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Eine Seite für Eltern mit Kindern, die die Medienwelt entdecken.

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Hotline-Nummer:030 - 4000 599 59Adresse:
Projektbüro "SCHAU HIN!"
c/o komm.passion GmbH
Luisenstraße 41
10117 Berlin
Artikel Detail

SCHAU HIN! Familie - Alltag in der Medienwelt

Fantasie anregend, bunt bis schrill und informativ - so präsentiert sich Kindern und Jugendlichen eine Medienwelt von bisher unbekannten Dimensionen. SCHAU HIN! stellt Ihnen die Familie Christians aus dem oberbayerischen Grafrath vor. Wie bei den Christians mit Internet, Video und Fernsehen umgegangen wird und was der Sohn Elias davonhält

09.09.2007

"Ich bin schon 12 und schaue mir keine Kinderserien mehr an. Das ist mir zu kindisch. Ich sehe Filme ab 12, und manchmal auch schon ab 16. Das macht doch jeder.

Eigentlich darf ich nur an den Wochenenden schauen. Das ist dann Fußball, wenn der FC Bayern, mein Lieblingsklub, spielt. Aber ich schaue auch schon mal zwischendurch. Dann sehe ich die "Simpsons" gern. Was ich ganz besonders mag, ist Wrestling. Das spiele ich am Computer - aber nur freitags eine halbe Stunde. In meiner Klasse stehen sie alle drauf. Meine Eltern mögen das aber nicht so.

Sie haben mit mir über die Computerspiele geredet, auch übers Surfen. Im Internet finde ich die Suchmaschine "Die Blinde Kuh" ganz toll, dort gefallen mir vor allem die Geheimsprachen. Kürzlich hat mir "Die Blinde Kuh" dabei geholfen, Dinge über die Germanen herauszufinden. Über die musste ich nämlich für die Schule ein Referat machen.

Mit meinen Eltern schaue ich manchmal "Herr der Ringe" oder "Harry Potter"; die haben wir als Video. Bei "Harry Potter" gefällt mir das Buch viel besser - im Film lassen die so vieles weg. Was ich im Fernsehen überhaupt nicht mag, sind diese Talkshows, in denen rumgebrüllt wird, und Gerichtssendungen.

Meine Eltern haben auch keine Satellitenschüssel, das gefällt mir überhaupt nicht, denn ich würde so gerne auf DSF und Eurosport Fußball sehen. Ich hoffe, dass sich das ändert, wenn wir größer sind.

Wenn wir - mein Bruder Joel (10) und ich - mal etwas zu lange Fernehen geschaut haben, dürfen wir zur Strafe eine Zeit lang nicht bei unseren Freunden übernachten. Um acht Uhr abends ist dann Schluss -obwohl, es gibt zwei Ausnahmen: Wenn der FC Bayern spielt oder unser Papi im Fernsehen zu sehen ist, der ist nämlich Geiger beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks."

Schlussfolgerungen

Das sagt der Vater, Michael Christians:
"Wir versuchen, unseren Kindern durch ständigen Dialog den Einstieg in die Medienwelt so weit wie möglich zu erleichtern. Das Angebot auf diesem Gebiet ist so unendlich vielfältig - mit vielen guten Dingen, aber auch mit viel Schrott bestückt. Das heißt auch, dass wir Eltern uns auch informieren müssen, um mit den Jungs schritt zu halten. Überzeugen ist immer schwieriger als verbieten. Doch wenn es nicht anders geht, brauchen auch die Kinder klare Grenzen und Verabredungen. Ich bin sicher, dass sie das respektieren und dass sie uns zutrauen, dass unsere Entscheidung letztenendes richtig ist. Denn sie spüren, dass wir uns um die Sache kümmern und dass ihre Eltern auch immer mit einer Stimme sprechen."Das sagt der Experte Wolfgang Bergmann, Kinder- und Familientherapeut:
"Lobenswerte Prinzipien sind das allemal. Aber schauen wir genau hin: Eigentlich ist Elias den ganzen Tag über irgendwie elektronisch unterwegs. Das größte Problem: Fernsehen, und sei es nur "ein kurzer Blick" vor der Schule. Das sollte einfach nicht sein. Das Handy ist auch schon eingeschaltet. Die Konzentration dieses Jungen ist also seit dem Aufstehen in mindestens drei Richtungen gleichzeitig gepolt. Nachmittags geht es mit Spiel und Schularbeit weitgehend "online" weiter. Wann kommen diese Augen eigentlich mal zur Ruhe? Wann wird dieses Kind als "ganze Person" gefordert? Vorschlag: Kein TV vor der Schule, nachmittags eine Stunde Fernsehen oder Computer. Aber nicht beides!"