SCHAU HIN! Reportage - Faszination LAN - Party?
Zu Hunderten treffen sich Jugendliche an Wochenenden zu LAN-Partys, um miteinander vernetzt Computer zu spielen. Worin die Faszination dieses jugendkulturellen Phänomens liegt, können Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer in "LAN-Party-Trainings" erfahren. Veranstalter solcher Trainings ist die Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK). SCHAU HIN! war dabei. Eine Reportage
Die Auswahl ist reichhaltig: Zielfernrohr, Messer, Rauchbombe, Granate, Pistole, Maschinengewehr, Munition - man wählt aus und los geht´s! Mit der Maus bewegen die Spieler ihre Figuren durch die Gänge, mit einem Mausklick feuern sie auf den Gegner. Die Spieler - das sind Pädagogen, Erzieher, Sozialarbeiter aus Berlin. Sie haben sich Fantasienamen gegeben und tauchen nun ein in die Welt des Computerspiels "Counterstrike". Sie wollen erfahren, was Jugendliche daran fasziniert.
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Counterstrike (USK-Freigabe: ab 16 Jahren)Counterstrike gilt als Klassiker unter den Netzwerkspielen. Genre: Ego-Shooter. Kann im Einzelspieler- und im Mehrspielermodus im Netzwerk und auch Online gespielt werden.
Bei dem Spiel werden zwei Teams gebildet. Während die einen, die "Terroristen", eine Bombe legen wollen, versuchen die anderen, die "Antiterroristen", das zu verhindern. Um das jeweilige Ziel zu erreichen, muss der Gegner ausgeschaltet werden. Der Zwang zu schießen ist schnell da: Wenn ich nicht schieße, erledigt mich der Gegner und ich bin nur noch Zuschauer. Gerade dieses "Abballern" hat aber einige Jugendschützer und Psychologen alarmiert, die darin eine Anleitung zur Gewalt sehen. Für andere dagegen ist die Gewalt in dem Spiel nur ein Mittel zum Zweck, nämlich ein komplexes Problem zu lösen.
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LAN-PartysLAN bedeutet ein lokales Netzwerk. Für eine LAN-Party wird ein solches Netzwerk gegen Eintritt in Hallen zur Verfügung gestellt. Viele LAN-Partys sind aus Gründen des Jugendschutzes erst ab 18 Jahren zugelassen, Ausweiskontrollen daher üblich. In einer rechtlichen Grauzone dagegen ist eine andere Art der LAN-Party - das vernetzte Spielen in Internetcafes.
"Das Spiel senke Hemmschwellen, auch sprachliche, findet einer der Teilnehmer."
"Da ist einer tot. Ist das einer von uns?", schallt es von der Seite, wo die "Terroristen" sitzen. "Wo ist meine Bombe?". Auf der gegenüberliegenden Seite, bei den "Antiterroristen", hat man die Angreifer schon entdeckt: "Achtung, Sie kommen!". Ein anderer meldet: "Ich hab´ sie alle platt gemacht." Das Spiel hat hier fast jeden gepackt. Auch Tobias Weigel, der sich unter dem Codenamen "Erbse" den Weg freischießt. "Mir nach", ruft er. Einer muss ja den Überblick in der virtuellen Welt behalten und zeigen, wo es zum Bomben-Ablageplatz geht.
Praktische Fragen tauchen auf: "Wie oft müssen wir auf die zielen, damit sie tot sind?" "Drei bis vier Mal in den Kopf, ein paar Mal auf den Körper", antwortet der Trainer. Das Spiel senke Hemmschwellen, auch sprachliche, findet einer der Teilnehmer.Tobias, der Sozialarbeiter, hat seinen Jugendlichen bislang nicht erlaubt, auf so genannten LAN-Partys "Counterstrike" zu spielen. "Ich wusste ja nicht, was die da machen", sagt er. Das Computerspiel geriet besonders nach dem Massaker von Erfurt in die Kritik, bei dem der Gymnasiast Robert Steinhäuser in seiner Schule in Erfurt 16 Menschen und anschließend sich selbst erschoss. Er soll "Counterstrike" gespielt haben. Heute treffen sich Jugendliche jedes Wochenende zu LAN-Partys, auf denen sie oft zu Hunderten oder gar Tausenden an miteinander vernetzten Computern "Counterstrike" oder andere Spiele zelebrieren.> Seite 2







