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Eine Seite für Eltern mit Kindern, die die Medienwelt entdecken.

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Hotline-Nummer:030 - 4000 599 59Adresse:
Projektbüro "SCHAU HIN!"
c/o komm.passion GmbH
Luisenstraße 41
10117 Berlin
Artikel Detail
Aktuelles/Interview/Gespräch/Portrait

Interview mit Dr. Ursula von der Leyen

Eltern sollten über die Mediennutzung ihrer Kinder informiert sein, ihre Kinder über Risiken und Gefahren aufklären. Vor allem müssen sie standhaft bleiben, wenn es um die Durchsetzung vereinbarter Regeln geht. Wichtig sind außerdem Alternativen zum Medienkonsum. Frau Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, berichtet im SCHAU HIN! – Gespräch aus ihrem eigenen Familienalltag und gibt Tipps zur Medienerziehung.

22.07.2008

Frau Ministerin, Sie sind Kuratoriumsmitglied von SCHAU HIN!. Warum halten Sie die Initiative nach wie vor für wichtig?

Wir wissen ja, dass das Fernsehen und das Internet auch im Leben von Kindern eine große Rolle spielen. Ganz wichtig ist, dass Kinder und Ihre Eltern lernen, wie man richtig damit umgeht, wo die Gefahren sind, die Risiken, die Fallen; aber auch, was die vernünftigen Dinge sind. Solche Tipps wollen wir weitergeben, damit Eltern insbesondere hinsichtlich des Umgangs der Kinder mit Internet und Fernsehen sicherer sind.

 

Sie sind ja nun auch Mutter. Wie praktizieren Sie das in Ihrer eigenen Familie?

Ich finde ganz wichtig bei Fernsehen und Internet, dass die Eltern wissen, was ihre Kinder gucken, wo sie surfen. Es muss ganz klare Spielregeln geben. Die Kinder versuchen immer mal wieder, die Spielregeln zu durchbrechen. Aber das gehört auch dazu, sich damit auseinanderzusetzen, was geht und was nicht geht, und mit den Kindern darüber zu sprechen, was besonders im Internet gefährlich ist, was riskant ist. Das muss man oft wiederholen, weil sie das schnell wieder beiseite schieben. Beim Fernsehen, wenn möglich, zusammen gucken, aber auf keinen Fall das Fernsehen als Babysitter oder Langeweilevertreiber benutzen.

 

Aber Kinder sind ja nun erfinderisch in ihrer Argumentation und manche Eltern haben auch nicht die Geduld oder Ausdauer oder das richtige Rezept, wie sie damit umgehen sollen. Was können Sie da noch aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz sagen?

Kinder können unglaublich nörgeln und immer wieder verlangen: „Ich will aber und meine Freunde dürfen das aber!“ Wichtig ist es, standhaft zu bleiben. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn die Kinder sagen: „Ich langweile mich aber so“, zu antworten: „Das ist gut, Langeweile ist in Ordnung“ und sie mit der Langeweile einen Moment alleine zu lassen. Dadurch wachsen in den Köpfen der Kinder Kreativität und Fantasie. Es muss nicht immer gleich auf den Knopf eines elektronischen Mediums gedrückt werden. Umgekehrt finde ich es wichtig – wenn Internet oder wenn Fernsehen – ganz klare Zeitbegrenzungen zu setzen und möglichst zusammen zu gucken, damit es dann auch ohne Schuldgefühle genossen wird. Allerdings nicht als Belohnung. Also, nicht sagen, „Wenn du gut in Mathe bist, dann darfst du mehr Fernsehen sehen“. Das ist ganz schlecht, sondern einfach zusammen das Richtige genießen. Aber dann auch wiederum sagen: „Und jetzt ist Schluss“.

 

Und was gibt es sonst an Alternativen oder was machen Sie sonst mit Ihren Kindern? Was kann man den Eltern als Tipps für Unternehmungen geben?

Für mich ist es gerade beim Thema Internet immer ganz wichtig – die Kinder wollen immer mit ihren Freunden chatten –, dass ich da sage ja, in einer gesicherten Website und für eine begrenzte Zeit. Danach wird draußen gespielt oder getobt. Denn ich finde es unendlich wichtig, dass die Bewegungsfreunde oder das Miteinander-etwas-Machen, lesen, spielen, reden oder zusammen essen allererste Priorität haben. Man kann das Fernsehen oder das Internet nicht aus dem Haushalt ausschließen. Die Kinder müssen lernen, damit umzugehen, aber sie müssen auch lernen: Es darf den Tag nicht bestimmen. Und sie müssen lernen, dass sie auch aus anderen Dingen ganz viele Glücksgefühle gewinnen können, wie zum Beispiel Sport oder Lesen.

 

Das Interview führte Susanne Rieschel (ZDF) im Rahmen der ZDF-Glückstagung in Mainz
Stand: November 2007


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