Soziale Netzwerke
Kinder in sozialen Netzwerken: vernetzt, aber sicher!
Soziale Netzwerke sind bei Kindern beliebt, viele haben bereits ein Profil. Einige sogar in sozialen Netzwerken, für die sie noch viel zu jung sind. Dabei können Kinder die Risiken sozialer Netzwerke noch nicht richtig einschätzen. Eltern wissen häufig nicht, was ihre Kinder in sozialen Netzwerken machen. Sie sollten ihren Kindern deswegen Sicherheitsregeln vermitteln und mit ihnen gemeinsam nach sicheren Alternativen suchen, sagt Katja Knierim, Medienwissenschaftlerin und Referatsleiterin Chats, Messenger und Communitys bei jugendschutz.net im SCHAU HIN! Interview.
Sich mit Freunden austauschen und neue Leute kennenlernen, sich über ein Profil durch Fotos und Nachrichten selbst darstellen und sehen, wie andere sich präsentieren: die Möglichkeiten sozialer Netzwerke sind vielfältig. Soziale Netzwerke sind häufig Schulhofthema: weil viele Freunde schon dabei sind, wollen Kinder auch mitmachen. Ist man vernetzt, gilt man als „cool“.
Für Kinder geeignet? Probleme sozialer Netzwerke
Oft gehen Kinder zu freizügig mit persönlichen Daten um, und geben ihren echten Namen an oder laden private Fotos hoch. Sie glauben, ihr Profil sei geschützt. Doch meist sind ihre persönlichen Daten einsehbar- je nach Sicherheitseinstellung für das ganze Netzwerk oder gar für jede Internetnutzerin und jeden Internetnutzer. SCHAU HIN! rät Eltern deshalb, mit ihren Kindern über die Bedeutung persönlicher Daten zu sprechen und ihnen Sicherheitsregeln zu vermitteln. Schon bei der Anmeldung sollten Eltern ihre Kinder begleiten, und darauf achten, dass diese nicht ihren echten Namen angeben. (Mehr Tipps zum Umgang mit persönlichen Daten gibt es hier.)
Der sparsame Umgang mit persönlichen Daten ist wichtig, da es in sozialen Netzwerken sonst leicht zu problematischen oder gefährlichen Kontakten kommen kann, „z.B. durch Fremde, die sich Kindern sexuell nähern“, unterstreicht Katja Knierim von jugendschutz.net. „Auch Cybermobbing ist ein großes Problem“, so Katja Knierim. (Wie Eltern ihre Kinder vor Cybermobbing schützen können, und was sie tun können, wenn ihre Kinder Opfer von Cybermobbing geworden sind, erfahren sie hier.)
In sozialen Netzwerken kontrollieren die Anbieter meist nicht die Inhalte, die Nutzerinnen und Nutzer dort einstellen. So können Kinder mit nicht kindgerechten Inhalten wie Gewalt, Pornografie oder rechter Propaganda konfrontiert werden. Soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook, FreundeVZ, Jappy oder Wer-kennt-wen sind für Kinder daher nicht geeignet.
Die sichere Alternative: Kindgerechte soziale Netzwerke
Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen und altersgerecht gestaltet. „Qualitätskriterien für ein sicheres Kinderangebot sind auch ein hohes Maß an Datensparsamkeit und die Einbeziehung der Eltern bei der Registrierung“, unterstreicht Katja Knierim von jugendschutz.net. So ist sichergestellt, dass sich tatsächlich nur Kinder anmelden können. Interne Chatfunktionen werden durch eine Moderatorin oder einen Moderator begleitet, der notfalls in Diskussionen eingreifen kann. Auch das Hochladen von Fotos ist entweder nicht erlaubt oder wird durch den Anbieter überprüft. Für Kinder, die sich bedrängt oder belästigt fühlen, gibt es eine leicht zu bedienende Alarm- und Melde-Option, bei der sie Vorfälle melden und um Hilfe bitten können.
Kindgerechte und sichere soziale Netzwerke sind:
- www.seitenstark.de (ab 8 Jahren)
- www.tivi.de (ab 8 Jahren)
- www.kindernetz.de (ab 8 Jahren)
- www.knipsclub.de (ab 8 Jahren)
- www.mein-kika.de (ab 10 Jahren)
SCHAU HIN! Tipps für Eltern
- Kindgerechte soziale Netzwerke aussuchen
Möchte sich Ihr Kind in einem sozialen Netzwerk anmelden, dann suchen Sie gemeinsam ein soziales Netzwerke aus, das dem Alter und den Interessen Ihres Kindes entspricht. Achten Sie darauf, dass für die Anmeldung Ihres Kindes nach Ihrer Erlaubnis gefragt wird. - Helfen Sie bei den ersten Schritten
Begleiten Sie Ihr Kind bei der Anmeldung in einem sozialen Netzwerk. Denken Sie sich z.B. gemeinsam einen Benutzernamen aus, der nicht der echte Name sein sollte. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur die nötigsten Daten angibt und eine spezielle E-Mail-Adresse benutzt, die nicht auf den richtigen Namen schließen lässt. - Sicherheitsregeln vermitteln
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Bedeutung von persönlichen Daten und dass diese nicht im Internet veröffentlicht oder an Fremde weitergegeben werden dürfen. Überprüfen Sie gemeinsam die Sicherheitseinstellungen und raten Sie Ihrem Kind, niemals Fremde in die Freundesliste aufzunehmen und sich mit niemandem zu verabreden, den es nur online kennt.
Mehr Tipps finden Sie in den 10 Goldenen Regeln unter www.schau-hin.info
Weiterführende Informationen
Die von jugendschutz.net betriebene Website www.chatten-ohne-risiko.net informiert über Faszination und Risiken der Online-Kommunikation. Dort steht auch die vollständige Broschüre „Chatten ohne Risiko?“ zum kostenlosen Download bereit.
Informationen zu Sicherheitsregeln finden Eltern im Poster „Sicher chatten!“ von jugendschutz.net
Das Faltblatt „Sicher vernetzt“ gibt hilfreiche Tipps zum Thema soziale Netzwerke.
Unter www.klicksafe.de gibt es Informationen rund um das Thema soziale Netzwerke sowie einen Überblick über die Sicherheitseinstellungen.
Facebook-Chronik
SCHAU HIN! Interview: Soziale Netzwerke
Flyer "Soziale Netzwerke"
Goldene Regeln
Die zehn
goldenen Regeln
- Bei den ersten Schritten
helfen » - Kindgerechte soziale Netzwerke aussuchen »
- Sicherheitsregeln vermitteln »
- Sicherheitseinstellungen überprüfen »
- Wählerisch in der Wahl der Kontakte sein »
- Interesse zeigen »
- Online Kommunikation beschränken und Alternativen schaffen »
- Vorbild sein »
- Auffälligkeiten und Verstöße melden »
- Sich Informieren »





