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Artikel Detail
Aktuelles/Interview/Gespräch/Portrait

Fit für die Welt der Medien

24.07.2008

Bei der gemeinsamen Telefonaktion von SCHAU HIN! und dem Westfalen-Blatt in Bielefeld standen die drei ExpertInnen Susanne Rieschel (SCHAU HIN!), Birgit Westermann (Verbraucherzentrale Bielefeld) und Eva Maria Marx (freie Medienpädagogin) den Leserinnen und Lesern der Zeitung Rede und Antwort. Hier die meistgestellten Fragen und Antworten.

 

Mein Enkelsohn wünscht sich ein Handy. Ist Handystrahlung denn gefährlich und was ist beim Kauf eines Handys zu beachten?
Es ist nicht wissenschaftlich belegt, ob Handystrahlung schädlich ist. Auf jeden Fall sollte man aber vorsichtig sein, das Handy nicht am Körper tragen und keine langen Gespräche am Handy führen. Prinzipiell ist es sinnvoll, dass Eltern ihre Kinder mit dem Handy jederzeit erreichen können und umgekehrt. Beim Kauf eines Handys sollten Sie allerdings einige Dinge beachten: Kaufen Sie ein einfaches Handy mit eingeschränkten Funktionen, also ohne Bluetooth- oder Infrarot-Schnittstelle und ohne Internetzugang. Zudem sollten sich teuere Sonderrufnummern sperren, monatliche Kostenlimits setzen sowie das eingeschaltete Handy über das Mobilfunknetz orten lassen.

 

Ich habe einen zehnjährigen Sohn, der sich sehr für Geschichte interessiert und deshalb sehr viel im Internet recherchiert. Ist das in Ordnung, wenn er soviel vor dem Computer sitzt?
Prinzipiell ist dagegen nichts einzuwenden, da es sein Hobby ist und auch zu seiner Weiterbildung beiträgt. Wenn ein Kind ein Buch liest, würde man ja auch nicht sagen „hör auf“. Greifen Sie aber ein, wenn er wahllos surft oder Sie ihn gar nicht mehr vom Computer weg bekommen. Schlagen Sie eine alternative Beschäftigung vor, wie zum Beispiel Freunde einladen und gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen oder draußen toben. Auch ein sportlicher Ausgleich ist enorm wichtig.

 

Wie finde ich kindgerechte Games? Auf was muss ich beim Kauf achten?
Jugendschutzbestimmungen und Altersbeschränkungen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) bieten eine erste Orientierung, um zu beurteilen, ob Games altersgerecht sind. Ergänzende pädagogische Beurteilungen von Experten finden Sie zum Beispiel auf www.schau-hin.info. Das ersetzt aber nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Kind. Es ist wichtig, dass Sie sich anfangs mit dazu setzen und das Game gemeinsam spielen, damit Sie wissen, womit sich Ihr Kind beschäftigt und auch mit ihm darüber sprechen können.

 

Mein Neffe ist acht Jahre alt und hat schon einen PC in seinem Kinderzimmer. Ist er dafür nicht noch zu jung?
Achtjährige Kinder sollten noch keinen eigenen Computer in ihrem Zimmer haben. Viel besser ist ein so genannter Familien-PC, den alle Familienmitglieder gemeinsam nutzen und bei dem jeder sein eigenes Benutzerprofil einrichten kann. Der Computer sollte an einer zentralen Stelle im Haus, beispielsweise im Wohnzimmer stehen, so dass die Eltern den Überblick über die Computer-Aktivitäten ihrer Kinder behalten.

 

Meine Tochter möchte sich bei SchülerVZ anmelden. Auf was muss ich dabei besonders aufpassen?
Wenn sich Ihre Tochter bei einem Online-Netzwerk wie SchülerVZ anmeldet, muss sie als erstes ihr Profil mit Angaben zu ihrer Person erstellen. Dabei sollte Ihre Tochter auf keinen Fall zu viel von sich erzählen und nicht ihren Vor- und Nachnamen angeben. Auch auf ein Foto sollte sie besser verzichten oder eines wählen, bei dem sie nicht eindeutig zu erkennen ist. Das fertige Profil sollte sie dann so einstellen, dass nur bestimmte Personen, zum Beispiel ihre Freunde, es anschauen können. So bleiben die privaten Daten privat. Darüber hinaus sollten Sie Interesse zeigen und immer wieder mit Ihrer Tochter sprechen, damit sie Ihnen vertraut und Ihnen auch von unschönen Erlebnissen erzählt.

 

Wenn meine Enkelkinder zu Besuch sind, wollen sie immer ganz viel fernsehen, weil sie das zu Hause nicht dürfen. Wie soll ich mich verhalten?
Am besten ist es, wenn Sie mit den Eltern der Kinder abklären, was und wie viel geguckt werden darf und was nicht. Wenn dann doch mal ein paar Minuten länger geguckt wird ist das nicht so schlimm solange der Ausgleich da ist. Bieten Sie Ihren Enkeln ein spannendes Alternativprogramm. Gehen Sie zum Beispiel gemeinsam ins Schwimmbad oder in den Zoo. Oder spielen Sie mit Ihren Enkeln draußen Fuß- oder Federball. Der Artikel des Westfalen-Blatts zur gemeinsamen Telefonaktion ist hier in Kürze nachzulesen.


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