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Eine Seite für Eltern mit Kindern, die die Medienwelt entdecken.

Eine Initiative von
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Hotline-Nummer:030 - 4000 599 59Adresse:
Projektbüro "SCHAU HIN!"
c/o komm.passion GmbH
Luisenstraße 41
10117 Berlin
Artikel Detail
Aktuelles/Interview/Gespräch/Portrait

Gespräch mit Dr. Ursula von der Leyen - Regeln als Teil der Erziehung

Welche Rolle Eltern bei der Mediennutzung spielen, warum Gesetze allein nicht helfen und wie Eltern im "Mediendschungel" den Überblick behalten, erklärt Frau Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im SCHAU HIN! Gespräch. Außerdem berichtet die siebenfache Mutter aus ihrem eigenen Familienalltag und nimmt Stellung zu ihrem Engagement als SCHAU HIN! Kuratorin.

24.12.2007

"Fernsehen, ohne dass ein Erwachsener im Hause ist, gibt es bei uns nicht."

Als Ministerin sind Sie zeitlich sicher sehr stark eingebunden. Hinzu kommt, dass Sie sieben Kinder haben, die vielleicht täglich die verschiedensten Medien nutzen. Welche Medien haben und nutzen Ihre Kinder regelmäßig und sind Sie mit der Art und Weise ihres Umgangs mit den Medien vertraut und einverstanden?

Die Kinder nutzen viele Medien, doch dies sehr kontrolliert. Fernsehen, ohne dass ein Erwachsener im Hause ist, gibt es bei uns nicht. Im Internet können unsere Kinder nur mit den Laptops von mir und meinem Mann surfen - und die haben wir tagsüber mit zur Arbeit. Da Schule heute ohne Internet fast undenkbar ist, recherchiert zwar schon unsere zehnjährige Tochter im Netz - das aber nur, wenn wir zu Hause sind und ein Auge drauf haben.

Gibt es bei Ihnen in der Familie klare Regeln, an die sich Ihre Kinder halten und haben Sie vorgegeben, ab welchem Alter Ihre Kinder beispielsweise Fernsehen oder ins Kino dürfen?

Ja, die gibt es. Die Jüngste, unsere fünfjährige Gracia, darf nur Walt Disney Zeichentrickfilme in englischer Sprache gucken und auch nur maximal einen Film am Tag. Unsere älteren Kinder gehen gern mal ins Kino.

Gibt es Fernsehsendungen, Kinofilme oder auch Computerspiele, die Sie mit Ihren Kindern gemeinsam anschauen bzw. spielen?

Wenn wir etwas zusammen spielen, dann nie am Computer. Natürlich gibt es auch besondere Tage, an denen wir alle gemeinsam vor dem Fernseher sitzen, weil etwa ein spannendes Fußballspiel übertragen wird. Dann wird jeder Spielzug heiß diskutiert und wenn es noch hell ist, gehen mein Mann und die Kinder hinterher noch auf den Bolzplatz.Welche Erfahrungen aus Ihrer Kindheit im Umgang mit Medien haben Sie geprägt bzw. sind Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben? Wie sind Ihre Eltern mit Ihren Vorlieben und mit Ihrer Mediennutzung umgegangen?

Bei meinen Eltern im Hause gab es keinen Fernseher, bis ich 13 Jahre alt war. Danach waren meine Eltern sehr streng - wir hatten ein TV-Gerät, das in einem Schrank eingeschlossen war - der Schlüssel war irgendwie meistens unauffindbar...

Kinder werden entscheidend durch ihre jeweilige Peergroup, durch Werbung, durch das, was allgemein "angesagt" ist und auch durch die Medien selbst beeinflusst, was und wie lange Fernsehen geschaut werden sollte, welche Computerspiele, CDs oder welches Mobiltelefon "man" besitzen muss. Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die Eltern? Können sie noch Vorbild sein?

Eltern spielen eine sehr wichtige Rolle. Kinder wollen selbstverständlich immer all das haben, was andere Kinder auch schon besitzen. Eltern müssen ihren Kindern Grenzen zeigen und sich vor allen Dingen selbst an die Spielregeln halten. Sie sollten auch erklären können, weshalb das viele Sitzen vor dem Fernseher nicht gut ist. Väter und Mütter sollten versuchen, ihren Kindern Alternativen zum Fernsehen anzubieten - das ist zwar sehr anstrengend, aber es lohnt sich.


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