Hinschauen bei Onlinespielen

Hinschauen bei Onlinespielen

Vom 17. bis 21. August 2011 fand die dritte Ausgabe der gamescom, Europas größter Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, statt. Im Mittelpunkt standen Online- und Mobile-Games. Nutzer dieser neuen Gaming-Formen sind häufig Kinder und Jugendliche. Dafür brauchen sie oft keinen PC, sondern nur Geräte, die einen Internetzugang haben, wie Spielkonsolen oder Handys.

Mehr als 14,5 Millionen Deutsche (vgl. Nr. 17 gamescom 2011: Die Zukunft der interaktiven Unterhaltung*) nutzen regelmäßig Spielangebote im Internet. Mit Onlinespielen erzielt die Spiele- und Unterhaltungselektronikbranche so derzeit die größten Wachstumsraten. Auch der Anteil der Mobile Games, die auf mobilen Plattformen wie Smartphones oder Tablet-PCs zum Teil online gespielt werden, wächst. Allein in Deutschland wurden 2010 13 Millionen Spiele-Apps auf mobile Geräte heruntergeladen (vgl. Nr. 17 gamescom 2011: Die Zukunft der interaktiven Unterhaltung*). Auf der diesjährigen gamescom wurde den Onlinespielen und Mobile Games deshalb eine gesamte Ausstellungshalle zur Verfügung gestellt.

Was genau sind Onlinespiele?

Onlinespiele sind elektronische Spiele, die direkt über das Internet gespielt werden. Es werden verschiedene Arten unterschieden: Browsergames sind Onlinespiele, die sich direkt im Internetbrowser eines Computers öffnen. In der Regel handelt es sich um Minispiele mit zeitlicher Begrenzung und klaren Aufgaben, die gegen den Computer als Gegner gespielt werden. Eine Sonderform der Browsergames sind Social Games, die direkt in sozialen Netzwerken wie Facebook oder schuelerVZ integriert sind. Die Besonderheit liegt hier darin, dass diese Spiele mit- oder gegen Bekannte aus dem sozialen Netzwerk gespielt werden. Fast jedes elektronische Spiel kann zu einem Onlinespiel werden, denn die Mehrheit dieser Games bietet den Spielern die Möglichkeit, auch im Internet zu spielen.

Mögliche Risiken von Onlinespielen

Onlinespiele wirken auf Kinder und Jugendliche gleich durch mehrere Faktoren faszinierend: Die meisten Onlinespiele sind in der Regel ohne Installation im Internet kostenlos spielbar. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten kann mit- oder gegeneinander gespielt werden, integrierte Chatfunktionen ermöglichen den Austausch beim Spielen.

Gleichzeitig entsteht für Kinder und Jugendliche durch Onlinespiele aber auch eine Reihe an Gefahren, die den Kindern meistens gar nicht bewusst sind:

Onlinespiele unterliegen nicht der Alterskennzeichnung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die Spiele auf eine schädliche Wirkung auf Kinder prüft. Auch wenn es sich bei dieser Prüfung nicht um eine pädagogische Bewertung handelt, fehlt Eltern und Erziehenden damit eine Orientierungsmöglichkeit, passende Spiele für ihre Kinder zu finden. Zudem basiert der Erfolg vieler vermeintlich kostenloser Onlinespiele darauf, dass spätere Spielerweiterungen oder Aktualisierungen angeboten werden, die zusätzliche Kosten verursachen. Kinder und Jugendliche können dabei leicht den Überblick verlieren und in eine Kostenfalle geraten.

Bei vielen Onlinespielen ist außerdem eine einmalige Registrierung zum Spielen erforderlich, in der zum Teil auch persönliche Adress- oder Telefondaten abgefragt werden. Ein ausreichender Schutz dieser sensiblen Daten ist oftmals fraglich. Onlinespiele stehen Spielern aller Altersklassen offen. Durch die integrierten Kontaktfunktionen entsteht so das Risiko, dass Kinder mit nicht altersgerechten Inhalten oder Kommentaren anderer Spieler konfrontiert oder belästigt werden.

