25.03.2012

Getarnte Fiktion: Ist „Scripted Reality“ kindgerecht? – 1/2

Sowohl Castingshows wie „X-Factor“, als auch Doku-Soaps wie beispielsweise „Familien im Brennpunkt” gewinnen bei Kindern und Jugendlichen zunehmend an Popularität. Doch was macht eigentlich neue Formate aus, wie geeignet sind diese für Kinder und wie sollen Eltern mit diesen Sendungen umgehen? SCHAU HIN! hat vier Tipps für Eltern zum kindgerechten Umgang mit neuen Formaten zusammengestellt.

Von „Germany’s Next Topmodel“ bis „Die Schulermittler“. Beliebt! Aber kindgerecht?

Was sind neue Formate?

Die im Fernsehen gezeigten neuen Formate sind Sendungen, die Erfundenes im Doku-Stil erzählen oder Wirkliches unterhaltsam präsentieren. Diese Sendungen wollen einen Blick in das Alltagsleben von Menschen ermöglichen und zeigen dem Publikum eine Scheinrealität. Oft wird mit einer Überspitzung bzw. Skandalisierung gearbeitet. So werden bewusst grenzwertige Situationen geschaffen, in denen Menschen nackt gezeigt oder Ekelgefühle provoziert werden. Auch sieht der Fernsehzuschauer häufig  Situationen, in denen sich Leute streiten und verbal beleidigen. Damit wird versucht, den Formaten eine fernsehtaugliche Dramaturgie zu verleihen, um öffentlich Aufmerksamkeit zu erzeugen und das Publikum, insbesondere jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer, an sich zu binden.
Neue Formate sind bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Laut der IPSOS Studie 2011  zum Thema „Wie wirkt scripted reality?“ stimmen 68 % der Befragten der Aussage „Ich sehe gerne Beiträge dieser Art“ zu. 

Viele Eltern sind verunsichert, weil es diese Formate in ihrer Kindheit noch nicht gab. Sie fragen sich, ob sie überhaupt kindgerecht sind und ob Kinder zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Für Eltern bleibt die Tatsache unbestritten, dass Kinder oftmals von neuen Formaten wie Castingshows und dergleichen fasziniert sind.

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