Cybermobbing
Cybermobbing - Was können Eltern tun, wenn Kinder zu Tätern werden
Cybermobbing ist unter Kindern und Jugendlichen (und auch Erwachsenen) weit verbreitet. Gezielt werden die Opfer per SMS, E-Mail oder im Chat und in sozialen Netz-werken beleidigt, beschimpft oder verhöhnt. Die Täter sind in den meisten Fällen die eigenen Mitschülerinnen und Mitschüler. Die Ausgrenzung der Opfer geht über den Schulhof hinaus und verlagert sich ins anonyme Internet oder auf das Handy. Peinliche Fotos und Videos der Opfer werden verbreitet, Gerüchte gestreut oder beleidigende SMS verschickt. In sozialen Netzwerken sind zahlreiche „Hass-Seiten“ zu finden, die sich gezielt gegen einzelne Personen richten. Häufig schließen sich Klassenkameraden des Opfers einer solchen Gruppe an.
Warum werden Kinder zu Tätern?
Die Gründe für Cybermobbing können ganz unterschiedlich sein, unterscheiden sich doch nur wenig von den Ursachen für direktes Mobbing im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof. Cybermobbing-Täter suchen sich häufig Opfer, um sich selbst besser zu fühlen, Wut abzubauen. Anerkennung zu erlangen oder sich an anderen zu rächen. Eine wichtige Rolle spielt die Gruppe. Wenn viele Mitschülerinnen und Mitschüler sich am Mobbing beteiligen, entsteht häufig ein Entscheidungsdruck: Entweder macht man auch mit oder man wird selbst zum Opfer. Gerade jüngere Täter sind sich jedoch selten bewusst, welche seelischen Verletzungen sie bei ihren Opfern bewirken, wenn sie diese im Netz beschimpfen, lächerlich machen, Gerüchte über sie verbreiten oder schlecht machen. Sie halten dies für ein Spiel, ohne genauer darüber nach-zudenken.
Wenn Eltern bemerken, dass sich ihr Kind an Cybermobbing-Aktionen beteiligt oder haupt-verantwortlich dafür ist, sollte das Thema unmittelbar angesprochen und weitere Aktionen unterbunden werden. SCHAU HIN! hat einige Tipps zusammengestellt, die bei der Lösung des Problems weiterhelfen.
- Reden Sie mit Ihrem Kind und versuchen Sie die Gründe zu ermitteln, warum Ihr Kind andere belästigt, ausgrenzt oder beschimpft. Häufig liegen diese Gründe nicht in der Person des Opfers, sondern beim Täter selbst. Ursachen können z.B. Unzufriedenheit oder die Suche nach Anerkennung sein.
- Verdeutlichen Sie Ihrem Kind die Lage des Opfers und veranschaulichen Sie, wie unangenehm diese Rolle ist und wie schlecht man sich als Außenseiter und Opfer fühlt.
- Nehmen Sie ggf. Kontakt zu Eltern der anderen Mobbing-Täter aus der Gruppe auf und besprechen Sie mit Ihnen die Vorfälle mit dem Ziel, gemeinsam das Mobbing ein für alle Mal zu beenden.
- Verlangen Sie von Ihrem Kind, seine Mobbing-Aktivitäten einzustellen. Dies gilt auch für die Beteiligung von gemeinsamen Aktionen mit anderen Kindern im, aber auch außerhalb des Internet. Kündigen Sie Konsequenzen an, wenn sich Ihr Kind nicht an Ihre Vorgaben hält.
- Bitten Sie die Lehrkräfte Cybermobbing im Unterricht aufzugreifen und das Thema im Klassenverband zu besprechen. Viele Schulen haben bereits Verhaltensregeln für den Umgang miteinander, die von allen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften unterschrieben werden.
Tipps
SCHAU HIN! Tipps zum Umgang mit Cybermobbing
Die Initiative SCHAU HIN! rät Eltern, das Thema Cybermobbing und dessen Wirkung aktiv mit ihren Kindern zu besprechen und ihnen zu zeigen, wie sie durch einen sorgfältigen Umgang mit ihren persönlichen Daten solchen Angriffen vorbeugen können.
Tipps für Eltern von Cybermobbing Opfern
Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind Opfer von Cybermobbing wurde, ist es vor allem wichtig, schnell zu handeln.
Experten
SCHAU HIN! fragt Expertinnen und Experten
Der KI.KA Krimi „Netzangriff“ macht deutlich, wie schnell Kinder Opfer von Cybermobbing werden können. Knapp 5 Millionen Schülerinnen und Schüler werden laut einer Umfrage des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf 2009) regelmäßig gemobbt.
SCHAU HIN! hat Experten und Betroffene zu diesem Thema befragt: Wie kommt es überhaupt zu Cybermobbing, wie können Eltern ihren Kindern helfen und wie stellt man das Thema realistisch in einem Kinderkrimi dar? Das alles erfahren Sie in unseren Interviews.


