01.07.2012

TV-Anfänger anleiten – 3/5


Abschalten ist wichtig!

Kinder sind beim Fernsehen ganz bei der Sache. Mit Herz und Verstand. Deshalb brauchen alle Kinder nach dem Fernsehen Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen und das Gesehene für sich zu verarbeiten. Gerade wenn Kinder etwas sehr beschäftigt oder aufwühlt, ist es für sie wichtig, erst einmal „Dampf abzulassen“ und z.B. erst draußen zu spielen und dann mit Mama oder Papa darüber zu sprechen. Eltern können ihren Kindern so helfen, mit dem nötigen Abstand das Filmgeschehen zu verarbeiten. Wenn Kinder unmittelbar vor dem Schlafengehen fernsehen, fehlt dafür oft die Zeit. Lassen Sie den Tag lieber mit einer vorgelesenen Gute-Nacht-Geschichte oder einer Erzählrunde ausklingen.

Wie lange ist zu lang?

Wenn Ihr Kind beginnt, sich für das Fernsehen zu interessieren, sollten Sie es schrittweise heranführen. Starten könnten Sie etwa mit einer kurzen Kindersendung wie dem Sandmännchen, KIKANINCHEN, der Sendung mit dem Elefanten oder Jonalu. Das Sandmännchen richtet sich speziell an Fernsehanfänger und dauert nur wenige Minuten. Dennoch ist wichtig: Lassen Sie gerade am Anfang Ihr Kind nicht alleine fernsehen. Entdecken Sie gemeinsam die Möglichkeiten des TV. Sie werden sehen, das macht Spaß!

Es gibt keine Faustregel, wie lange ein Kind fernsehen sollte, aber pädagogische Empfehlungen:

Kinder im Alter von drei Jahren sollten zunächst nur ab und zu kurze Sendungen oder Filme zwischen 5 und 10 Minuten sehen dürfen. Auch tägliches Fernsehen wird für diese Altersgruppe nicht empfohlen. Wenn Sie bereits wissen, wie Ihr Kind auf die neue Erfahrung reagiert, spricht nichts dagegen, wenn der TV-Spaß schon mal 20 Minuten dauert - vorausgesetzt er ist altersgerecht. Vier- bis Fünfjährige können bis zu 30 Minuten am Tag fernsehen, am besten gemeinsam mit einem Erwachsenen.

Lassen Sie sich den Tagesablauf nicht vom Fernsehen vorschreiben. Zeichnen Sie Sendungen auf, wenn sie nicht in Ihren Zeitplan passen oder nutzen Sie die Kinder-Onlineangebote von ARD Checkeins und ZDF tivi. Es besteht kein Grund, alles stehen- und liegenzulassen. So lernen die Kinder, dass man die Art, die Menge und den Zeitpunkt  der Mediennutzung selber bestimmen kann, statt sich die Zeiten vorschreiben zu lassen.

Aber Achtung: Selbst das beste Kinderprogramm sollte zeitlich nicht unbegrenzt laufen. Wichtig ist, dass Ihre Kinder von Anfang an lernen, dass Medien nicht die einzigen und vor allem nicht die wichtigsten Beschäftigungsmöglichkeiten sind. Bieten Sie immer wieder Alternativen zum Fernsehen an.

Sehen Sie das gemeinsame Fernsehen auch als Familienritual und machen Sie es zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis: Da dürfen Sie staunen, wenn Ihr Nachwuchs das Erkennungslied der Lieblingsserie mitsingt und zum TV-Dinner kann dann auch schon mal die Pizza aus dem Karton gemümmelt werden. Einmal im Monat Familienfilmtreff im Wohnzimmer, wie wär’s ?

Wichtig ist es, die Sendung als Anlass zu nehmen, mit den Kindern über das Gesehene zu sprechen. Kinder sind auch an Themen interessiert, die auf den ersten Blick ganz einfach erscheinen. Aber auch der Austausch mit den Eltern über Kleinigkeiten, z.B. über die Hosenfarbe des Hauptdarstellers, kann für Kinder wichtig sein. Entscheidend ist das gemeinsame Gespräch, das durch das gemeinsame Fernsehen entsteht.

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