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Artikel Detail
Aktuelles/Interview/Gespräch/Portrait

Gespräch mit Dr. Klaus - Peter Gerstenberger - Über die Arbeit der USK

SCHAU HIN! im Gespräch mit Dr. Klaus-Peter Gerstenberger, Leiter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Die Einrichtung prüft Computerspiele vor Markteinführung, die von den Obersten Landesjugendbehörden für bestimmte Altersgruppen freigegeben werden. Wie kommen die Einstufungen zustande, wie verbindlich sind sie und was hält der Experte von Computerspielen im Allgemeinen?

16.09.2007

Was macht die USK?

Die USK vergibt Alterskennzeichnungen für Computerspiele. Das macht sie seit 10 Jahren, seit dem 1.4.2003 auch im Auftrag und gemeinsam mit den deutschen Bundesländern, die ihre Vertreter in die Gutachter-Runden entsenden.

Wer sind die Gutachter?

Das sind Lehrer, Journalisten, Menschen aus der Forschung, die mit Kindern und Jugendlichen verbunden sind und mit dem Medium Computerspiel. Sie dürfen nicht in der Hard- oder Software-Industrie beschäftigt sein.Wie hat man sich die Prüfung vorzustellen?

Fünf Gutachtende sind pro Spiel geladen. Einer unserer Tester hat sich das Spiel erschlossen und eine Präsentation vorbereitet. Die Gutachtenden können auch selber spielen. Zunächst wird gefragt, ob das Strafrecht berührt ist oder ob es sich um einen Fall für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien handelt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Gewalt in dem Spiel Selbstzweck ist oder exzessive, realistisch anmutende Gewaltdarstellungen dominieren, also beispielsweise Tötungsszenen ausführlich dargestellt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, geht die Diskussion um die Alterskennzeichnung los.

Welche Kennzeichnungen gibt es da?

Die Altersstufen entsprechen denen, die wir vom Film her kennen: Ohne Alterbeschränkung, ab 6 Jahren, 12, 16 und 18. Letzteres heißt, dass es sich um einen reinen Erwachsenentitel handelt.Gibt es auch Titel, die auf den Index kommen?

Dafür ist die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zuständig. Wenn die Gutachtenden vermuten, das könnte zutreffen, erhält der Titel von den Obersten Landesjugendbehörden kein Kennzeichen. Das ist im letzten Jahr 19 Mal der Fall gewesen, bei rund 2150 geprüften Computerspielen. Der Anbieter hat dann zwei Möglichkeiten: entweder auf die Publikation zu verzichten, was überwiegend der Fall ist, oder das Spiel ohne Kennzeichen in den Handel bringen. Dann darf es nur an Erwachsene verkauft werden. Wird das Spiel durch die Bundesprüfstelle indiziert, darf es zusätzlich in der Öffentlichkeit nicht mehr beworben werden. Auch für Erwachsene wird es dann nur "unter der Ladentheke" abgegeben.

Infobox

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
Seit dem 2. Mai hat die BPjM hat ein Servicetelefon eingerichtet. Sie erreichen die BPjM-Mitarbeiter zu Fragen zum gesetzlichen Jugendmedienschutz und zur Orientierung im Medienalltag unter 0228/37 66 31. Jeden Montag, Dienstag und Donnnerstag von 11 bis 15 Uhr und Mittwoch von 17.30 bis 19.30 Uhr.
Wie sind die Relationen bei den Alterseinstufungen?

Im Schnitt erhalten drei Prozent der Spiele keine Jugendfreigabe (also ab 18). Mithin sind 97 Prozent aller Produktionen abgestuft für Kinder und Jugendliche geeignet, davon landen mehr als die Hälfte regelmäßig im Bereich ohne Alterfreigabe oder ab 6 Jahren.


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