10.11.2011
Kindern Nachrichten erklären- Kindernachrichten nutzen
Jeden Tag gibt es eine Vielzahl an Nachrichten und aktuellen Meldungen zu traurigen oder schockierenden Anlässen wie Katastrophen, Terror oder Kriege. Kinder können solche Ereignisse oft nicht einordnen, weil sie die komplexen Zusammenhänge nicht verstehen. Wenn sie mit ihnen konfrontiert werden, reagieren sie oft verängstigt oder verstört. „heute-journal“-Moderatorin und Mutter Gundula Gause erklärt im SCHAU HIN! Interview, was Eltern im kindgerechten Umgang mit Nachrichten beachten sollten und warum Kindernachrichten einen guten Einstieg in die Nachrichtenwelt ermöglichen.
Viele Eltern achten darauf, dass ihre Kinder am Abend nicht vor dem Fernseher sitzen, wenn sie gerade Nachrichtensendungen wie die „tagesschau“ oder die „heute“-Nachrichten schauen. Aber auch, wenn Kinder in der anderen Ecke des Zimmers sitzen oder nur kurz vor dem Fernseher entlang laufen, bekommen sie die oftmals grausamen Bilder oder Videoausschnitte der Nachrichten am Rande mit. Das ist für Kinder dann besonders schlimm, wenn sie sehen müssen, wie andere Kinder und Jugendliche leiden.
Mit Kindern über Nachrichten reden
Kinder können schockierende Bilder und Nachrichten meist noch nicht verarbeiten. Viele Kinder sind deswegen verängstigt, haben Probleme beim Alleinsein oder Angst vorm Einschlafen. Daher sollten Eltern mit ihren Kindern über die Ereignisse reden. Warum dies so wichtig ist, erklärt Nachrichtensprecherin Gundula Gause im Interview mit SCHAU HIN!: „Es geht nicht nur darum, dass Kinder informiert sind, sondern es geht auch darum, dass sie Zusammenhänge besser verstehen. Denn wer die Dinge in etwa versteht, hat auch keine Angst.“
Kindernachrichten nutzen
Um Kindern den Einstieg in die Nachrichtenwelt zu ermöglichen, gibt es spezielle Kindernachrichten. Diese Nachrichtensendungen erklären schwierige Themen in kindgerechter Weise und informieren Kinder über die jeweiligen Hintergründe. Die Formate sind altersgerecht für Kinder aufgearbeitet und verzichten auf schockierende Bilder. Auch Nachrichtensprecherin Gundula Gause schaut mit ihrer Familie logo!, denn dort werden selbst Themen wie Politik kindgerecht erklärt. Sie betont: „Die Kollegen erklären wirklich klasse in einfachen Worten komplizierte Vorgänge.“ Auch ist, so Gause, „immer ein Schuss Humor dabei.“
SCHAU HIN! empfiehlt Eltern folgende Kindernachrichtenangebote:
logo! (ZDF)
neuneinhalb (ARD)
Minitz (SWR)
Lilipuz (WDR 5)
klaro – BR-Kindernachrichten
Kakadu (Deuschlandradio)
News4kids
Kuppelkucker.de (Kinderportal des Deutschen Bundestages)
Eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Kindernachrichtensendung und ihre Sendezeiten finden Eltern auf der SCHAU HIN! Website.
Die SCHAU HIN! Empfehlungen für Eltern zum kindgerechten Umgang mit Nachrichten
- Keine Erwachsenennachrichten für Kinder unter zehn Jahren
Kinder können schockierende Bilder und Nachrichten meist noch nicht verarbeiten. Viele Kinder reagieren verängstigt oder verstört, wenn sie mit Erwachsenennachrichten konfrontiert werden. Als Faustregel gilt daher: Kinder unter zehn Jahren sollten besser keine Erwachsenennachrichten schauen. - Mit den Kindern über die Geschehnisse reden
Neben den klassischen Nachrichtensendungen im Fernsehen gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die Kinder mit aktuellen Meldungen und Bildern konfrontiert werden. Dazu gehören Zeitungen am Kiosk, Nachrichten im Internet, aber auch die Schulhofgespräche zwischen den Kindern selbst. Sprechen Sie daher mit Ihren Kindern über schockierende Nachrichten. Das hilft ihnen, Zusammenhänge zu verstehen, offene Fragen zu klären und die Ereignisse zu verarbeiten. - Kindernachrichten nutzen
Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Welt der Nachrichten und schauen Sie zusammen Kindernachrichten. Kindernachrichten erklären in einfachen Worten komplexe Themen und Zusammenhänge und verzichten auf schockierende Bilder und Videoausschnitte. Kindernachrichten helfen Kindern, das Geschehene richtig einzuordnen und können generell ihr Interesse an Nachrichten wecken.
Weitere Informationen zum kindgerechten Umgang mit dem Fernsehen finden Sie unter www.schau-hin.info.
Das vollständige Interview mit Nachrichtensprecherin Gundula Gause finden Sie hier.



