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Artikel Detail

Jörg Pilawa schaut hin

Der bekannte Fernsehmoderator Jörg Pilawa engagiert sich als Botschafter für die Initiative SCHAU HIN!. Als Vater dreier Kinder weiß er wovon er spricht, denn Medienerziehung ist auch bei ihm zu Hause ein großes Thema. Im Interview verrät er, wie seine Familie mit Fernsehen, Internet, Games und Handy umgeht und was er macht, wenn seine Kinder mal quengeln.

06.08.2008

Wie sieht Medienerziehung im Hause Pilawa aus?
Jörg Pilawa, Fernsehmoderator und Vater dreier Kinder (4,7,11 Jahre ) setzt sich als SCHAU HIN! Botschafter für kindgerechten Medienkonsum ein. SCHAU HIN! sprach mit ihm über seine eigenen Erfahrungen als Vater.

 

Herr Pilawa, was sollten Kinder in Bezug auf Medien unbedingt lernen?
Das frage ich mich auch fast jeden Tag. In erster Linie sollten sie lernen, das Fernsehen qualitativ zu nutzen. Dazu gehört es, bewusst den Fernseher an- und auszuschalten.

 

…und die Eltern?
Fernsehen sollte nicht zur Dauerberieselung im Hintergrund laufen und kein Babysitter-Ersatz sein, auch wenn es vielleicht verlockend erscheint, die Kinder vor den Fernseher zu setzen um mal ein paar Minuten Ruhe zu haben. Wenn schon fernsehen, dann bewusst und mit Spaß. Damit Eltern in der Lage sind, Ihren Kinder die Unterschiede zwischen zwischen Realität und Fiktion zu erklären, müssen sie sich selbst damit auskennen. Nicht jedem ist bewusst, dass z.B. die Nachmittagsgerichtsshows oft nicht echt sondern inszeniert sind.

 

Wie klappt Medienerziehung bei Ihnen mit drei Kindern in unterschiedlichem Alter?
Das ist ein stetiger Kampf. Natürlich darf sich unser Ältester Sendungen ansehen, die für die Jüngeren nicht geeignet sind. Das gibt oft Gequängel, aber das muss man auch mal aushalten. Wenn der Jüngste seine Programme schaut, klinken sich die Älteren wiederum aus, das ist ihnen meist zu langweilig. Wichtig ist aber, dass der Jüngste dann auch das Gefühl hat: „Das ist jetzt meins!“

 

Und wie ist das z.B. bei Computerspielen?
Mein Ältester wollte neulich ein bestimmtes Game kaufen, was ich ihm nicht erlaubt habe. Zwei Wochen lang ist er jeden Tag zu mir gekommen - das war nicht einfach, aber am Ende hat er es eingesehen. Ähnlich war es, als er von Verwandten ein Spiel bekommen hat, für das er noch zu jung war. Auch hier sind wir konsequent geblieben und haben es ihm weggenommen – natürlich mit entsprechender Begründung.

 

Dürfen Ihre Kinder bei den Großeltern Dinge, die zu Hause tabu sind?
Beim Fernsehen kommt das öfter vor. Bei Oma und Opa dürfen die Kinder mehr gucken als zu Hause. Aber auch die Großeltern achten darauf, was gesehen wird.

 

Und wenn fernsehen oder computerspielen spannender sind als Hausaufgaben…
Da gibt es nur eines: Für Klarheit sorgen und vor allem: das Fernsehen nicht als Belohnung für gemachte Hausaufgaben einsetzen. Und wenn es gar nicht anders geht, zieh ich dann auch mal den Stecker…

 

Machen Sie zu Hause auch mal einen Fernsehabend?
Ja klar. Bei der EM z.B. mit privatem Public Viewing und Fußball-Snacks sowie Getränken. Aber auch sonst zelebrieren wir bestimmte Sendungen wie „Wetten dass?“ oder „Frag doch mal die Maus“, so wie man es aus der eigenen Kindheit kennt. Mit Schnittchen machen wir es uns alle auf dem Sofa bequem und los geht’s.


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