Eltern-Tipps zum Umgang mit Onlinespielen

SCHAU HIN! gibt Eltern folgende Empfehlungen zum Umgang mit Onlinespielen:

  • Vereinbaren Sie mit ihrem Kind klare Regeln, welche Onlinespiele und wie lange diese gespielt werden dürfen. Pädagogische Empfehlungen für die Spieldauer finden Sie in unseren 10 goldenen Regeln für Onlinespiele.
  • Machen Sie sich selbst ein Bild und suchen Sie mit ihrem Kind gemeinsam altersgerechte und passende Onlinespiele aus. Lassen Sie sich die Spiele Ihrer Kinder regelmäßig von Ihnen erklären und spielen Sie auch mal eine Runde mit.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Bedeutung von persönlichen Daten und dass diese nicht im Internet veröffentlicht oder an Fremde weitergegeben werden dürfen. Onlinespiele, die bei einer Registrierung private Adress- und Telefondaten abfragen, sollten tabu sein.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, wie oft und in welchem Wert es sich kostenpflichtige Erweiterungen, Funktionen oder Waren in Onlinespielen kaufen darf bzw., dass diese erst nach vorheriger Rücksprache mit Ihnen gekauft werden dürfen.

Mehr Informationen zu Onlinespielen

Weiterführende Informationen zu Onlinespielen und den SCHAU HIN! Spiele-Check finden Sie hier. Kostenlose Spiele im Internet finden Sie unter www.fragfinn.de, www.blinde-kuh.de und unter www.internet-abc.de

*Abrufbar unter: www.gamescom.de.

Spiele-Check

Der SCHAU HIN! Spiele-Check

Für Eltern ist es auf den ersten Blick schwierig zu beurteilen, ob bestimmte Onlinespiele für ihre Kinder geeignet sind. Problematische Inhalte und mangelnde Sorgfalt beim Umgang mit den Daten der Nutzer führen dazu, dass viele Spiele nicht empfehlenswert sind. SCHAU HIN! hat für Sie Punkte zusammengestellt, die Sie bei der Beurteilung der Spiele unterstützen sollen.

ONLINE-CHECK

DIE SPIELE

  1. Das Spiel enthält keine gewalthaltigen Darstellungen oder Szenen, die Kinder ängstigen.
  2. Das Spiel stellt keine zu hohen Anforderungen, die Ihr Kind überfordern könnten.
  3. Für das Spiel fallen keine hohen monatlichen Kosten an.
  4. Für das Spiel muss kein langfristiges Abo abgeschlossen werden.
  5. Das Spiel ist auf der SCHAU HIN! Website oder einer empfohlenen Website pädagogisch positiv bewertet worden.

DER DATENSCHUTZ

  1. Bei der Registrierung muss ich nur eine E-Mailadresse und einen Spitznamen angeben.
  2. Es wird beschrieben, ob und wie meine Daten weiter verwendet werden.
  3. Es wird ein Ansprechpartner für Datenschutzfragen genannt.
  4. Das Onlinespiel bietet eine verständliche Datenschutzerklärung in deutscher Sprache.

DIE KINDER

  1. Mein Kind ist weder aggressiv noch aufgedreht nach dem Computerspielen.
  2. Mein Kind zieht sich beim Computerspielen nicht zurück und wirkt auch nicht verschlossen.
  3. Schulaufgaben oder andere Hobbys werden nicht vernachlässigt.
  4. Die anderen Spieler üben keinen Druck aus, länger am Computer zu bleiben.
  5. Mein Kind kann das Spiel jederzeit unterbrechen und an der gewählten Stelle an einem anderen Tag weiterspielen.

Schnelleinstieg

Das wichtigste zum Thema auf einen Blick

Themenübersicht

Auf den ersten Blick sind Onlinespiele attraktiv, weil man ohne spezielle Software oder teure Spielkonsole sehr schnell und einfach direkt mit dem Spiel beginnen kann. MEHR

Der SCHAU HIN! Cartoon

Der SCHAU HIN! Cartoon ist online!

Der SCHAU HIN! Cartoon bietet Eltern die Möglichkeit, das Thema Medienkonvergenz leichter zu verstehen. Schwierige Themen werden anschaulich und einfach dargestellt.