Projektbüro "SCHAU HIN!"
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Interview mit Detlev Buck - Die Welt bewegt sich nicht nur vorwärts, sondern auch seitwärts
Zuletzt sorgte er mit der Milieustudie "Knallhart" für Kontroversen. Im März 2007 war der Kinostart zu seinem Kinderfilm "Hände weg von Mississippi". SCHAU HIN! wollte von Detlev Buck wissen, was man über Kinder wissen muss.
Bekannt wurde Detlev Buck durch Komödien wie "Erst die Arbeit und dann", "Karniggels" und natürlich "Männerpension". Nach vielen weiteren Filmen als Regisseur und Darsteller (u.a. "Herr Lehmann") begibt sich Detlev Buck mit der Kinderbuchverfilmung "Hände weg von Mississippi" auf neues Terrain.
Herr Buck, wie kommt es, dass Sie plötzlich einen Kinderfilm drehen?
Plötzlich ist das nicht gekommen. Es war mir schon länger ein Bedürfnis gewesen, einen Kinderfilm zu machen. Claus, mein Geschäftspartner, hat Kinder, ich habe auch Kinder. Ich gehe auch mal mit den Kindern ins Kino. Da dachte ich mir, ich mache einen Film, an dem ich als Zuschauer auch selber Spaß hätte. Das war die Idee dabei.
Der Film kommt mir angenehm ruhig und positiv vor. Ist das wichtig für einen Kinderfilm?
Es ist letztendlich so, dass sich meine Kinder in einer Welt wohl fühlen, die sicher ist. Wenn es zu unsicher ist im Kinderfilm, dann mögen sie das nicht. Außerdem finde ich es schön, wenn man mit einem Film bei den Zuschauern ein gutes Gefühl erzeugen kann, dass sie sagen: "Och, wie ist das schön, wo ist das? Da wären wir auch gern!" Wenn die Tante, die Mutter, der Vater oder alle zusammen, die ganze Familie so ein Erlebnis im Film haben: "Ach, das ist schön." und das letzlich auch zusammen erleben. Das ist so´n Ziel von mir. Das erreicht man eher, wenn der Film ruhig erzählt wird, als wenn man das so halb aufgeregt dreht.
Menschen in Trachten, die schöne Landschaft am Schaalsee. Der Film ist schon sehr idyllisch ...
Ich glaube, das ist auch ein Bedürfnis der Leute, so was zu sehen. Ich liebe diese verträumte Welt, ich liebe Filme wie Lasse Hallströms Bullerbü und meine Töchter auch. Wenn du zum Beispiel einen Film wie "Schwere Jungs" von Markus Rosenmüller nimmst, das ist ein kompletter Retro-Film und der läuft relativ gut im Kino. Allerdings eher in Süddeutschland, weil die Leute dort die Mundart besser verstehen. Aber das Bedürfnis, solche Filme zu sehen, ist da. Das hat auch was Klassisches, man hat es mit einer klassischen Welt zu tun. Die Welt bewegt sich ja nicht nur vorwärts, sondern auch seitwärts. Menschen haben das Bedürfnis nach einer intakten Familie. Menschen haben das Bedürfnis, dass eine Oma da ist. Gut, in meinem Film wird auch gezeigt, dass die Mutter geschieden ist, aber das wird nicht groß problematisiert, sondern es ist spürbar. Es wird nicht weiter drüber geredet, es ist in Ordnung. Die Grundfesten sind in Ordnung.
Das scheint für Kinder wichtig zu sein ...
Ich glaube, das ist das A und O für Kinder. Die klassische Familie existiert nicht mehr. Beziehungen halten nicht mehr bis zum Lebensende. Damit können die Kinder viel besser und schneller umgehen als die Erwachsenen. Erwachsene sind viel langsamer und denken: "Oh Gott, das müsste doch wegen der Kinder ..." Kinder, das erlebe ich ja bei meinen eigenen, die denken: "Die Eltern trennen sich halt". Das Wichtigste aber ist, dass bei einer Trennung kein Stress entsteht, dass die Grundfesten stimmen. Diese Probleme kommen auch bei "Hände weg von Mississippi" vor, letztendlich auf eine charmante Art und Weise. Ich will die Geschichte aber gar nicht weiter problematisieren.
Ist es schwieriger, Kinderfilme zu drehen?
Auf jeden Fall. Komischerweise ist die Arbeit anstrengender als bei "Knallhart" gewesen. Auf eine ganz bestimmte Art und Weise anstrengender. Weil es beim Drehen auch relaxter sein muss. Kinder sehen auch nicht ein, dass eine Szene zweimal gedreht werden muss. Einmal langt und dann wollen sie die Natur erkunden.







































