooms schon einmal auf unangenehme Leute getroffen seien. Bei jedem Zehnten ist dies sogar schon mehrmals vorgekommen. Da es sich hier um sehr sensible Fragen handelt, kann nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Kinder unangenehme Erlebnisse einem Dritten oder gar einem Interviewer mitteilen wollen. Deshalb handelt es sich bei den hier ermittelten Werten mit großer Wahrscheinlichkeit eher um Unter- als um Übertreibungen.

 

Ungewollte Folgen kann auch der allzu sorglose Umgang mit persönlichen Daten im Netz haben. Dennoch erwähnen nicht wenige Kinder, dass sie schon einmal in sozialen Netzwerken oder Chats Angaben über sich gemacht haben: Jeder zehnte Internetnutzer gibt an, Informationen über Hobbys (12 Prozent), die eigene E-Mail-Adresse (12 Prozent) oder eigene Fotos bzw. Filme (10 Prozent) veröffentlicht zu haben. Bilder von Freunden oder der Familie (5 Prozent) werden ebenso wie die Handy-Nummer (3 Prozent) aber deutlich seltener öffentlich zugänglich gemacht. Im Altersverlauf zeigt sich eine deutliche Zunahme der im Internet präsentierten Informationen. Bei den ältesten Internetnutzern hat dann bereits jeder zweite Fotos, Filme, die E-Mail-Adresse oder Informationen über Hobbys verbreitet; knapp jeder zehnte dieser Altersgruppe präsentiert dann auch Fotos von Freunden oder die Nummer des Instant Messengers.

 

Für die repräsentative KIM-Studie wurden 1.200 Kinder und deren Haupterzieher im Frühsommer 2008 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Weitere Informationen sowie eine ausführliche Darstellung der Studienergebnisse stehen auf der Website des MPFS bereit.